Nachdem die europäischen Fans fünf Mal in Serie früh aufstehen mussten, um die Läufe der A1 Grand Prix Serie verfolgen zu können, starten die Rennen diesmal zu einer humanen Zeit, denn in Südafrika gehen die Uhren nur eine Stunde vor. Im letzten Jahr wurde das Wochenende auf dem Stadtkurs von den Teamchefs sogar zum Saisonhighlight gewählt. Doch die Südafrikaner haben sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Man hat neben neuen Tribünen und weiteren Großbildleinwänden auch die Sicherheitsvorkehrungen verbessert.
Für die 22 teilnehmenden Nationen bietet sich damit ein optimales Geläuf für ähnlich spannende Rennen wie 2006. Damals begeisterte vor allem Jos Verstappen die zahlreichen Zuschauer auf den Tribünen und in den Hochhäusern. Im Sprint scheiterte der Niederländer noch mit einem missglückten Überholmanöver an Frankreich. Vom Ende des Feldes aus startete der ehemalige Formel 1-Pilot in das Hauptrennen. Wieder lag er kurz vor dem Ziel auf der zweiten Position. Wieder versuchte er sich in der letzten Runde am Führenden. Diesmal mit Erfolg. Für das A1 Team Niederlande war es der erste Sieg in der A1 Grand Prix Serie.
Deutschland hat den Superstar
Das A1 Team Deutschland hat dagegen nicht so tolle Erinnerungen an das Wochenende in Südafrika. Timo Scheider, der 2006 noch die Farben Deutschlands vertrat, schied wenige Runden vor dem Ziel und vor den Niederlanden liegend mit einem technischen Defekt aus. Nun startet Nico Hülkenberg, wie gewohnt, für das Team von Willi Weber. Dass man sich wegen der mangelnden Streckenkenntnis keine Sorgen machen muss, hat Hülkenberg, der durch seine zahlreichen Siege mittlerweile der erfolgreichste Pilot in der A1 Grand Prix Serie ist, im Verlauf der Saison schon unter Beweis gestellt.
Das Team Neuseeland, welches momentan auf dem zweiten Gesamtrang liegt, wechselt für das Rennen in den Straßen von Durban den Fahrer. Anstatt Jonny Reid wird Matt Halliday im Cockpit der Black Beauty sitzen. Teamchef Colin Giltrap ist überzeugt von den Qualitäten Hallidays: "Matt ist in der letzten Saison in Südafrika gestartet und hat einen tollen vierten Rang im Hauptrennen herausgefahren. Er hat einfach mehr Erfahrung auf Stadtkursen als Jonny."
Mit 25 Punkten verfügt Deutschland momentan über ein beruhigendes Polster auf die Verfolger aus Neuseeland. Da man maximal 17 Zähler holen kann, wird Deutschland die Meisterschaftsführung in Südafrika verteidigen können. Viel spannender ist dagegen der Kampf um den vierten Platz in der Gesamtwertung. Großbritannien, die Schweiz, Malaysia, die Niederlande und Mexiko liegen jeweils nur einen Punkt auseinander.
Die Streckenführung des 3,2 km langen Kurses bleibt so gut wie unverändert. Nach dem Start wartet eine enge Haarnadel auf die gut zwei Dutzend Fahrer. Dort krachte es schon im vergangenen Jahr. Wenn man alles richtig macht, kann man an dieser Stelle aber auch einen Gegner ausbremsen. Eine weitere Möglichkeit zum Überholen bietet sich am Ende der Gegengeraden. Aus hoher Geschwindigkeit wird angebremst, dann geht es um einen 90 Grad Knick. Insgesamt gibt es elf Kurven die von den Fahrern bewältigt werden müssen, Probleme und Autokorsos wie beim ersten Stadtrennen dieser Saison in Peking sind nicht zu erwarten.
Fahrerwechsel für das Heimspiel
Zuletzt einen Blick auf den Lokalmatadoren aus Südafrika. Alan van der Merwe wurde nach einigen erfolglosen Rennen und dem Unfall in Australien wieder auf die Ersatzbank degradiert. Stattdessen kehrt Adrian Zaugg, Sieger des Auftaktrennens in Zandvoort, zurück in die Vulindlela, wie die Afrikaner ihren Boliden nennen. "Ich kann es kaum erwarten wieder im Auto zu sitzen", berichtet Zaugg. "Es war sehr frustrierend die letzten Rennen vom Streckenrand aus beobachten zu müssen, aber mittlerweile habe ich mich von der Operation an meinen Armen erholt. Ich bin wieder fit und freue mich auf mein erstes A1 GP Rennen in Südafrika."

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