Nachdem in den Medien in den vergangenen beiden Wochen Spekulationen aufgetaucht waren, wonach Nico Hülkenberg aufgrund seiner Verpflichtungen in der F3 EuroSeries ab dem Lauf in Mexico City in dieser Saison kein Rennen mehr bestreiten würde und stattdessen Christian Vietoris die Meisterschaft zu Ende fährt, hat Teambesitzer Willi Weber die Verhältnisse nun gerade gerückt.

Nico Hülkenberg hat Verpflichtungen in der Formel 3, Foto: A1GP
Nico Hülkenberg hat Verpflichtungen in der Formel 3, Foto: A1GP

"Spekulationen in der Presse, die behaupten, dass Nico Hülkenberg nach der achten Runde nicht weiter im A1GP World Cup of Motorsport für das A1 Team Germany antreten wird, sind haltlos und ohne jede Grundlage", ließ Weber in einem Statement wissen. "Im Gegenteil, ich betone, dass das A1 Team Germany Christian Vietoris nur in der neunten Runde, zwischen 23. und 25 März in Mexiko im Einsatz sehen wird. Nico Hülkenberg wird an diesem Wochenende wegen einer Terminkollision nicht teilnehmen können."

Doch auch Vietoris Einsatz in Mexiko erfolgt nicht ganz ohne Zusatzgedanken, da Weber den Formel BMW Meister und Weltfinal-Sieger für die kommende Saison in der A1 aufbauen will und ihm mit diesem Start schon einmal Rennpraxis verschaffen kann. Christian Vietoris meinte über seinen bevorstehenden Einsatz und seinen restlichen Winterfahrplan zu motorsport-magazin.com: "Vergangene Woche hatten wir am Montag ein Treffen bei Willi Weber und haben dort alles besprochen. Er war derselben Meinung wie ich, dass ich mich erst einmal auf die Formel 3 Saison vorbereiten und genügend Kilometer testen soll. Deswegen werde ich auch beim A1-Wochenende in Südafrika nicht dabei sein, sondern zwei, drei Tage Formel 3 testen. In Mexiko werde ich aber dann das ganze Wochenende im A1-Auto sitzen, weil Nico Hülkenberg Formel 3 Tests hat."

Neben der Freude, den Einsatz zu bekommen und sich international einen Namen machen zu können, spürt Vietoris aber auch einen gewissen Druck auf seinen Schultern. "Das kann auch genauso gut nach hinten losgehen. Im Team Deutschland ist jetzt schon ein gewisser Erfolgsdruck vorhanden, denn sie wollen die Meisterschaft und als Neueinsteiger habe ich da natürlich auch einen gewissen Druck." Worüber er sich aber schon freut, ist die Aussicht, in der kommenden A1-Saison Stammfahrer für das deutsche Team zu werden. "Gerade wenn ich jetzt noch eine Saison Formel 3 fahre, dann habe ich noch mehr Erfahrung mit schnelleren Autos. Vom Formel BMW in das A1-Auto war es schon ein großer Sprung, aber ich denke, wenn ich ein Jahr Formel 3 gefahren habe, dann komme ich mit dem A1-Boliden noch besser zurecht."

Das hat in dieser Saison bislang auch Nico Hülkenberg gezeigt, der ebenfalls aus der Formel 3 in die A1 gekommen ist. Deswegen äußerte sich Willi Weber auch erfreut, dass der sechsfache Saisonsieger nach seiner Pause in Mexiko bei den letzten beiden Rennwochenenden in Shanghai und Brands Hatch wieder dabei sein wird. "Ich freue mich, dass Nico sein enormes Talent in diesem Jahr bei unserem Team beweisen kann. Der A1GP World Cup of Motorsport gibt ihm auch die Chance, sich international einen Namen zu machen." Eine Chance, die er eigentlich schon genutzt hat und die Christian Vietoris im kommenden Jahr anpeilt.