Wie waren die Ausflüge nach Neuseeland und Australien?
Christian Vietoris: Für mich war das natürlich sehr positiv. Ich konnte sehr viel lernen, habe das Auto kennen gelernt und auch das Team - wie sie das Auto vorbereiten und wie sei es einstellen. Im Großen und Ganzen habe ich einfach sehr viel gelernt.
Und wie hat sich dir die A1 als Rennserie mit ihrem ganzen Drumherum so präsentiert?
Christian Vietoris: Es war schon ein riesiger Sprung von der Formel BMW zur A1. Das merkt man schon an den Vorbereitungen mit den ganzen Pressemitteilungen, die da verschickt werden, wenn man den Fernseher eingeschalten hat, dann war da A1GP, auch im Radio war überall A1 und die Zeitungen haben ebenfalls groß darüber berichtet. Es wurde im Vorfeld einfach sehr viel Pressearbeit gemacht und es war sehr interessant.

Kurz hast du das Auto angesprochen. Von der Formel 1 BMW zur A1 ist es doch ein recht großer Sprung was die Kraft betrifft. Wie schnell hast du den geschafft?
Christian Vietoris: Ich hatte ihn mir schwerer vorgestellt. Die ersten zwei, drei Runden merkt man die Unterschiede schon stark, aber dann habe ich mich relativ schnell daran gewöhnt.
Und wenn man sich dann daran gewöhnt hat. Überwiegt der Spaß daran, dass man jetzt so viel mehr Kraft unter sich hat oder ist das nicht so wichtig?
Christian Vietoris: Die ersten Runden hat man schon ein breites Grinsen auf dem Gesicht, aber danach versucht man natürlich, sich immer weiter an das Limit heranzutasten und sich immer weiter zu verbessern. Dann nimmt man eigentlich nicht mehr so viel wahr. Man versucht nur da ein bisschen später zu bremsen und dort ein bisschen schneller in die Kurve hinein zu fahren.
Hättest du dann damit gerechnet, dass du in den Rookie-Sessions schon so weit vorne sein kannst?
Christian Vietoris: Nach Marco Holzer, der 18. wurde, habe ich mir das eigentlich sehr schwer vorgestellt. Für mich ist es ganz gut gelaufen und ich hatte mir aber auch einen Platz unter den ersten Fünf erhofft.
Wie viel hast du, deiner Meinung nach, zum Erfolg des Teams beitragen können?
Christian Vietoris: Gerade in Neuseeland waren sehr gleichbleibende Wetterverhältnisse und da konnten wir am Auto einiges ausprobieren. Im Großen und Ganzen war ich aber zuerst einmal ganz froh, dass ich das Auto einigermaßen am Limit bewegen konnte.
Gerade in Taupo war es am Anfang aber auch schwierig, weil die Strecke noch rutschig und grün war...
Christian Vietoris: Ja, für alle war die Strecke neu. Wir hatten aber ein super Team, das die Strecke im Vornhinein auch abgegangen ist und deswegen hat das Auto schon von Beginn an auf die Strecke gepasst.

Das Team hat sehr gut gearbeitet. War die Stimmung auch gut?
Christian Vietoris: Ja natürlich. Dort arbeiten nur Top Leute. Insgesamt waren elf Mann am Auto und die waren alle top. Die wissen genau, wann an welcher Schraube gedreht werden muss und es macht einfach Spaß mit so jemandem zu arbeiten.
In eineinhalb Wochen geht es in Südafrika weiter. Das Auto kennst du mittlerweile recht gut, was hast du dort für Pläne?
Christian Vietoris: Zum einen will ich so viel wie möglich im Auto sitzen, damit ich mich noch näher an das Limit heranarbeiten kann. Das hat in Taupo schon ganz gut geklappt, aber ich war noch nicht am hundertprozentigen Limit. Deswegen habe ich da zuerst einmal die Hoffnung, dass es klappt, das Auto konstant über mehrere Runden am Limit zu bewegen. Ein weiteres Ergebnis unter den ersten Dreien wäre ganz schön.
Was sagst du zur Leistung von Nico Hülkenberg an den vergangenen beiden Rennwochenenden?
Christian Vietoris: Das war natürlich überwältigend. Ich habe jetzt gesehen, wie er fährt und arbeitet und er ist schon ein Top Mann, von dem ich sicher auch schon einiges gelernt habe, glaube ich.

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