Glückwunsch zu vier Rennsiegen in zwei Wochen. Beginnen wir in Neuseeland. Wie bist du dort zu Beginn mit der Strecke zurecht gekommen?
Nico Hülkenberg: Eigentlich nicht schlecht. Es ging direkt vom ersten Training weg ziemlich gut. Wir hatten gleich ein gutes Setup und eine gute Basis gefunden und haben dann daran weitergearbeitet. Die Strecke ist auch landschaftlich sehr schön gelegen. Auf den ersten Blick sieht sie vielleicht etwas einfach aus, ist aber ziemlich anspruchsvoll, sowohl technisch, als auch physisch. Der Kurs hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Zu Beginn konnte man vernehmen, dass die Strecke recht rutschig war. Lag das daran, dass sie zu Beginn noch grün war und hat sich das mit der Zeit gelegt?
Nico Hülkenberg: Man hat schon gemerkt, wie der Kurs von Runde zu Runde besser wurde. Beim ersten Rennen war es noch ziemlich rutschig und es gab fast keinen Grip. Es wurden auf der Strecke auch noch nie wirkliche Rennen gefahren, glaube ich, nur irgendwelche Klub-Rennen. Im weiteren Verlauf des Wochenendes ist es dann aber viel besser geworden.
Und wie war die Zuschauerkulisse vor Ort?
Nico Hülkenberg: Also das ganze Wochenende war von Freitag an ziemlich gut besucht. Das war auf jeden Fall ein guter Event.
Und wie hast du die Rennen in Neuseeland erlebt?
Nico Hülkenberg: Der Franzose war im Sprint- und auch im Hauptrennen während der ersten fünf Runden unheimlich stark. Danach hat er aber stark abgebaut und konnte die Pace nicht mehr mitgehen. Vielleicht war es deren Strategie, einen sehr hohen Luftdruck zu verwenden und damit einen Überholversuch zu wagen. Denn Überholen war dort sehr schwer und wenn man einmal vorne war, dann war man schon sehr gut positioniert. Von daher war auch die Pole Position im Qualifying der Schlüssel für das ganze Wochenende. Wir hatten dann noch einen guten Boxenstopp und der Franzose hat im Hauptrennen die anderen hinter sich etwas aufgehalten. Für mich war das natürlich gut und ich konnte den Vorsprung Runde für Runde vergrößern und da es kein Safety Car gab ist der auch nicht wieder kleiner geworden.
Danach ging es weiter nach Australien. Nachdem du in Taupo diesen vollen Erfolg mit beiden Rennsiegen und der schnellsten Runde hattest, hast du dir gedacht, dass du das in Australien gleich würdest wiederholen können?
Nico Hülkenberg: Nein, also damit hatte ich gar nicht gerechnet. Mein Ingenieur hat mir noch in Taupo gesagt, 'wir probieren, in Eastern Creek einfach dasselbe zu machen'. Darauf hab ich nur gesagt, 'jaja, denk du nur'. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass man so etwas zwei Mal hintereinander hinbekommt. Dafür ist es natürlich auch umso schöner.
Wie siehst du jetzt die Situation in der Meisterschaft, nachdem ihr nun 25 Punkte Vorsprung habt? Oder blickst du gar nicht darauf?
Nico Hülkenberg: Nein, ich denke immer noch nur von Rennen zu Rennen. Es sind noch vier Wochenenden und das sind vier Mal 17 Punkte also 68 und damit noch jede Menge. Wir haben 25 Punkte Vorsprung. Das ist natürlich ein schöner Vorteil, aber wir werden uns nicht darauf ausruhen, denn wir fliegen ja nicht um die halbe Welt, um dann Zweiter zu werden. Wir wollen nach wie vor Rennen gewinnen und gehen nach wir vor auf Angriff.

Welche Wertigkeit hätte für dich der Titel in der A1, auch im Vergleich zu anderen Titeln?
Nico Hülkenberg: Rennen und Titel zu gewinnen hat immer eine hohe Wertigkeit. Im Vergleich zu anderen Serien würde ich den Titel hoch einschätzen. Ich denke, dass die Serie sich gemacht hat. Dieses Jahr sind auch viele junge, aufstrebende Fahrer dabei. Ich denke, die Serie ist auf einem guten Weg und es kommen auch immer mehr junge Leute rein. Vielleicht entwickelt sich die A1 auch zu so einem Sprungbrett wie andere Serien. Mit würde der Titel jedenfalls einiges bedeuten.
In Neuseeland und in Australien hattet ihr ja auch ein bisschen Rahmenprogramm auf dem Wasser. Könnte der Wassersport ein Konkurrent für den Rennsport werden?
Nico Hülkenberg (lacht): Ja, in Taupo waren wir Jetski-Fahren und in Sydney sind wir mit einem Harbour Jet Boat herumgeflitzt. Das Jetski-Fahren war echt sehr toll - ich bin in meinem Leben noch nie mit einem Jetski gefahren. Jetzt bin ich voll von dem Jetski-Virus infiziert. Nach unserem Taupo-Rennen hatten wir eine Woche Urlaub und ich hab mir da direkt einen Jetski geschnappt und bin damit herumgeheizt. Das macht irrsinnig viel Spaß und ist einfach nur gut. Motorsport steht aber trotzdem noch klar an erster Stelle.

diese A1GP Interview