Hattrick - die Zweite. Wenn man es sich einfach machen möchte, könnte man nach dem A1-Wochenende in Australien den gleichen Text verwenden wie nach den Rennen in Neuseeland. Deutschland und Nico Hülkenberg haben defensiv begonnen, das Auto langsam gesteigert, die Pole und beide Rennsiege eingefahren. Wenn das noch ein paar Rennen so weitergeht, erinnert die schwarz-rot-goldene Dominanz fast schon an jene von Michael Schumacher und Ferrari einst in der Formel 1.
Aber nicht nur Deutschland bestätigte das Bild vom Rennen zuvor. Auch die anderen Länderteams hielten sich beständig an ihre Formkurven: Neuseeland war erneut sehr stark, Frankreich hatte einen kleinen Rückfall und Großbritannien hatte wieder Pech.
Besonderes Lob gebührt dem chinesischen Team und Ho-Pin Tung, der im Hauptrennen zum ersten Mal auf dem Podium stand. Damit krönten die Chinesen ihre guten Auftritte aus den vorangegangenen Rennen. Ebenfalls eine Steigerung zeigte Christian Vietoris, der für das deutsche Team an den Rookie-Sessions teilnahm. Er mischte vorne mit und bewies damit erneut, was Willi Weber für ein gutes Händchen mit seiner Fahrerwahl Hülkenberg und Vietoris hatte.
Die Strecke in Sydney ist sehr schön und hat eine ultraschnelle erste Rechtskurve. Das Überholen war jedoch extrem schwierig, weil es neben der Ideallinie sehr schmutzig war. Außerdem fehlten passende Kurven mit Überholmöglichkeiten. Die Rennen waren folglich nicht gerade berauschend. Mit dem Boost-Button hat die Serie eine tolle Idee umgesetzt, aber leider verschafft der Knopfdruck den Fahrern noch ein paar PS zu wenig, um wirklich ein Überholmanöver einzuleiten. Ein bisschen mehr als die 30 Zusatzpferdchen sollten es schon sein.
In der Gesamtwertung spitzt sich alles auf einen Kampf zwischen Deutschland, Neuseeland und vielleicht noch Frankreich zu. Das nächste Rennen in Durban sollte also ein Highlight werden - und das nicht nur aus deutscher Sicht. Nico Hülkenberg fährt in diesem Jahr äußerst konstant und macht nur sehr wenige Fehler.

diese A1GP Kolumne