Viel Action boten die beiden Rennen zur A1GP-Serie im indonesischen Sentul, nicht nur für den Schweizer Neel Jani: Der Neuseeländer Johnny Reid feierte am Ende einen Doppelsieg, Nicolas Hülkenberg baute mit einem fünften und einem zweiten Rang die Führung der Deutschen vor den Briten auf 12 Punkte aus - und Jani startete im Featurerennen eine sensationelle Aufholjagd, die am Ende mit Platz acht und drei Punkten aber doch nur zum Teil belohnt wurde.

Auf der 4,12 Kilometer langen Strecke von Sentul hatte Jani im Sprintrennen vom elften Startplatz aus den zehnten Rang belegt - nicht ohne Schwierigkeiten: "Vor zwei Wochen in Malaysia habe ich das Sprintrennen gewonnen, aber hier hatten wir in diesem kurzen Rennen immer noch Handling-Probleme. Jetzt hat das Auto plötzlich untersteuert, und wir verstehen nicht, warum - und warum wir die Ursache dafür nicht finden konnten."

Im Featurerennen spielte dann das Wetter wieder eine entscheidende Rolle: Wie schon in Malaysia sorgte ein tropischer Gewitterregen, der kurz vor dem Start losbrach, für Aufregung. So wurde das Rennen zunächst nur hinter dem Safety-Car gestartet, dann nachher aber mit der Roten Flagge abgebrochen - sogar hinter dem Safety-Car hinterherzufahren, erwies sich als zu gefährlich. Erst nach 35 Minuten Wartezeit konnte dann bei immer noch ziemlich überfluteter, aber gegen Ende des Rennens dann immer mehr auftrocknender Strecke, neu gestartet werden.

Doch das Wetter war nicht die einzige Schwierigkeit - zumindest nicht für Jani und das A1 Team Schweiz: "Vor dem Start des Featurerennens bekamen wir dann auch noch Motorprobleme. Auf dem Weg in die Startaufstellung ist mein Auto einmal beinahe stehen geblieben und dann noch einmal ziemlich am Anfang des Rennens. Irgendwie hat das ganze Auto nicht richtig gezogen. Deshalb bin ich ja gleich bis auf Platz 20 zurückgefallen, aber zum Glück hat es dann später besser funktioniert und ich konnte eine schöne Aufholjagd starten."

Etwa zur Hälfte der Distanz, nach dem ersten Boxenstopp, "war ich schon Zehnter, in der 23. Runde habe ich mir den neunten Platz von Italien, von Enrico Toccacelo, geholt. Ich wollte auf jeden Fall noch ein gutes Ergebnis erreichen, und es lief auch wirklich gut, ich konnte mich weiter nach vorne kämpfen. 20 Runden vor Schluss war ich Achter, und obwohl der Motor selbst auf den Geraden nie hundertprozentig rund lief, konnte ich mich noch bis auf Platz sechs vorarbeiten, kurz bevor das Safety-Car herauskam, weil Robbie Kerr abgeflogen war und das Auto an einer gefährlichen Stelle stand."

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, waren bis zum Ablauf des Zeitlimits nur noch sechs Minuten zu fahren. Jani war sich nicht ganz sicher, "ob ich noch weiter würde zulegen können, aber insgeheim habe ich mir schon vorgestellt, vielleicht sogar noch auf´s Podium zu kommen." Doch lange sollte der Traum leider nicht dauern: "Gleich nach dem Neustart ist mir leider der Brasilianer Tuka Rocha rein gefahren... Er ist zwar nachher sogar gekommen und hat sich bei mir entschuldigt - aber sehr viel hilft das halt auch nicht. Immerhin konnte ich das Auto durch die Schikane noch irgendwie auf der Straße halten und so als Neunter ins Ziel kommen." Aus den ursprünglichen zwei Punkten für das Team wurden am Ende doch noch drei für den achten Platz - nach dem die ursprünglich auf Rang fünf klassierten Niederländer wegen eines Boxenstopps außerhalb des erlaubten Zeitfensters disqualifiziert wurden.

Auch Teamchef Max Welti, war mit der Leistung seines Fahrers unter diesen Umständen sehr zufrieden: "Es war ein hartes Wochenende für Neel und das Team. Wir hatten ein Motorproblem, das Neel erst einmal zehn Plätze gekostet hat. Wenn man bedenkt, was das Auto für Probleme hatte, ist er ein fantastisches Rennen gefahren. Unsere Strategie war sehr gut, perfekt an die katastrophalen Wetterbedingungen angepasst. Wir haben nur großes Pech gehabt, dass Neel nach der Safety-Car-Phase beinahe von den Brasilianern aus dem Rennen befördert worden ist. Ich hoffe nur, dass nächstes Jahr beim nächsten Rennen in Neuseeland das Glück wieder zu uns zurückfindet."