Nach dem Abstecher nach Malaysia vor knapp zwei Wochen ist die A1GP in Asien geblieben und wird am kommenden Wochenende beim Sentul Circuit auf der zu Indonesien gehörenden Insel Java Station machen. Zur genaueren Ortsbestimmung: der Sentul Circuit befindet sich rund 42 Kilometer südlich der Hauptstadt Jakarta und liegt in der Region Bogor, die ein beliebtes Reiseziel ist.
Nun aber zum Wichtigeren, der Strecke an sich. Sie ist 4.12 Kilometer lang, von Vulkanen und Regenwald umschlossen und zeichnet sich durch einige lange Geraden und schnelle Kurven aus. Der Kurs wurde 1994 gebaut, um die Formel 1 nach Südostasien zu locken, was aber nie gelang. Die MotoGP hat aber einmal hier vorbei geschaut und die asiatische Formel 3 Super Series ist regelmäßig zu Gast.
Der Zeitpunkt zu dem die A1GP nach Indonesien kommt, könnte ein gutes Omen für die deutsche Mannschaft sein. Denn momentan ist Monsun und deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass es während der Trainings und der Rennen zu Niederschlägen kommt. Nico Hülkenberg, der wieder für Deutschland unterwegs ist, hat vor zwei Wochen mit einem überlegenen Sieg bewiesen, wie gut er auf nassem Geläuf zurecht kommt. "Die Chancen stehen gut, dass es in Sentul wie in Sepang regnet", sagte Hülkenberg, "Uns ist es sehr gut gegangen als es regnete - wir sahen uns das Wetter an und machten beim Setup einen Kompromiss zwischen Regen und dem Fall, dass es trocknen sollte. Natürlich muss man als Fahrer auch seinen Fahrstil anpassen, aber ich hoffe, wir können hier im Nassen genauso schnell sein wie in Sepang."
Für Hülkenberg wird es der erste Besuch auf der Strecke von Sentul, doch er hat im bisherigen Verlauf der A1-Saison schon öfters Neuland betreten müssen. Die Vorbereitung läuft dabei meist ähnlich. "Ich bin noch nie in Sentul gefahren, aber zur Vorbereitung habe ich mir das Rennen des vorigen Jahres und das Onboard Material angesehen. Das Team hat mir die Daten und die Geschwindigkeiten des Vorjahres gegeben. Wenn ich ankomme werde ich die Strecke noch mit meinen Ingenieuren abgehen."
Mit diesen Dingen wird sich Ananda Mikola vom indonesischen Team nicht herumschlagen müssen. Er lebt nur wenige Kilometer von der Strecke entfernt und kennt sie bereits in- und auswendig. "Der Kurs ist nicht so schwer zu lernen, aber es ist leicht, einen Fehler zu machen, wenn man zu viel pusht", meinte er. Ein besonderer Ansporn wird für die Heimmannschaft das Publikum sein. Im Vorjahr waren 46.000 Fans gekommen und der Chief Operating Officer der A1GP, David Clark, rechnet damit, dass auch dieses Jahr wieder zahlreiche Besucher kommen werden: "Für viele Fans war das Rennen in der vergangenen Saison das erste Mal, dass sie in ihrem Heimatland internationalen Motorsport gesehen haben. Eine populäre und bekannte Persönlichkeit wie Ananda Mikola in einem Auto mit der Nationalflagge zu sehen, war ein besonderes Erlebnis und jeder hat das Team unterstützt."
Ob das Publikum dem Heimteam aber auch zum ersten Punkt verhelfen kann, ist fraglich, denn bislang hat dazu immer einiges gefehlt. Deutschland wird hingegen versuchen, seine Tabellenführung auszubauen. Sechs Punkte hat die Mannschaft Vorsprung auf Großbritannien. Malaysia und Mexiko, die sich den dritten Platz teilen liegen bereits 13 Zähler zurück. Gerade der Rückstand Mexikos zeigt aber, wie schnell man durch ein schlechtes Wochenende zurückfallen kann. Denn vor dem Abstecher nach Sepang war die Mannschaft noch in Führung gelegen.

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