Der erste Sieger der A1GP-Saison 2006/2007 hieß Adrian Zaugg in Diensten des südafrikanischen Teams. Viel Zeit hatte er aber nicht, um seinen Sieg im Sprintrennen zu feiern - denn am Nachmittag stand noch das Hauptrennen über 45 Runden auf dem Programm. Für Alex Yoong ging selbiges nicht lang: Der Ex-F1-Pilot blieb beim Start in die Einführungsrunde am Hinterrad des stehen gebliebenen Schweizers Sebastien Buemi hängen und beschädigte dabei seine Aufhängung. Trotzdem nahm er das Rennen mit vier Runden Rückstand noch einmal auf. Buemis Auto sprang ebenfalls wieder an. So durfte er sogar von seinem Startplatz ins Rennen gehen; gebracht hat ihm das nicht viel, er erhielt eine Drive-Through-Strafe für einen Frühstart.
Beim Start setzte sich Salvador Duran für Mexiko vor Nicolas Lapierre und Nicolas Hülkenberg an die Spitze. Bereits in der zweiten Kurve war dann das Rennen des Sprintsiegers aus Südafrika zu Ende: Zaugg landete mit einem kaputten Frontflügel im Kiesbett. Mexiko durfte sich aber nicht lange über die Führung freuen. Nach einem Fahrfehler von Duran flutschte Lapierre an ihm vorbei, später schnappten ihn auch Hülkenberg und Darren Manning.
Der Brite erlebte die nächste kuriose Szene: Kurz bevor er seinen Pflichtboxenstopp absolvierte, drehte sich der Pakistani Nur Ali in der Boxengasseneinfahrt und blockierte selbige. Manning konnte ihn jedoch passieren und Ali wurde danach sogar wieder ins Rennen geschickt. Die Rennleitung hinderte das aber nicht daran das Safety Car noch nach diesen Szenen ohne ersichtlichen Grund auf die Strecke zu schicken. Die seltsamen Entscheidungen und amateurhaften Begebenheiten in der A1-Serie gehen also auch in der zweiten Saison weiter.
Beim Re-Start nutzte Lapierre die Gunst der Stunde, da der Pakistani Nur Ali sich zwischen ihn und Nicolas Hülkenberg geschoben hatte. Diesen durfte der Deutsche erst nach der Ziellinie überholen, da Ali jedoch den Start verschlief, sicherte sich Lapierre auf den ersten Metern fast fünf Sekunden Vorsprung. Der nächste Spannungsfaktor war aber nicht weit: Nur eine Runde nach der Safety-Car-Phase begannen die zahlreichen Fans auf den Tribünen damit ihre Schirme aufzuspannen. Bald danach holten sich bereits die ersten Fahrer in der Box Regenreifen ab. So einfach wie sich das anhört, war das allerdings nicht. Denn während einige Fahrer die falsche Box ansteuerten, blockierten sich andere beim Ein- und Ausfahren gegenseitig. Es kam zum Stau in der Box! Die zwei Führenden umgingen dieses Problem, allerdings auf Kosten einiger Sekunden, die sie mit Trockenreifen auf der immer nasser werdenden Strecke verloren.
Die Führung übernahm der Amerikaner Phil Giebler, der gänzlich auf einen Reifenwechsel verzichtete und auf nasser Strecke mit seinen Slicks mehrere Sekunden pro Runde verlor. Deshalb dauerte es nicht lange, bis Lapierre und Hülkenberg zu ihm aufgeschlossen hatten und ihn passierten. Das gleiche galt für den Niederländer Jeroen Bleekemolen, der im Boxenchaos auf Platz 4 nach vorne gespült worden war. Für die letzten 20 Runden bedeutete dies einen Dreikampf zwischen Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Das beste Ende hatte von diesen Dreien Bleekemolen für sich, der zunächst Hülkenberg und danach Lapierre aufschnupfte und damit die Fans auf den Tribünen in Ekstase versetzte. Sollten sich deutsche Anhänger unter den Zuschauern befunden haben, bekamen auch diese Grund zum Jubeln: Hülkenberg nahm sich auf abtrocknender Strecke Lapierre vor und übernahm somit 18 Runden vor dem Ende Rang 2.
Die Spannung war damit aber noch nicht vom Tisch: 15 Runden vor dem Ende holten sich die ersten Fahrer wieder Trockenreifen an der Box ab, um für den Schlussspurt gerüstet zu sein. Zu den ersten zählte der Franzose Nicolas Lapierre, der danach jedoch Schwierigkeiten auf der nassen Strecke bekam und einen Ausritt durchs Kiesbett zu verzeichnen hatte. Danach stellte er seinen A1-Boliden mit einem technischen Defekt in der Box ab. Für die Schlussphase bedeutete dies, dass Bleekemolen vor Giebler und Hülkenberg führte. Von diesen Dreien war der Niederländer der einzige, der auf Regenreifen fuhr und vergeblich versuchte seine Führung über die Distanz von 70 Minuten zu retten. Gegen die mit Slicks bestückten Konkurrenten hatte er aber keine Chance. Das gleiche galt für den Amerikaner, der sich in den Schlussminuten nicht gegen den A1-Debütanten Nico Hülkenberg zur Wehr setzen konnte.
Nach 70 Minuten voller Spannung, Action und Verwirrungen bedeutete dies den ersten A1GP-Sieg für den Neuling Hülkenberg und das deutsche Team! Platz 2 ging an die USA vor Australien, den Niederlanden, Mexiko und Australien. Die Top-8 komplettierten Großbritannien und die Schweiz.



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