Das ist ja schon die zweite Saison für die A1 Grand Prix Serie - was ist ihr Eindruck von dieser Meisterschaft nach ihrem ersten Kontakt in Silverstone?
Marcel Fässler: Die vergangene Saison war für das A1 Team Schweiz sehr erfolgreich, ich wollte diese Erfahrung teilen. Es war auf jeden Fall wirklich eine tolle Sache, das Auto zu fahren. Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich wieder an die Charakteristik eines Formel-Autos gewöhnen. Die ist schon etwas besonderes, durch die spezielle Aerodynamik rutschen diese Autos mehr, außerdem bin ich die meiste Zeit mit alten Reifen gefahren, deshalb habe ich auch nicht allzu sehr gepusht. Ich wollte einfach nur das Gefühl dafür bekommen.

Was hat sie am Handling des Autos am meisten überrascht?
Marcel Fässler: Es ist einfach der gesamte Fahrstil - und wie stark das Auto übersteuert. Wenn man mit einem anderen Auto so umgehen würde, wie man mit einem A1-Auto umgeht, würde man sich drehen und abfliegen. Mit diesen Autos rutscht man stark - und hat eine Menge Spaß dabei.

Wie sehen sie die Regeln für diese Saison?
Marcel Fässler: Ich habe das Gefühl, dass alle Entscheidungen sehr gut durchdacht sind, von kompetenten Leuten, die den Rennsport über alles lieben. Es ist außerdem sehr gut zu wissen, dass alle Fahrer in den 22 Teams exakt das gleiche Auto zur Verfügung haben.

Wie fühlt sich das A1 Auto insgesamt an?
Marcel Fässler: Was mir besonders gefällt, ist die Leistung. Nicht ganz so groß wie in einem Sportwagen, aber sehr ähnlich. Es ist immer ein gutes Gefühl für einen Fahrer, wenn man weiß, dass man ein bisschen Leistung als Reserve hat. Und die Regel mit dem Knopf, über den man ein paar Mal etwas zusätzliche Leistung abrufen kann, ist wirklich gut - und auch etwas Besonderes.

Wie kommen sie mit den Bremsen im A1-Auto zurecht?
Marcel Fässler: Nun, wir sind eigentlich daran gewöhnt, mit Karbonbremsen zu fahren. Dafür braucht man eine doch etwas andere Technik. Zum Beispiel muss man mit den Karbonbremsen, wenn sie heiß sind, sehr, sehr vorsichtig umgehen. Sie brauchen mehr Feingefühl als die Stahlbremsen in den A1-Autos. Da muss man eine andere Technik einsetzten. Zum Beispiel bremst man mit den Stahlbremsen deutlich früher, weil sie einfach nicht so schnell und hart greifen, nicht so "giftig" sind.