WRC - Fahrer fordern mehr Mitspracherecht

Kein Penalty-Schießen im Rallyesport

Die Piloten wollen bei der Entscheidung über die Zukunft der WRC mitreden. Mit den aktuellen Vorschlägen zu einem neuen Format sind sie nicht zufrieden.
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Motorsport-Magazin.com - Bereits seit Monaten diskutieren die Verantwortlichen der WRC über eine Änderung des Formats, um es vor allem für TV-Übertragungen attraktiver zu machen. Eine Überlegung war, am letzten Tag das Gesamtergebnis in Kopf-an-Kopf-Duellen zu entscheiden. Dabei würden auf einer Prüfung die besten Zehn gegeneinander antreten. Der Zehnte würde gegen den Neunten fahren, der auf der Prüfung Bessere würde Platz neun erhalten. Dasselbe Verfahren würde auch bei den anderen Positionen zur Anwendung kommen, das heißt, die Entscheidung über den Sieg würde vom Ausgang dieser einen Prüfung abhängen.

Es wäre schön, wenn man uns etwas mehr zuhören könnte.
Mikko Hirvonen

Die Fahrer sind von dieser Idee nicht besonders angetan, da sie herausgefahrene Abstände und Konstanz nichtig macht beziehungsweise abwertet. Sie fühlen sich nur wenig in den Entscheidungsprozess einbezogen und fordern daher ein stärkeres Mitspracherecht. "Für mich ist die Idee eines Shootouts am Sonntag dumm", meint M-Sport-Fahrer Mikko Hirvonen. "Es wäre schön, wenn man uns etwas mehr zuhören könnte, denn wir haben alle ein paar Ideen für die Zukunft."

Hirvonens Beifahrer Jarmo Lehtinen etwa hatte den Einfall, den Freitag und Samstag etwas zu verlängern und am Ende des Samstags ein Gesamtklassement zu erstellen. "Am Sonntag könnten wir dann eine zusätzliche Prüfung haben, vielleicht etwa zehn Kilometer lang und zusätzliche fünf, drei und einen Punkt vergeben. Diese Prüfung hätte keine Auswirkung auf die Rallye oder den Sport", erläutert Hirvonen. "Die Idee mit dem Shootout ist im Grunde so wie die ganze Zeit Fußball oder Eishockey zu spielen und das Ergebnis dann im Penalty-Schießen zu entscheiden."

Ich bin mit allen Lösungen, die vorgeschlagen wurden, nicht einverstanden.
Sebastien Ogier

VW-Pilot Sebastien Ogier ist bewusst, dass der Sport eine Lösung finden muss, um mehr Show zu bieten und mehr Zuschauer vor den Fernseher zu locken. "Aber ich bin mit allen Lösungen, die vorgeschlagen wurden, nicht einverstanden", betont er. Er sieht die Aufgabe, den Sport zu vermarkten, nicht bei den Fahrern, fände es jedoch schön, wenn sich die Verantwortlichen ihre Meinung anhören würden. "Ich gebe mein Bestes im Auto und ich helfe gerne, wenn ich das kann, und ich versuche, dem Sport allgemein zu helfen. Ich habe Vertrauen darin, dass es intelligente Menschen gibt, die diese Entscheidungen treffen."

Im September wird eine Entscheidung über ein neues Format der WRC erwartet. Im Laufe der Saison 2015 könnte das neue Format davon abhängig eingeführt werden, wie schnell die Austragungsorte der Events auf die Neuerungen reagieren können.


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