WRC - Saisonrückblick: Thierry Neuville

Brandblasen sind kein Hindernis

Die WRC bot 2012 Spannung, verschiedene Bedingungen und neue Sieganwärter. Motorsport-Magazin.com blickt auf die Top-10-Fahrer zurück. Heute: Thierry Neuville.
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Saisonverlauf

Thierry Neuville kam aus der IRC zu Citroen und wurde für zunächst neun Rallyes bestätigt. Die Zusammenarbeit mit dem Qatar-Team von Nasser Al-Attiyah machte es aber möglich, dass der Belgier alle 13 Läufe des Jahres bestreiten konnte. Am Ende standen 53 Punkte und der siebte Platz in der Fahrer-WM.

Thierry Neuville bestritt 2012 seine erste Saison in der WRC - Foto: Sutton

Dass er sich in der höchsten Klasse des Rallyesports aber anderen Herausforderungen als noch in der IRC gegenübersah, merkte Neuville schnell. Schon bei seinem ersten Auftritt im Citroen in Monte Carlo musste er nach einem Unfall die Segel streichen. Weitere sechs Ausfälle mit jeweiligem Start unter Rally2 folgten. In Finnland und auf Sardinien stellte er sogar seine und die Welt seines Beifahrers auf den Kopf, als er spektakuläre Überschläge produzierte.

Herausragende Rallye

Gleichzeitig untermauerte Neuville seine in der IRC gezeigte stärke auf Asphalt, denn in Frankreich war er dem Podest so nah wie niemals zuvor. Lediglich 23,2 Sekunden fehlten auf Mikko Hirvonen, der mit dem Werks-Citroen auf dem Podest stand. "Das ist mein bestes Ergebnis in der WRC und ich hätte sogar um das Podest kämpfen können", strahlte der Belgier nach dem Ende der Rallye.

Am wichtigsten war für den Citroen-Piloten aber seine Konstanz, die er während der ganzen Rallye demonstrierte. Als Ausdruck seiner Schnelligkeit kamen zudem noch sechs WP-Bestzeiten - unter anderem Platz zwei in der Power Stage - hinzu und das Ziel für den Rest der Saison war klar gesteckt: Eine der verbliebenen beiden Rallyes auf dem Podest beenden. Ein Überschlag und ein durch Schlamm verdeckter Felsen machten diese Hoffnung aber zunichte und lediglich ein Punkt war noch zu ergattern. Beim Versuch, den DS3 WRC wieder zum Fahren zu bekommen, holte er sich zudem Brandblasen, da sich der Bolide stark aufgeheizt hatte.

Zukunft

Lange Zeit galt der Belgier als Kandidat für das frei gewordene Cockpit von Sebastien Loeb im Werks-Citroen. Als diese Option aber dahin war, kam die Überraschung: Ab der kommenden Saison wird Neuville bei Ford Gas geben. "Es ist eine große Ehre für mich, Qatar und M-Sport bei allen 13 Läufen der nächstjährigen Saison zu repräsentieren", freute sich Neuville auf die neue Herausforderung.

Dank meinem großartigen Lernjahr bin ich davon überzeugt, dass ich in der Lage sein werde, mit M-Sport einige großartige Ergebnisse zu erzielen
Thierry Neuville

Ein großer Dank galt in dieser Beziehung auch seinem Freund Al-Attiyah, der durch seinen Wechsel von Citroen zu Ford auch die Sponsorengelder aus Katar mit zum englischen Team bringt. Da Neuville bereits 2012 einige Einsätze im Boliden von Al-Attiyah bestreiten durfte, beispielsweise als dieser an den Olympischen Spielen teilnahm, stand eine weitere Zusammenarbeit ohnehin im Raum. Wie weit es für Neuville mit dem blauen Oval allerdings nach vorne geht, muss sich erst zeigen. "Dank meinem großartigen Lernjahr in der WRC bin ich davon überzeugt, dass ich in der Lage sein werde, mit M-Sport und meinen Teamkollegen einige großartige Ergebnisse zu erzielen", prognostizierte der Belgier.


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