MotoGP - MotoGP-Piloten testen Formel-1-Kurve in Barcelona

Geteilte Meinungen über Streckenführung

Im Zuge der Testfahrten am Montag wurde am Circuit de Catalunya in Kurve zehn die Formel-1-Version getestet.
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Motorsport-Magazin.com - Der Circuit de Catalunya in Barcelona ist aktuell eine der wenigen Strecken im MotoGP-Kalender, die auch von der Formel 1 genutzt wird. Doch das Layout für die Formel-1-Boliden unterscheidet sich an zwei Stellen von dem für die Zweiräder. Vor der letzten Kurve müssen Vettel, Alonso und Co. eine Schikane durchfahren und Turn 10 beginnt für sie einige Meter früher und verläuft deutlich eckiger.

Bisher fuhren die Piloten am großen Circuit-de-Catalunya-Logo außen vorbei - Foto: Bridgestone

Diese Lösung wird nun auch für die MotoGP angedacht. Die Gründe hierfür sind klar. Die Anfahrt auf Kurve zehn ist in der Motorrad-Version sehr schnell und die Auslaufzone an der Kurvenaußenseite relativ klein, so dass Piloten mit hoher Geschwindigkeit in die Mauer einschlagen könnten. Da das Kiesbett aber aufgrund einer direkt dahinter befindlichen Kurve nicht vergrößert werden kann, muss eine Lösung gefunden werden, um der Mauer zu entgehen. Hierbei fiel die Wahl auf die F1-Variante, die sowohl langsamer ist als auch größeren Abstand zu Kies und Mauer bietet.

Von scheiße bis ganz gut

Die Meinungen der Piloten, die das Layout am Morgen testen konnten, gingen jedoch deutlich auseinander. Die Fraktion der Gegner führte Valentino Rossi in gewohnter Deutlichkeit an: "Es gefällt mir nicht. Ich habe diese Kurve schon mit dem Formel-1-Auto probiert und sie ist einfach scheiße. Mir wäre es lieber, mit der normalen Strecke weiterzumachen. Ich mag Kurve zehn so wie sie ist."

Die Formel 1 wählt ebenfalls die kurze, aber eckigere Lösung - Foto: Sutton

Zustimmung erhält er von Pol Espargaro, der direkt neben der Strecke aufwuchs und sie wie seine Westentasche kennt. "Ich denke nicht, dass das nicht die beste Lösung ist, auch wenn es eine gute Idee war, es zu versuchen. Es ist einfach eine Formel-1-Kurve und für uns viel zu eng. Man muss zu hart Bremsen und hat dann erst in der Kurve viel Platz. Außerdem gibt es an dieser Stelle zwei verschiedene Streckenbeläge mit einer großen Stufe dazwischen", fand der Rookie einen weiteren Kritikpunkt.

Auch Andrea Dovizioso zeigte sich wenig begeistert: "Die Kurve wie wir sie bis jetzt gefahren sind war ziemlich schwierig, aber schön. Die Formel-1-Version ist sehr eng und man muss im ersten Gang fahren. Es sind mehr als 90 Grad, das fühlt sich nicht so toll an."

Gute Überholmöglichkeit

Es ist ein harter Bremspunkt und eine gute Überholmöglichkeit.
Marc Marquez

Doch es gibt auch zahlreiche Befürworter des alternativen Layouts im Feld, allen voran Marc Marquez: "Mir gefällt es eigentlich ganz gut. Es ist ein harter Bremspunkt und eine gute Überholmöglichkeit. Die Kurve unterscheidet sich so außerdem deutlich von den restlichen Kurven auf dieser Strecke, die alle sehr lang gezogen sind."

Marquez Meinung, dass das Formel-1-Design geradezu eine Einladung für Überholmanöver wäre teilt ein Großteil des Feldes. In einem Punkt ist man sich sogar trotz aller Meinungsverschiedenheiten einig. Eine Änderung der Streckenführung wäre ein großer Zugewinn für die Sicherheit der Piloten. Und diese sollte immerhin stets im Vordergrund stehen.


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