MotoGP - Hayden kein Fan der Open-Klasse

Hersteller sind das Problem

Nicky Hayden ist 2014 einer der großen Namen in der neu geschaffenen Open-Klasse. Er äußert sich negativ über das aktuelle Reglement.
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Motorsport-Magazin.com - Die CRT-Klasse wurde nach zwei wenig erfolgreichen Jahren in die Geschichtsbücher verbannt. Mit der neuen Open-Klasse soll alles besser werden. Zweifel daran kommen aber mit Nicky Hayden ausgerechnet von einem der prominentesten Vertreter des Open-Lagers: "Ehrlich gesagt mag ich diese Regelung mit Open- und Factory-Bikes nicht. Mir wäre es lieber, wenn alle Fahrer auf den selben Motorrädern und mit den gleichen Regeln fahren würden. Ich glaube auch, dass die aktuellen Regeln für den normalen MotoGP-Fan schwer zu verstehen sind. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation derzeit ist das aber einfach nicht anders möglich."

Dem Weltmeister von 2006 stoßen einige Einschränkungen an seinem Honda-Production-Racer sauer auf. "Wir haben beispielsweise nur eine Einstellungsmöglichkeit für die Wheely-Control. Man kann sie also nur insgesamt ändern und nicht für einzelne Kurven. Viele Systeme an unseren Bikes funktionieren so. Man muss über eine Runde gesehen also einen Kompromiss finden", erklärt er.

Das Problem sind die Hersteller, weil sie den Rennsport als Experimentierplattform für ihre Straßenbikes nutzen wollen.
Nicky Hayden

Dabei sieht Hayden eine verpflichtende Einheitselektronik für alle Teams durchaus als tolle Möglichkeit für die MotoGP: "Die Dorna könnte die Elektronik so ausgereift oder so einfach machen wie sie es will. Ich glaube, dass das im Sinne der Fahrer und Fans wäre. Das Problem sind die Hersteller, weil sie den Rennsport als Experimentierplattform für ihre Straßenbikes nutzen wollen. Dazu gehört eben auch die Weiterentwicklung der Elektronik. Wenn jeder die Dorna-ECU nutzen würde wäre es aber sicher eine große Chance."

Die Frage, ob eine derartige Einheitselektronik mehr oder weniger stark eingreifen soll, stellt sich für den US-Amerikaner nicht. Er plädiert für größtenteils ungebändigte Power. "Ich würde es besser finden, wenn die Fans rauchende Hinterreifen, Wheelys und hüpfende Motorräder beim Anbremsen sehen würden. Das wäre meiner Meinung nach viel aufregender. Ich will, dass die Leute zuhause sitzen und sagen: 'Oh mein Gott, so etwas könnte ich nie machen.' Im Moment glauben viele Leute, dass sie das mit etwas Übung auch schaffen würden. Wir wissen, dass es nicht so aus, aber das gilt eben nur für uns", ärgert sich Hayden.


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