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MotoGP - Marc Marquez im Portrait

Der Rekordbrecher

125ccm-Titel im dritten Jahr, Moto2-Titel im zweiten Jahr, MotoGP in Jahr eins: Marc Marquez hält seine steile Aufwärtskurve strikt ein.
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Motorsport-Magazin.com - Seine allererste Saison in der MotoGP ist vorüber und Marc Marquez hat den Titel in der Königsklasse in der Tasche. Nach 16 Podestplätzen strahlte er nur noch. "Ein so gutes Jahr hatte ich nicht erwartet. Selbst in meinen besten Träumen, hätte ich das nicht gedacht. Ich hatte erwartet, konkurrenzfähig zu sein und mein größter Traum war es, um den dritten Platz in der WM zu kämpfen, aber ich hätte nie geglaubt, dass ich die Weltmeisterschaft gewinnen kann."

Seit der Spanier in der Königsklasse fährt, knackt er einen Rekord nach dem anderen. Von schnellsten Rennrunden über schnellste Qualifikationsrunden und jüngste Gewinner bis hin zu den meisten Rookie-Siegen. Nun ist er der jüngste Weltmeister der MotoGP-Geschichte und der erste Rookie-Titelträger seit Kenny Roberts 1978 - mit nur 20 Jahren. Dabei ist es noch gar nicht allzu lange her, als Marquez zum ersten Mal auf einem Motorrad saß.

Ich hatte erwartet, konkurrenzfähig zu sein und mein größter Traum war es, um den dritten Platz in der WM zu kämpfen
Marc Marquez

Mit sechs Jahren begann er seine Karriere mit Motocross und Minibike. Erst später wechselte der junge Fahrer aus Cervera zum Asphalt. 2007 gab Marquez einige Auftritte in der spanischen Meisterschaft und wurde Gesamtachter. In dieser Saison wurde Alberto Puig auf den talentierten Katalanen aufmerksam und nahm ihn zusammen mit Esteve Rabat im Jahr darauf im Repsol KTM Team in die 125ccm-WM.

Schicksalskurs Sepang I

Für 2008 hatte Marquez einen Platz in der 125ccm-Weltemeisterschaft, konnte die Saison durch eine Verletzung aber erst später beginnen. Sein erster heftiger Sturz folgte direkt im Premiere-Jahr. In Sepang flog er ab und zog sich eine Verletzung am Knorpel, der um das Schienbein herum ist, zu und beendete seine erste Saison damit schon in Malaysia. Zumindest landete er ein Mal auf dem Treppchen und in der Gesamtwertung auf Rang 13. Im zweiten Jahr auf KTM steigerte sich der junge Katalane auf Gesamtplatz acht.

Mit KTMs Ausstieg wechselte Marquez 2010 ins Team von Aki Ajo und fuhr seinem Teamkollegen Sandro Cortese um die Ohren. Obwohl Marquez beim italienischen Grand Prix erst den allerersten WM-Sieg feierte, gegen harte Konkurrenten wie Pol Espargaro und Nico Terol kämpfte, in Brünn mit einer ausgerenkten Schulter fuhr und wegen Abkürzen einer Schikane eine Zeitstrafe in Indianapolis hinnehmen musste, holte er sich noch im dritten WM- Jahr den Titel der kleinen Kategorie. Mit nur 17 Jahren und 263 Tagen wurde Marquez schon in der 125er-Klasse zweitjüngster Weltmeister.

Schicksalskurs Sepang II

Als amtierender 125er Weltmeister stieg Marquez 2011 mit dem Team Catalunya Caixa Repsol in die Moto2 auf. Nach einem verhaltenen Saisonstart, machte er mit Siegen in Assen, Mugello, auf dem Sachsenring, in Indianapolis, Misano und Aragon schnell Punkte auf den WM-Leader, Stefan Bradl, gut und übernahm die Spitze mit einem zweiten Platz beim Japan GP. Mit einem Sturz im nassen Training von Sepang vergab Marquez alle Chancen selbst und durfte aufgrund von Sichtproblemen fast drei Monate lang auf kein Motorrad steigen. Er verlor den WM-Titel kampflos an Bradl.

Neun Siege, zwei zweite und drei dritte Plätze brachten Marc Marquez 2012 frühzeitig zum Moto2-Titel - Foto: Honda

Beim Comeback 2012 gewann der Pilot mit der Startnummer 93 direkt das erste Rennen und dominierte danach auch den Rest der Saison. Mit neun Siegen, zwei zweiten und drei dritten Plätzen feierte Marquez schon frühzeitig in Australien den Titel. Nach einer Strafe musste das Ausnahmetalent bei Saisonfinale in Valencia als letzter starten, pflügte aber in wenigen runden durchs ganze Feld und gewann auch das letzte Rennen noch. An gleicher Stelle wurde nur zwei Tage später ein riesen Aufsehen gemacht, denn Marquez stieg beim Test in Valencia zum ersten Mal auf Casey Stoners Repsol Honda in der MotoGP.

Außergewöhnlicher Rookie

Mit dem Aufheben der Rookie-Regel schuf Honda einen Platz für den talentierten Spanier, der mitsamt dem Moto2-Titel, seiner gewohnten aggressiven Fahrweise, viel Talent und enormen Tempo in der Königsklasse ankam und einschlug wie eine Bombe. Schon beim ersten Rennen auf dem Treppchen, kochte Marquez am zweiten Wochenende in Texas alle ab und feierte seinen ersten Sieg. Die Statistik ist kaum zu toppen. Denn bis zum Titelgewinn in Valencia stand der Rookie abgesehen vom Sturz Mugello in jedem Rennen, das er beendete, auf dem Podium und nahm insgesamt sechs Siege mit nach Hause.

Nachdem er im dritten Jahr die 125er, in seiner zweiten Saison die Moto2 und nun im ersten Anlauf, die MotoGP für sich entscheiden konnte, ist Marquez damit seit Kenny Roberts 1978 der erste Weltmeister, der den Titel in der Königsklasse gleich im ersten Jahr mitnehmen konnte. Dabei ärgerte der 20-Jährige die ganz Großen wie Valentino Rossi, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo, musste einige Strafen und Kritik einstecken, ließ sich davon aber nicht abbringen. Selbst ein neunfacher Weltmeister weiß nicht mehr, wie er den jungen Wilden schlagen soll und hofft, dass Marquez nach ein, zwei Titeln in die Formel 1 wechselt und damit Platz macht.


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