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MotoGP - Interview - Claudio Corti

Italiener braucht das Land

Mit Motorsport-Magazin.com klärte Claudio Corti, was die italienischen MotoGP-Fans brauchen und warum er kein Fan seiner Heimstrecke ist.
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Motorsport-Magazin.com - Wie fühlst du dich auf der Heimstrecke in Misano?
Claudio Corti: Ich mag die Strecke nicht unbedingt, denn seit sie die Richtung geändert haben, konnte ich das gute Gefühl einfach nicht wiederfinden, das ich zuvor hier immer hatte. Als wir noch andersherum gefahren sind, fühlte ich mich viel sicherer und auch der Kurs an sich war sicherer und hat viel mehr Spaß gemacht. Jetzt mag ich die Strecke nicht mehr, ich habe kein gutes Gefühl hier. Letztes Jahr habe ich langsam verstanden, wie man hier fahren muss. Obwohl das Layout der Strecke normal ist, ist es extrem schwierig, hier zu fahren, besonders Kurve drei. Ich bin auf einem großen Bike wie der MotoGP-Maschine hier aber noch nie gefahren. Vielleicht muss ich die Telemetrie ändern. Wir werden es morgen sehen. Außerdem ist es auch immer extrem rutschig hier, durch den Sand, der vom Meer herübergeweht wird. Wir werden also den ganzen Morgen brauchen, um Gummi auf die Oberfläche zu bringen. Am Nachmittag können wir dann sicher etwas schneller fahren.

Wir müssen zurück auf das Niveau kommen, das wir in den letzten zehn Jahren mit Capirossi, Biaggi und all den Leute hatten
Claudio Corti

Zumindest sind viele deiner heimischen Fans hier…
Claudio Corti: Es sieht dieses Jahr zumindest so aus. Als Valentino [Rossi] die letzten beiden Jahre Ducati gefahren ist, war der Anklang hier in Italien nicht so groß wie in Spanien - zum Beispiel Jerez de la Frontera, Barcelona, Valencia - dort sind immer mehr Fans als hier. Da Valentino jetzt aber wieder bei Yamaha ist, die Möglichkeit hat, zu gewinnen und extrem schnell fährt, kommen bestimmt viel mehr Leute. Gestern beim GoKart-Rennen waren allein 1000 Leute da. Das könnte gut werden. Wir müssen zurück auf das Niveau kommen, das wir in den letzten zehn Jahren mit Capirossi, Biaggi und all den Leute hatten. Es scheint, als würde Spanien jetzt alles schlagen, in jeder Hinsicht, in jeder Kategorie, überall. Wir brauchen einen italienischen Fahrer, der ein paar Rennen gewinnen kann. Ich sage nicht die WM, aber wenigstens ein paar Rennen. Es ist wirklich grad schwer, denn die Krise hat in Italien heftig zugeschlagen und selbst ein Rennen nur zu sehen, ist schwer für die Leute. Ich verstehe das. Wir müssen die Leute anregen, hierher zu kommen, vielleicht mit einem besonderen Event wie gestern. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.

Welche der noch ausstehenden Strecken in diesem Jahr magst du?
Claudio Corti: Philipp Island auf jeden Fall! Aragon mag ich auch sehr und das steht als nächstes an. In Malaysia bin ich auch schon gute Rennen in der Vergangenheit gefahren, also werden wir sehen, wie es wird.


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