MotoGP - Langweilige Rennen in der Königsklasse

Rossi: Es muss sich viel ändern

Valentino Rossi übt Kritik am MotoGP-Format, sieht Marquez, Iannone und Redding als große Talente und denkt noch nicht über ein Karriereende nach.
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Motorsport-Magazin.com - Überholmanöver, packende Duelle und hin und wieder auch die ein oder andere Bekanntschaft mit dem Kies - das Rennen von Malaysia sorgte zumindest hinter dem Führungsduo Dani Pedrosa/Jorge Lorenzo für Spannung. Doch an den vielen Positionswechseln hatte durchaus auch der Regen seinen Anteil.

Ist die MotoGP nicht mehr attraktiv genug? Diese Frage steht nicht erst seit dieser Saison im Raum. Nun meldete sich Valentino Rossi zu Wort. "Ich persönlich habe das Gefühl, dass sie für die Zukunft viel ändern müssen, weil die MotoGP ihren schlimmsten Moment erlebt, seit ich dabei bin. Es ist der langweiligste Augenblick, weil die Rennen sehr schlecht sind", sagte neunfache Weltmeister in einem BBC-Interview und verwies auf die "sehr spannende" Moto3 und die "fantastische" Moto2.

Ein schneller Fahrer hat auch Spaß, das macht dann den Unterschied
Valentino Rossi

"Und dann kommen sie [die Piloten] in der MotoGP an und es ist sehr schwierig, weiterhin wach zu bleiben. Sie müssen das Produkt ändern. Das Niveau ist fantastisch, die Maschinen und die Fahrer sind sehr schnell, aber zu perfekt", so der Ducati-Pilot, der für die Nachwuchstalente auch eine zusätzliche Hürde in den immer höher werdenden finanziellen Belastungen sieht. "Normalerweise kommen die jungen Fahrer in die MotoGP und werden ernster, weil man mehr Druck und mehr Geld hat. Ich hoffe, dass die jungen Piloten unverbraucht bleiben. Ein schneller Fahrer hat auch Spaß, das macht dann den Unterschied".

In der Vergangenheit habe sein enger Freund Marco Simoncelli genau diesem Format entsprochen. "Er war mutig, aber gleichzeitig auch sehr lustig und normal. Seit seinem Tod klafft eine große Lücke", sagte Rossi, der sich aktuell am meisten vom Fahrtalent der Moto2-Piloten Marc Marquez, Andrea Iannone und Scott Redding begeistert zeigt und sein eigenes Karrierenende noch nicht im Visier hat.

Wenn ich zum Rennwochenende anreise, bin ich immer glücklich und kann es kaum erwarten, auf das Bike zu steigen
Valentino Rossi

"Wenn ich zum Rennwochenende anreise, bin ich immer glücklich und kann es kaum erwarten, auf das Bike zu steigen. Ich denke, solange ich dieses Gefühl habe, ist es gut, weiterzumachen; wenn sich diese Haltung ändert, wird es genug sein", so der 33-Jährige, der hinzufügte: "Wenn man 20 Jahre alt ist, hat man komplett andere Vorstellungen als Leute mit 30. Man denkt, dass man schon alt ist, aber zum Glück ist das nicht wahr und besonders im Motorradbereich, der keine körperliche Extremsportart ist, kann man länger auf einem hohen Niveau sein", so Rossi.


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