MotoGP - Interview - Masao Azuma

Es gab keine richtige Reifenwahl

Im Interview erklärt Bridgestone Entwicklungs-Manager Masao Azuma, weshalb es für das Rennen in Sepang egal war, auf welchen Reifen man startete.

Motorsport-Magazin.com - Die Wahl für den Hinterreifen im Rennen hat sich ziemlich gleichmäßig auf den weichen und den harten Regenreifen aufgeteilt. Welcher war die bessere Wahl unter den Bedingungen, die wir am Sonntag gesehen haben?
Masao Azuma: Es ist wie bei den Slicks. Die weichere Mischung bei Regenreifen bietet eine bessere Performance beim Aufwärmen und mehr Grip im Vergleich zur härteren Mischung, die eine höhere Lebensdauer hat und bessere Kurvenstabilität bietet. Bei einem so wechselhaften Wetter wie in Malaysia ist es schwierig zu sagen, welcher Hinterreifen im Rennen am besten arbeiteten wird. Wobei wegen der hohen Temperaturen in Sepang, welche die Strecke schnell abtrocken lassen und die Warm-up-Performance nicht so entscheidend machen, der härtere Reifen unser bevorzugter für dieses Rennen war.

Bei einem so wechselhaften Wetter wie in Malaysia ist es schwierig zu sagen, welcher Hinterreifen im Rennen am besten arbeiteten wird.
Masao Azuma

Durch den stärkere Regen unmittelbar vor der roten Flagge war die Menge an stehendem Wasser auf der Strecke so groß, dass es egal war, welche Mischung ein Fahrer hatte, da der Grip-Level so niedrig war. Diejenigen Fahrer, die sich für die weichere Mischung entschieden hatten, haben vielleicht geglaubt, dass die Strecke konstant nass sein würde, weil dieser Reifen unter solchen Bedingungen besser sein sollte. Auf der anderen Seite - hätte der Regen komplett aufgehört - hätten die Fahrer, die auf den härten Reifen gesetzt haben, davon profitiert, dass sie konstanteren Grip bis zum Ende des Rennens gehabt hätten, auch wenn die Strecke abgetrocknet wäre.

Viele Fahrer haben angemerkt, dass sich die Strecke unter trockenen Bedingungen ganz anders angefühlt hat als bei den Pre-Season-Tests am Anfang des Jahres. Bestätigen Ihre Daten diese Beobachtung?

Die Streckentemperatur bei den Wintertests ist tendenziell höher und es gibt zu dieser Zeit weniger Regenschauer.
Masao Azuma

Masao Azuma: Ja, aber der Grund dafür ist unklar. Der Grip-Level der Strecke war an diesem Wochenende nicht so hoch wie früher in diesem Jahr. Während der Wintertestfahrten war das Grip-Niveau höher, was sich auch in schnelleren Rundenzeiten und einer generellen Verbesserung der Performance widergespiegelt hat. Im Februar waren die besten Rundenzeiten im Bereich von 1:59.X, die beste Rundenzeit am letzten Wochenende war eine 2:00.3. Außerdem haben sich an diesem Wochenende mehr Fahrer über Chattering beschwert als im Winter - und auch mehr als bei den zweiten Tests, als wir den neuen Vorderreifen eingeführt haben. Die Bedingungen auf der Strecke waren also offensichtlich sehr unterschiedlich zu denen im Februar.

Auch wenn wir die genauen Gründe dafür nicht kennen, zeigt sich fast jedes Jahr die Tendenz, dass der Sepang Circuit beim Rennen im Oktober weniger Grip bietet als bei den Wintertests. Die Streckentemperatur bei den Wintertests ist tendenziell höher und es gibt zu dieser Zeit weniger Regenschauer. Das könnte vielleicht ein Faktor für die besseren Streckenverhältnisse zu dieser Zeit sein.


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