Moto2 - Japan-GP in Motegi: Die deutschen Fahrer im Check

Cortese und Schrötter in den Top-10

Cortese und Schrötter krönten ihr gutes Wochenende mit einem Top-10-Ergebnis. Einzig Folger trübt die deutsche Bilanz. Unser Check beim Japan-GP in Motegi:
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Sonntag

Sandro Cortese (5.): Von Startplatz fünf aus machte Sandro Cortese zunächst eine Position gut, doch noch im Lauf der ersten Runde fiel der Deutsche auf Platz sieben zurück. Durch Lowes' Crash gewann Cortese wieder einen Platz. Eine weitere Position machte Cortese nach dem Ausfall von Axel Pons gut, womit er wieder in den Top-5 lag. Den fünften Platz fuhr Cortese im Anschluss sicher nach Hause.

"Das war mein bestes Saionergebnis, da kann man schon zufrieden sein. Das ganze Wochenende war gut, der Start auch. Dann konnte ich aber nicht mit der Spitzengruppe mithalten, die waren zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde schneller. Danach war es ein sehr langes Rennen, weil die Runden einfach nicht vergehen, wenn man keinen zum Kämpfen hat und alleine fahren muss."

Marcel Schrötter (9.): Am Start ging es für Marcel Schrötter nach vorne - von Rang elf bis nach sieben. Diese Position konnte Schrötter jedoch nicht halten, er wurde in der Anfangsphase wieder zurück bis auf Platz elf, ans Ende einer Gruppe mit Pasini, Baldassarri, Corsi und Simon, durchgereicht. Den Anschluss an diese Jungs konnte Schrötter nicht ganz halten, doch durch Ausfälle vor ihm wurde der Deutsche wieder in die Top-10 gespült. Das Rennen beendete Schrötter schließlich als Neunter.

"Auf dem Papier schaut ein neunter Rang und sieben Punkte nicht so schlecht aus. Doch aus meiner Sicht war das Rennen eine mittlere Katastrophe. Normalerweise muss ich vor den drei Fahrern vor mir ins Ziel kommen. Ich bin auch gut in das Rennen gestartet und konnte zügig zu den ersten Fünf aufschliessen. Ich war schon knapp an Sandro dran. Doch nach Halbzeit der Distanz habe ich plötzlich meine ganze Energie und alle Kraftreserven verloren. Ich hatte auf einen Schlag Krämpfe und Schmerzen im ganzen Körper. Es war wirklich hart meine Pace zu halten."

Jonas Folger (DNF): Der Japan-GP nahm für Jonas Folger ein unrühmliches Ende. Folger konnte sich nach dem Start in den Top-10 behaupten, machte jedoch keinen Eindruck nach vorne. Das Rennen warf Folger in Runde vier mit einem Vorderradrutscher in Kurve neun weg. Zum Zeitpunkt des Crashs lag Folger auf Platz neun.

"Am Anfang war es wie immer eng und ich bin viel überholt worden. Als ich ausgebremst wurde, bin ich weit gegangen und musste ein paar Plätze abgeben. Danach habe ich versucht, einen Rhythmus aufzubauen und natürlich wollte ich wieder nach vorne fahren. Ich habe gepusht, bin aber leider in Kurve neun gestürzt. Es gibt nicht viel mehr zu sagen, da ich nicht weiter als vier Runden gekommen bin. Es tut mir leid für das Team."

Samstag

Sandro Cortese (5.): Weiterhin in Top-Form präsentiert sich Sandro Cortese. Motegi scheint dem Deutschen einfach zu liegen. Im FP3 lag er wieder in den Top-10 als Zehnter, später im Qualifying konnte Cortese sogar noch zulegen. Die gesamte Session über hielt sich Cortese in Schlagdistanz zur Spitzengruppe, am Ende holte er mit Rang fünf seinen zweitbesten Startplatz in der laufenden Saison.

"Es hätte vielleicht sogar für die erste Startreihe reichen können. Aber zum Schluss wurde ich von zwei anderen Fahrer vor mir aufgehalten. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Es war ein super Qualifying mit konstanten Rundenzeiten. Das ist wichtig, um auch morgen vorn dabei zu sein. Wir haben ein gutes Grundsetup fürs Motorrad gefunden und ich fühle mich sehr wohl. Jetzt freue ich mich aufs Rennen."

Jonas Folger (9.): Nicht ganz so leicht wie seinem Teamkollegen geht es Jonas Folger in Motegi von der Hand. Immerhin: im FP3 enterte er als Fünfter die Top-5. Daran konnte er im Qualifying nicht anknüpfen. Folger musste über die gesamte Session hinweg kämpfen, um in den Top-10 zu bleiben. Am Ende schaffte er das, Folger qualifizierte sich für Startplatz neun.

"Das Qualifying fing ganz gut an. Zum Schluss haben sich einige Fahrer ziemlich gesteigert. Mir gelang es nicht, alle Sektoren einer Runde so zusammenzuwürfeln, um eine richtig gute Zeit zu erzielen. Ich war immer knapp davor, aber habe nie diese eine Runde geschafft, um die fehlenden Zehntel gutzumachen. Es war schwierig, aber ich mache mir fürs Rennen keine Sorgen. Ich habe vom Rhythmus her ein gutes Gefühl, allerdings muss ich mich noch im ersten Sektor verbessern. Ich sehe den neunten Platz nicht als Problem und bin sehr zuversichtlich, dass wir morgen weiter nach vorn kommen."

Marcel Schrötter (11.): Wie schon am Freitag war Marcel Schrötter auch am Samstag bei der Musik. Sowohl im dritten freien Training, als auch im Qualifying erreichte Schrötter Position elf. Dabei hätte es im Qualifying noch weiter nach vorne gehen können, denn Schrötter lag zeitweise sogar unter den besten Zehn. Diese Leistung konnte er aber bis zum Schluss nicht ganz halten.

"Die Abstände liegen einmal mehr sehr eng beisammen. Zwei, drei Zehntel schneller und der Ausblick auf die erste Kurve würde morgen anders aussehen. Es wäre mir um einiges lieber gewesen, eine bessere Ausgangsposition geschaffen zu haben. Meine Pace ist nicht schlecht, ich denke, ich könnte mit den Fahrern um Rang fünf herum mitfahren. Von dem her wäre jede Position weiter vorne sicher hilfreich gewesen. Doch so muss ich wieder mitten im Feld starten und hoffen, dass in den ersten Kurven alles gut geht. Bekanntlich gibt es einige Fahrer, die am Start ein wenig übereifrig ans Werk gehen und man ist auch nie vor einem eigenen Fehler gefeit. Ich bin aber mit meiner Rundenzeit und Pace zufrieden."

Freitag

Sandro Cortese (7.): In guter Form befindet sich Sandro Cortese in Japan. Am Vormittag im ersten freien Training kratzte der Deutsche als Elfter bereits an den Top-10. Der Sprung in eben jene gelang ihm schließlich im zweiten freien Training am Nachmittag. Cortese steigerte sich dort und wurde am Ende Siebter. Doch es lief nicht gänzlich wie geschmiert für Cortese: Im FP2 stürzte er im Schlussabschnitt bei hoher Geschwindigkeit.

"Es war sehr positiv heute, trotz des kleinen Ausrutschers zum Schluss. Wir haben die letzten Runden den weichen Reifen montiert, da es wahrscheinlich auch unser Rennreifen werden wird. Ich war auf Anhieb sehr schnell. Im T4 habe ich es etwas übertrieben und bin weggerutscht. Dennoch war es ein positives Training mit Platz sieben. Darauf können wir morgen aufbauen. Zur Spitze fehlen zwar noch ein paar Zehntel, aber daran können wir arbeiten. Es gibt keinen speziellen Abschnitt, wo ich hauptsächlich einbüße. Wenn wir uns überall noch etwas steigern können, sind wir morgen dabei."

Marcel Schrötter (9.): In der kombinierten Zeitenliste nach beiden Trainings liegt zwar Marcel Schrötter hinter Cortese. Doch der Deutsche war an diesem Tag noch etwas stärker aufgelegt. Schrötter fuhr sich im ersten freien Training die siebte Position heraus, auch am Nachmittag konnte er sich als Neunter in den Top-10 halten.

"Beide Freitagssessions in den Top-10 zu beenden kann sich allemal sehen lassen, selbst wenn es am Nachmittag nicht ganz geschmiert lief. In den ersten zwei Runden meines letzten Runs unterliefen mir einige Fehler, weil der weiche Reifen so viel mehr Grip bot. Ausserdem bin ich mehrmals im Verkehr aufgehalten worden. In der letzten Runde hat aber mehr oder weniger alles gepasst. Ich bin mit meiner Rundenzeit einigermassen einverstanden."

Jonas Folger (10.): Ebenfalls den Sprung in die Top-10 hat Jonas Folger geschafft. Doch seine Leistungen hinken denen von Cortese und Schrötter etwas hinterher. Schon am Vormittag hatte er mit Platz 13 etwas stärker zu kämpfen als seine Landsleute. Im FP2 am Nachmittag konnte sich Folger aber immerhin bis auf Platz zehn verbessern. Noch ist also alles drin für ihn.

"Der erste Tag in Motegi war nicht ganz einfach. Wir waren zum Schluss noch ein paar wenige Runden auf dem weichen Reifen unterwegs, mit dem funktionierte es viel besser. Allerdings habe ich noch kein gutes Gefühl in der Kurve. Das Hauptproblem ist, die Linie zu halten. Ich tu mir etwas schwer, das Bike auf der Bremse zu stoppen und dann um die Kurve zu kommen. Wir haben viel Luft nach oben. Ich bin mir aber sicher, dass es morgen weiter nach vorne geht. Ich muss dazu sagen, dass ich heute nicht 100% fit bin. Trotzdem war es kein schlechter Anfang, obwohl wir jetzt an zehnter Position liegen. Da ist morgen viel mehr drin."


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