Moto2 - Cortese: Schalthebel abgebrochen

Man kann da keinem etwas vorwerfen

Sandro Cortese sah auf dem Sachsenring nicht das Ziel, Randy Krummenacher durfte sich dagegen über satte Punkte freuen.
von

Motorsport-Magazin.com - Sachsenring-Streckenbotschafter Sandro Cortese konnte sein Rennen am Sonntag nicht beenden. Mit der Aussicht auf ein gutes Ergebnis musste er seine Kalex sechs Runden vor Schluss abstellen, nachdem der Schalthebel abgebrochen war. "Ich habe hochgeschalten und dann vom fünften Gang ins Leere getreten. Ich konnte dadurch auch nicht mehr zurückschalten. Es war einfach nicht möglich, das Rennen zu beenden", berichtete er. "Man kann da keinem etwas vorwerfen. Ich denke, das sind Dinge, die im Rennsport passieren können. Da hat keiner einen Fehler gemacht."

Ich denke, das sind Dinge, die im Rennsport passieren können.
Sandro Cortese

Bis zu dem Zeitpunkt hatte Cortese von Startplatz 21 eine Aufholjagd gezeigt und kämpfte in einer Gruppe um Position sieben. Bereits zum dritten Mal in Folge reist der 24-Jährige ohne Punkte von einem Rennwochenende ab. Zur Saisonhalbzeit liegt er auf Rang 14 der Gesamtwertung.

"Ich nehme das Positive mit", betonte er. "Die Freien Trainings waren stark und nach dem durchwachsenen Qualifying gestern, habe ich heute eines meiner besten Rennen in der Moto2 gezeigt. Ich habe mich extrem nach vorne gekämpft und bis dato zehn Plätze gutgemacht. Bis Platz sieben wäre heute noch möglich gewesen."

Ich nehme das Positive mit.
Sandro Cortese

Der Rhythmus sei da und er fühle sich wohl. "Wir müssen jetzt einfach nach vorne schauen. Die Pause tut sicherlich allen gut, um wieder Energie zu sammeln und sich auf die harte zweite Saisonhälfte vorzubereiten", sagte er. "Ich lasse mich davon nicht unterkriegen. Jetzt haben wir dreimal einen Nuller geschrieben - alle guten Dinge sind drei, vielleicht war's das jetzt endlich mal. Ich bin einer, der nicht aufgibt, darum denke ich, dass ich bald wieder vorne dabei sein kann."

Krummenacher setzt sich gegen Pasini durch

Sehr viel besser lief es für Randy Krummenacher, der als Siebter bestplatzierter deutschsprachiger Pilot war. Er setzte sich allerdings nur knapp gegen Mattia Pasini durch, mit dem er sich einen harten Kampf lieferte. "Es war ein sehr schönes, aber auch ein schwieriges Rennen für mich", gestand er. "Am Anfang konnte ich nicht 100 Prozent geben, denn ich hatte nicht viel Gefühl mit dem Bike und dann hat Cardus noch einen Fehler gemacht, der mich beim Bremsen gestört hat. Während dieser Zeit habe ich viele Positionen verloren."

Randy Krummenacher nimmt neun Punkte vom Sachsenring mit. - Foto: Octo IodaRacing Team

Im Laufe des Rennens fühlte sich der Schweizer auf seinem Bike jedoch immer wohler und konnte seine Pace steigern. "Mit Mattia Pasini hatte ich einen guten und fairen Kampf. Als ich an ihm vorbeikam, bin ich Kampflinie gefahren, denn ich wusste, dass er mich schlagen würde, wenn er als Erster aus der letzten Kurve herauskommt", sagte Krummenacher. "Wir haben uns in der Kurve vor der Geraden ein paar Mal überholt, aber ich habe es geschafft, dass er nicht an mir vorbeikam. Ich bin mit diesem Ergebnis sehr glücklich und ich bin mir sicher, dass von diesem Augenblick an die zweite Hälfte der Saison für mich besser sein wird."

Lüthi am Limit

Hinter Pasini kam Krummenachers Landsmann Tom Lüthi ins Ziel und nimmt damit sieben Punkte aus Deutschland mit. Zufrieden war er allerdings nicht, denn da es nach wie vor an der Hinterachse an Grip mangelte, war an einen Angriff auf vordere Plätze nicht zu denken. "Es war ein schwieriges Rennen. Ich hatte keine Chance. Ich hatte keinen Grip hinten, keinen Edgegrip, und kam nicht um die Ecken rum", klagte Lüthi.

"Ich war komplett am Limit, wurde überholt und konnte nicht nachlegen. Der Reifen hat mir keinen Support gegeben, auch keine Traktion aus den Kurven heraus, und so habe ich viel zu viel verloren. Von den Rundenzeiten her war ich ziemlich konstant, aber eben von Anfang bis Ende am Limit", gestand er. Er habe nicht nachlegen können, die Konkurrenten jedoch schon, weshalb sie ihm davonfuhren. "Warum wir das ganze Wochenende über solche Schwierigkeiten hatten, ist schwer zu sagen. Wir werden die Daten anschauen, analysieren und dann versuchen, es beim nächsten Rennen in Indy besser zu machen!"

Schrötter ohne Risiko

Marcel Schrötter fuhr wie in Assen vier Punkte ein und belegt mit 36 Zählern zur Saisonhälfte Rang zwölf in der Meisterschaft. Bis zum Saisonende will er unter die Top-10 vorstoßen. "Auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was ich mir für mein Heimrennen erträumt hätte, muss ich nach so einem harten Rennen hier in Deutschland zufrieden sein", sagte er. "Natürlich wäre es schön, näher an der Spitze dran zu sein, aber wir wissen, dass wir das Potential haben, dorthin zu kommen und werden weiter daran arbeiten."

Ich bin letztes Jahr gestürzt, daher wollte ich nicht zu viel Risiko eingehen und am Ende alles verlieren.
Marcel Schrötter

Das Wochenende sei für ihn knifflig gewesen, da es ein paar Probleme mit dem Bike gab. "Aber das Team und ich haben hart gearbeitet, um uns Schritt für Schritt zu verbessern und im Rennen selbst war ich entschlossen, Punkte einzufahren und eine gute Pace zu finden, um mich im Feld nach vorne zu arbeiten, was mir gelungen ist", berichtete Schrötter. "Ich bin letztes Jahr gestürzt, daher wollte ich nicht zu viel Risiko eingehen und am Ende alles verlieren. Daher ist Rang zwölf heute kein allzu schlechtes Ergebnis."

Mulhauser in wildem Kampf

Robin Mulhauser stellte mit Rang 24 sein drittbestes Ergebnis der Saison ein. Sein Start ins Rennen sei gut gewesen und er habe unter anderem mit Luis Salom und Axel Pons kämpfen können. "Aber dann wurde der Rhythmus erhöht, und ich musste leider feststellen, dass ich fahrerisch noch nicht ganz mit solchen Gegnern mithalten kann und noch einiges zu lernen habe", konstatierte er. "Danach war ich wieder mit den üblichen Gegnern zusammen, wie Ramos, Nagashima, Rea und Warokorn. In den letzten Runden ging es ziemlich wild zu und her."

In der Sommerpause hat der Schweizer einiges vor. "Ich reise mit einem Freund für eine Woche nach Spanien, wo wir Supermoto, Trial und mit dem Rennrad trainieren werden. Fahren, fahren, fahren, das allein zählt für mich im Moment", betonte er. "Dennoch wird es auch für mich ein paar Ruhetage in der Schweiz geben, bevor wir eine Woche vor dem GP von Indianapolis in die USA reisen werden."

Nina Prinz wurde bei ihrem Debüt in der Weltmeisterschaft mit einer Runde Rückstand 27. und damit Vorletzte.


Weitere Inhalte:

nach 11 von 18 Rennen
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x