Moto2 - Schrötter: Schnellstes Motorrad des Jahres

Schmaler Grad zwischen schnell fahren und stürzen

Marcel Schrötter büßte durch zwei Ausrutscher ein paar Positionen ein, stellte in Katalonien jedoch deutliche Verbesserungen an seinem Bike fest.
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Motorsport-Magazin.com - Marcel Schrötter konnte in Barcelona von einem echten Heimrennen sprechen, denn er pendelte jeden Tag gemeinsam mit Jonas Folger zum nicht weit entfernt gelegenen Zuhause. "Das waren zwar jeweils 40 Minuten Fahrt, aber wir konnten zu Hause schlafen und es war ein gutes Gefühl, von zu Hause an die Rennstrecke zu fahren."

Es waren schwierige Bedingungen, deswegen sind wohl auch so viele gestürzt.
Marcel Schrötter

Am Sonntagmittag wurde Schrötter als Neunter abgewinkt. Ein den Umständen entsprechend gutes Ergebnis, wie er meinte, vor allem in Anbetracht der zahlreichen Stürze. "Es waren schwierige Bedingungen, deswegen sind wohl auch so viele gestürzt. Zwischen schnell fahren und stürzen war ein schmaler Grad", berichtete er.

"Ich habe vom Start weg von Platz 17 versucht, das Beste rauszuholen. Ich hatte einen sehr, sehr guten Start, war aggressiv auf der Bremse - vielleicht etwas zu aggressiv. In die Schikane bin ich einen Tick zu weit rein", erinnerte er sich. Er sei dann auf den Kunstrasen ausgewichen, auf dem man nicht Beschleunigen kann, weshalb er fast das gesamte Feld vorbeiziehen lassen musste.

Wie weit er durch diesen Ausrutscher zurückfiel, wollte Schrötter gar nicht wissen, die Boxentafeln beachtete er daher in den ersten Runden nicht. "Ich habe nur versucht, so schnell wie möglich Positionen gutzumachen", sagte er. "Ich konnte viele Fahrer überholen und mich am Schluss fast in der Gruppe durchsetzen."

Hätte ich meine Position halten können in der ersten Kurve, dann wären wir von Anfang an sehr gut dabei gewesen.
Marcel Schrötter

In der letzten Runde ging Schrötter nach der Gegengerade auf der Bremse an zwei Fahrern vorbei und war kurzzeitig Führender in seiner Gruppe. Dann kam er jedoch zu weit raus, weil er zu spät bremste. Drei Fahrer gingen an ihm vorbei. "Dann waren es nur noch drei Kurven bis ins Ziel. Zum Glück konnte ich noch zwei Fahrer in zwei Kurven überholen, es hat aber nicht gereicht, dass ich noch einen Platz mehr gutmachen kann. Aber von der Position nach der ersten Runde ist ein neunter Platz ok."

Nun gelte es, an der Performance auf der ersten Runde zu arbeiten, um eine bessere Ausgangslage für das Rennen zu bekommen. "Hätte ich meine Position halten können in der ersten Kurve, dann wären wir von Anfang an sehr gut dabei gewesen. Dann wäre ein Top-6-/Top-7-Platz möglich gewesen."

Trotz eines verpassten besseren Ergebnisses gab es für Schrötter am siebten Rennwochenende der Saison sehr Positives zu berichten. Die Modifizierung an der Verkleidung, die er im Freien Training und Qualifying bereits erfolgreich getestet hatte, erwies sich auch im Rennen als Glücksgriff. "So ein schnelles Motorrad hatte ich das ganze Jahr noch nicht", schwärmte Schrötter.

Allerdings bestehe nach wie vor ein Unterschied zu seinem Teamkollegen. "Aber ich konnte aus dem Windschatten überholen, ich war immer nah genug dran, um auf der Bremse etwas zu machen. Das hat mir heute geholfen, Positionen gutzumachen."

Tests in Barcelona und Aragon

Am Dienstag wird der Tech3-Pilot auf dem Circuit de Barcelona Catalunya testen, am Donnerstag sind weitere Testfahrten in Aragon geplant, bei denen es vor allem um das Setting gehen soll. In Barcelona will Schrötter dagegen neue Teile - möglicherweise auch eine neue Schwinge - probieren.


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