Mehr Sportwagen - Vanthoor gewinnt trotz Horror-Überschlag in Macau

Rennabbruch nach nur vier Runden

Laurens Vanthoor hat auch das Hauptrennen des FIA GT World Cups in Macau gewonnen. Der Audi-Pilot sorgte mit einem Überschlag jedoch für einen Rennabbruch.
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Laurens Vanthoors Highspeed-Überschlag in Macau: (01:42 Min.)

Das Hauptrennen des FIA GT World Cups in Macau hätte kaum kurioser ausgehen können: Audi-Pilot Laurens Vanthoor konnte seinen Erfolg aus dem Qualifying-Rennen am Vortag zwar wiederholen, sorgte aber mit einem spektakulären Überschlag für einen Rennabbruch. Hinter ihm landeten Porsche-Pilot Kevin Estre und Titelverteidiger Maro Engel im Mercedes auf dem Podium. Earl Bamber verlor nach einer Zeitstrafe seinen Podiumsplatz. Eine starke Leistung zeigte Adderly Fong, der im Bentley auf die fünfte Position fuhr. Edoardo Mortara wurde nach seinem Ausfall am Vortag nur 13.

Das ursprünglich über eine Distanz von 18 Runden angesetzte Hauptrennen des FIA GT World Cups war schon gelaufen, bevor es richtig begonnen hatte. Nur vier Runden absolvierten die Piloten, bevor das Rennergebnis feststand. Bereits in der zweiten Runde war Ricky Carpo mit seinem BMW Z4 GT3 in der Fishermen's-Kurve in die Streckenbegrenzung eingeschlagen und hatte damit für den ersten Rennabbruch gesorgt.

BMW-Pilot Ricky Capo sorgt für Rennabbruch in Macau: (00:15 Min.)

Drama beim Re-Start

Beim Neustart des Rennens setzte sich zunächst Bamber im Porsche in Szene, indem er noch vor der Mandarin-Kurve die Führung von Vanthoor übernahm. Dieser versuchte sich sogleich in Bambers Windschatten zu positionieren, und machte dabei einen folgenschweren Fehler. Vanthoor berührte in der Mandarin-Kurve auf der Innenseite die Barriere und schlug dann mit hoher Geschwindigkeit auf der gegenüberliegenden Seite ein.

Der Audi R8 bekam Unterluft, überschlug sich und rutschte einige Meter auf dem Dach Richtung Lisboa-Kurve. Die Rennleitung reagierte sofort und brach das Rennen erneut ab. Nach wenigen bangen Sekunden kam die Entwarnung: Vanthoor entstieg aus eigener Kraft seinem havarierten Fahrzeug. Da die maximale Rennzeit aufgrund des ersten Abbruchs mittlerweile erreicht war, entschied Rennleitung kurz darauf, dass es keinen weiteren Neustart geben würde.

Bamber verliert erst Sieg und dann das Podium

Unklar war nach dem endgültigen Abbruch jedoch, wer der Sieger des Rennens war. Erst nach einigen Minuten gab die Rennleitung bekannt, was viele schon vermutet hatten: Die Runde vor dem Abbruch wurde als Rennergebnis herangezogen, und Vanthoor in der Konsequenz trotz des Unfalls der Sieg zugesprochen. Bamber, der zum Zeitpunkt des Abbruchs in Führung lag, war der Frust im Parc Ferme ins Gesicht geschrieben.

Doch für Bamber sollte es noch dicker kommen: Nachdem ihm der Sieg durch die Lappen gegangen war, verlor er auch den zweiten Platz. Verantwortlich dafür war eine Aktion am ursprünglichen Start des Rennens. Bamber hatte den Mercedes von Engel in die Mauer gedrängt, woraufhin ihm die Rennleitung im Nachhinein eine 5-Sekunden-Strafe auferlegte. Dadurch rutschte Bamber auf Position vier ab, während Estre und Engel auf die Plätze zwei und drei nachrückten.

Bamber war nach der Entscheidung der Rennleitung äußerst frustriert - Foto: Porsche

Gedrückte Stimmung beim Sieger

Die Euphorie über den Sieg hielt sich bei Vanthoor verständlicherweise im Grenzen, wie er sichtlich mitgenommen zu Protokoll gab. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es wäre ohne den Unfall sicherlich eine bessere Show gewesen", so der Belgier. Estre fiel es ebenfalls schwer, sich über seinen zweiten Platz zu freuen. Der Franzose konnte sich aber auch in die Lage des Siegers gut hineinversetzen: "Laurens wollte sicherlich nicht auf diese Weise siegen. Ich hätte so auch nicht gewinnen wollen."

Mercedes-Pilot Engel äußerte sich erleichtert darüber, dass das chaotische Rennen für alle Beteiligten ein gutes Ende gefunden hatte. "Es ist großartig zu sehen, dass es Laurens gut geht. Keiner von uns will sehen, wie jemand in dieser Kurve bei 250 km/h einen Unfall hat", so der Deutsche, der allerdings auch mit den Fans fühlte: "Es tut mir leid für die Zuschauer, dass wir keine gute Show und kein gutes Rennen zeigen konnten. Aber am Ende zählt nur, dass alle wieder gesund nach Hause zu ihren Liebsten heimkehren."

FIA GT World Cup Macau 2016: Die Top-10 des Hauptrennens

Pos.FahrerTeamAutoRückstand
1.Laurens VanthoorAudi Sport Team WRTAudi R8 LMS
2.Kévin EstreManthey RacingPorsche 911 GT3 R (991)3.500
3.Maro Engel Mercedes-AMG Driving AcademyMercedes-AMG GT35.605
4.Earl BamberManthey RacingPorsche 911 GT3 R (991)6.878
5.Adderly FongBentley Team AbsoluteBentley Continental GT37.365
6.Renger Van Der ZandeMercedes-AMG Driving AcademyMercedes AMG GT310.492
7.Nicky CatsburgRowe RacingBMW M6 GT312.508
8.Fabian PlentzTeam HCB-Rutronik RacingAudi R8 LMS14.486
9.Mirko BortolottiFFF RacingLamborghini Huracan GT316.396
10.Congfu ChengAbsolute RacingAudi R8 LMS18.384

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