Formel 1 - Williams sieht keine Motorensünder

Nicht geschummelt, sondern die Regeln gebogen

Wenn es darum geht, dass Motoren sich trotz Einfrierung verbessern, dann sieht Frank Williams keinen Skandal, sondern geschicktes Regelverbiegen.
von

Motorsport-Magazin.com - Ferrari habe 25 PS in seinem Motor gefunden, hat es dieses Jahr bereits geheißen und Flavio Briatore hatte sich darüber beklagt, dass Renault beim Motor zurückgefallen sei, weil man sich an die Motoren-Einfrierung gehalten habe, während andere Hersteller munter weitergearbeitet hätten. Die Konkurrenz war natürlich schnell zur Stelle, um abzustreiten, dass Verbesserungen, die vielleicht an den Motoren gemacht worden wären, das Reglement verletzt hätten.

Das ist ein heikles Thema
Frank Williams

Frank Williams sieht es beispielsweise so, dass es durchaus Verbesserungen seit der Einfrierung der Motoren gegeben hat, diese aber alle ordnungsgemäß passiert sind. "Das ist ein heikles Thema. Das ist eine reine Anekdote, aus zweiter oder sogar dritter Hand, aber es gibt da die Geschichte, dass einer der Red Bull Fahrer aus seinem Renault angetriebenen Auto sprang und dann den Ferrari angetriebenen Wagen fuhr und meinte: 'verdammte Hölle!' Richtig oder falsch, das weiß ich nicht. Und ich will damit auch nicht den Finger auf Ferrari richten", meinte der Teamchef.

Er wollte vielmehr darauf hinweisen, dass es Wege zur Verbesserung der Aggregate gibt. "Es läuft so, dass man eine Blaupause des Motors macht, wenn man ihn erstmals einsetzt. Die wird an die FIA geschickt und dort archiviert. Wenn man dann zur Halbzeit [der Saison] Probleme mit den Kolbenringen hat und sehr viele gebrochen sind, dann kann man, unter Vorlage von Beweisen, sagen, dass man Probleme hat und die FIA wird einen den Kolbenring oder dieses und jenes ändern lassen", erklärte Williams. Und bei der Sportart des Teiltausches seien einige Teams eben mutiger als andere, fügte er an.

Manche Motoren sind besser als andere, aber so ist das Leben
Frank Williams

Deswegen wollte Williams auch niemandem unterstellen, dass er betrügen würde, sondern meinte nur, dass einige besser darin seien, die Regeln zu biegen als andere. "Und sie wissen besser, wann sie mit dem Biegen aufhören müssen, als es jene Leute tun, die gar nie davon träumen würden, überhaupt irgendwas zu versuchen." Deswegen sah Williams aus seiner Sicht auch keinen Grund, eine Beschwerde an die FIA zu richten. "Nicht den kleinsten Grund. Manche Motoren sind besser als andere, aber so ist das Leben."


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x