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Formel 1 - China GP - 7 Schlüsselfaktoren vor dem Rennen

Wenn es Nacht wird in Shanghai...

... wird Lewis Hamilton trotz Pole wohl zittern. Denn schon wieder ist ihm Sebastian Vettel auf den Fersen.
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1. - S wie Startaufstellung

Zweites Rennen, zweite Pole: Lewis Hamilton wird auch in China von Position eins losfahren. Mit einer Hammer-Zeit und neuem Streckenrekord in 1:31.678 Minuten setzte sich der Brite gegen den Ferrari von Sebastian Vettel (+0,186 Sek.) durch. "Ich habe dann von Run zu Run etwas mehr zugelegt. Ich habe mich stark gefühlt", sagte Hamilton am Samstag. "Wir sehen morgen, wie wichtig P2 ist", verspricht jedenfalls Vettel auch für China einen heißen Kampf um den Sieg.

Ich habe mich stark gefühlt.
Lewis Hamilton

In Startreihe zwei hoffen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen auf ihre große Chance zum Angriff. Hinter den hoch überlegenen Teams Ferrari und Mercedes komplettieren Daniel Ricciardo, Felipe Massa, ein ganz starker Nico Hülkenberg, Sergio Perez, Daniil Kvyat und Rookie Lance Stroll die Top-10.

2. - S wie Start

Beim zweiten Saisonrennen könnte eine der gravierenden sportlichen Regeländerungen für 2017 ihre Premiere feiern. Seit diesem Jahr gibt es auch auf nasser Strecke stehende Starts, allerdings drehen die Piloten zuvor so lange Runden hinter dem Safety Car, bis die Rennleitung befindet, dass die Verhältnisse eine Freigabe des Rennens zulassen.

Die Regel wurde für Überraschungsmomente gemacht. Als Fahrer magst du das nicht wirklich, denn es sollte nicht Zufall sein.
Sebastian Vettel

Wie viele Runden hinter Bernd Mayländer im Falle von Regen gedreht würden, ist unklar. "Das Problem ist, dass Bernd wie die Hölle pusht. Aber es ist immer noch recht langsam, sodass wir viel Reifentemperatur verlieren", ist Sebastian Vettel vor der möglichen Premiere skeptisch. "Die Regel wurde für Überraschungsmomente gemacht. Als Fahrer magst du das nicht wirklich, denn es sollte nicht Zufall sein."

3. - S wie Strecke

Der Shanghai International Circuit verfügt über einige Alleinstellungsmerkmale, die ihn von den anderen Strecken im Rennkalender abheben. Dazu zählt die mit 1,2 Kilometer längste Gerade der Saison ebenso wie die fahrerisch anspruchsvolle Schneckenkurve nach Start und Ziel. Die anfangs offene Kurve macht immer weiter zu, es geht fast 360 Grad durch die Rechtskurve, bis plötzlich ein extrem enger Linksknick kommt.

Die zwei DRS-Zonen sorgen in Shanghai auf dem Papier für ausreichend Überholmöglichkeiten, allerdings ist es schwierig in den langen Kurvenkombinationen am Vordermann dran zu bleiben, um sich in eine aussichtsreiche Position für einen Angriff zu bringen. An Platz mangelt es auf der von Hermann Tilke entworfenen Strecke jedoch nicht - der Shanghai International Circuit verfügt über die breiteste Fahrbahn im Kalender.

Der Shanghai International Circuit - Foto: Motorsport-Magazin.com

4. - S wie Statistik

Rein statistisch gesehen heißt der Favorit Lewis Hamilton. In den vergangenen sieben Jahren siegte der Brite in China vier Mal, zuletzt 2015, und fuhr weitere zwei Mal in die Top-3. Trotzdem wird er an die Strecke gemischte Erinnerungen haben. Schließlich versenkte er hier im Jahr 2007 seinen möglichen Titel im Kiesbett - im Regen wohlgemerkt. Alle seine Siege holte der Brite im Trockenen. Auch Sebastian Vettel hat eine gute Bilanz in China: 2009 feierte der Deutsche in Shanghai seinen ersten Sieg mit Red Bull, drei weitere Plätze am Podium folgten danach.

5. - S wie Strategie

Entscheidend für die Strategie ist natürlich das Wetter. Regnet es beziehungsweise herrschen Mischbedingungen vor, stehen die Kommandostände vor der schwierigen Aufgabe, je nach Situation richtig zu reagieren. Bleibt es hingegen trocken, rechnet Pirelli mit einer Ein-Stopp-Strategie, wie sie auch schon beim Saisonauftakt in Australien zum Einsatz kam. Der Start auf den superweichen Reifen und dann ein langer Stint auf Soft ist laut Mario Isola die optimale Herangehensweise, sofern es nicht regnet.

6. S wie Sonntagswetter

Nach den wechselhaften Verhältnissen am Freitag und dem trockenen Samstag bleibt abzuwarten wie sich der Himmel über Shanghai am Sonntag präsentiert. Glaubt man den Wetterprognosen so soll es am Vormittag regnen, jedoch am Nachmittag trocken bleiben. Allerdings können die Piloten einen Temperatursturz erwarten, nur 13 Grad - ganze zehn Grad kühler als noch am Samstag - sollen es am Sonntag werden.

Kommt morgen der Regen? - Foto: Sutton

7. - S wie Spannung

Nur 0,186 Sekunden trennten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel im Qualifying. Sollte Vettel ein guter Start gelingen, steht einem weiteren Duell wie in Melbourne nichts im Wege - und diesmal mit wesentlich besseren Überholmöglichkeiten! In Shanghai gibt es mehrere Möglichkeiten, den Gegner zu überrumpeln: Klassisch am Ende der langen Geraden, alternativ auch mit einem Bremsmanöver vor der Spitzkehre in Kurve 6. Oder man versucht es ganz raffiniert, sich den Gegner im Schneckenhaus zurechtzulegen. Wir freuen uns jedenfalls schon auf ein richtig spannendes Duell zwischen Silber und Rot.


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