Formel 1 - Abschluss der Testfahrten: Feuerwerk von Räikkönen

Fliegender Finne rollt später aus

Feuerwerk von Kimi Räikkönen zum Abschluss. Der Finne fuhr am letzten Testtag eine überlegene Bestzeit. Geprägt wurde der Tag von zahlreichen Rotphasen.
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Motorsport-Magazin.com - Das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss. So auch zum Abschluss der Wintertestfahrten der Formel 1 2017. Kimi Räikkönen nagelte eine 1:18.634 in den Asphalt des Circuit de Catalunya und lag damit nur noch drei Zehntel über dem absoluten Streckenrekord. Besonders beachtlich: Räikkönen fuhr die Zeit auf den Supersofts. Damit untermauerte Ferrari den Eindruck der letzten Tage, dass sie aktuell wohl mehr als nur eine latente Gefahr für Mercedes darstellen. Aber nicht alles lief bestens bei Ferrari. 90 Minuten vor Ende der Testfahrten rollte Räikkönen kurz vor der Schikane aus, konnte aber später noch einmal eingreifen.

Ein unschönes Déjà-vu erlebte McLaren. Die technischen Probleme setzten sich fort, Fernando Alonso musste heute gar exakt dieselben Probleme hinnehmen wie Stoffel Vandoorne am Tag zuvor. Und das, obwohl über Nacht fast alles umgebaut wurde. Die Ursache der Schwierigkeiten ist weiterhin unklar. Doch nicht nur McLaren sorgte für Unterbrechungen. Auch Haas-Pilot Romain Grosjean sorgte gleich für zwei rote Flaggen am Vormittag. Weitere rote Flaggen folgten.

Die Zeiten: Das nennt man wohl eine Ansage! Kimi Räikkönen stellte mit einer 1:18.634 die absolute Bestzeit der Testfahrten auf. Der Finne scheiterte dabei nur knapp am absoluten Streckenrekord von Felipe Massa aus dem Jahr 2008, ebenfalls bei Testfahrten aufgestellt. Damit distanzierte Räikkönen die Konkurrenz in Person von Max Verstappen am letzten Testtag um satte acht Zehntelsekunden. Es folgte ein Viererpaket innerhalb einer Zehntelsekunde, bestehend aus: Carlos Sainz, Valtteri Bottas, Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg.

Endstand des achten und letzten Testtages
Pos.FahrerTeamZeitRundenReifen
1.Kimi RäikkönenFerrari1:18.634111Supersoft
2.Max VerstappenRed Bull1:19.43871Supersoft
3.Carlos SainzToro Rosso1:19.837132Ultrasoft
4.Valtteri BottasMercedes1:19.84553Supersoft
5.Lewis HamiltonMercedes1:19.85054Ultrasoft
6.Nico HülkenbergRenault1:19.88545Ultrasoft
7.Sergio PerezForce India1:20.116128Ultrasoft
8.Jolyon PalmerRenault1:20.20543Ultrasoft
9.Lance StrollWilliams1:20.335132Soft
10.Romain GrosjeanHaas1:21.11076Ultrasoft
11.Fernando AlonsoMcLaren1:21.38943Ultrasoft
12.Marcus EricssonSauber1:21.67059Supersoft
13.Pascal WehrleinSauber1:23.52742Soft

Die Zwischenfälle: Am letzten Tag der Testfahrten kamen die roten Flaggen noch einmal inflationär zum Einsatz. Am Vormittag wechselten sich Fernando Alonso und Romain Grosjean mit ihren Problemen ab. Den Anfang machte am der Franzose, der sich nach einem Dreher im Kiesbett eingrub und sich ohne Hilfe nicht mehr befreien konnte. Es folgte ein doppeltes Problem am McLaren von Alonso, der wie bereits Stoffel Vandoorne am Tag zuvor gleich zweimal binnen kurzer ausrollte. Das Team sprach von einem "unregelmäßigen elektrischen Shutdown." Nachdem Alonso geborgen wurde, erwischte es kurz vor der Mittagspause auch nochmals Grosjean. Er rollte auf der Gegengerade aus.

Am Nachmittag erlebte die Session lange einen guten Fluss, erst Kimi Räikkönen sorgte etwa anderthalb Stunden vor Ende der Testfahrten erneut für eine Unterbrechung. Kurz nach Freigabe der Strecke rollte Carlos Sainz aus. Der Toro-Rosso-Pilot hatte bis dahin erstmals eine dreistellige Rundenzahl für das Team bei diesen Testfahrten erreicht.

Der Rundenkönig: Es war bis zur letzten Minute ein Dreikampf um den Titel des Rundenkönigs. Lance Stroll, der seine gute zweite Woche mit einem Marathon-Programm krönte, musste sich mit Sergio Perez und Carlos Sainz herumschlagen. Alle drei begaben sich gegen Ende der Session noch einmal auf die Strecke. Am Ende waren Stroll und Sainz beide 132 Runden lang unterwegs und sicherten sich damit beide den Platz an der Sonne.

Was sonst noch war: Traurige Nachrichten erreichten die Formel 1 am Nachmittag. Die Rennfahrer-Legende John Surtees ist im Alter von 83 Jahren verstorben. "Wir empfinden tiefe Trauer angesichts des Verlusts eines unglaublichen, gutmütigen sowie liebevollen Mannes. Doch wir feiern auch sein wundervolles Leben. Er hat ein einzigartiges Beispiel für jemanden abgeliefert, der sich selbst immer weiter vorangetrieben hat und immer bis zum Ende gekämpft hat", lautete ein Statement der Familie. Surtees ist bis heute der einzige Fahrer, der sowohl Formel-1-, als auch Motorrad-Weltmeister wurde.

Team für Team - Das Wichtigste auf einen Blick

Mercedes: Lewis Hamilton und Valtteri Bottas hielten sich am letzten Tag zurück und bewegten sich zeitenmäßig im Hintergrund.

Ferrari: Kimi Räikkönen setzte am Vormittag eine Fabelzeit und war auch danach problemlos unterwegs - ehe er 90 Minuten vor Ende der Session ausrollte.

Red Bull: Red Bull musste einen Rückschlag hinnehmen. Am Ende kam Max Verstappen nur auf 71 Runden. Ursächlich hierfür war ein Defekt am Turbo.

Williams: Lance Stroll fuhr erneut fehlerlos und knackte erstmals in den zwei Wochen die 100-Runden-Marke. Und nicht nur das: 132 Runden bedeuteten Tagesbestwert gemeinsam mit Carlos Sainz.

Force India: Gewohnt zuverlässig präsentierte sich das britisch-indische Team. Sergio Perez hielt sich in der Reihe der Rundenkönige auf.

Toro Rosso: War die erste Woche noch verhagelt, schloss Toro Rosso eine gute zweite Woche standesgemäß ab. Die Jungbullen wurden erstmals dreistellig bei den Runden. 50 Minuten vor Ende aber Probleme bei Carlos Sainz, er rollte aus. Dennoch wurde er am Ende zusammen mit Lance Stroll Rundenkönig.

McLaren: Der Test endete, wie er begann und verlief. Auch Fernando Alonso wurde gleich mehrfach von Problemen heimgesucht.

Haas: Romain Grosjean sorgte am Vormittag zweimal ungewollt für Aufmerksamkeit, als er zunächst im Kies landete, ehe er einige Zeit später ausrollte.

Renault: Nach seiner kurzfristigen Pause gestern kam Nico Hülkenberg wieder zum Einsatz. Die Franzosen spulten jedoch erneut deutlich weniger Runden ab, als die Konkurrenz.

Sauber: Gewohnte Arbeitsteilung bei Sauber. Am Vormittag drehte Marcus Ericsson seine Runden, nach der Pause übernahm Pascal Wehrlein. Keine Probleme bei den Schweizern.


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