Formel 1 - Die Rekorde der Regenrennen in der Formel 1

Brasilien 2016 schreibt sich in die Geschichtsbücher

Der Brasilien GP 2016 war eine Regenschlacht vom Feinsten. Motorsport-Magazin.com gibt einen Überblick über die krassesten Regenrennen.
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Motorsport-Magazin.com - Zwei Unterbrechungen, die Fahrzeit erreicht knapp zwei Stunden. Das war das Regenrennen in Interlagos in diesem Jahr. Es wurde zu einem wahren Krimi, den Lewis Hamilton für sich entschied. Doch welche Rekorde stellten die Regenrennen in der Formel-1-Geschichte so auf? Motorsport-Magazin.com hat recherchiert.

Das kürzeste Rennen: Australien 1991

Bei den Bedingungen konnten nicht einmal die besten Piloten ihre Boliden auf der Strecke halten - Foto: Sutton

Der Australien GP von 1991 ist das wohl kürzeste Rennen der Formel-1-Geschichte. Nur 14 Runden, also umgerechnet 53 Kilometer wurden in 25 Minuten absolviert. Danach war es selbst den besten Piloten der Welt nicht mehr möglich, die Boliden um den Kurs zu bewegen. Bereits in der fünften Runde gab es wegen des starken Regens und der schlechten Sicht den ersten Unfall zwischen den beiden Benetton-Teamkollegen. Bei einem Unfall von Mauricio Gugelmin in Runde 13 wurden sogar zwei Streckenposten verletzt, doch als sich dann auch Nigel Mansell und Gerhard Berger von der Strecke drehten, entschied sich die Rennleitung das Rennen abzubrechen.

Das längste Rennen: Kanada 2011

Dieser Regen zwang die Rennleitung zur Unterbrechung - Foto: Sutton

Über vier Stunden, genau gesagt vier Stunden, vier Minuten, 39 Sekunden und 537 Tausendstel dauerte das längste Rennen der Formel-1-Geschichte. Es war zugleich eines der ereignisreichsten. Das Rennen musste bereits hinter dem Safety-Car gestartet werden. Als das Rennen dann frei gegeben wurde, gab es kurz darauf zwei Unfälle und die nächste Safety-Car-Phase begann. In Runde 25 wurde das Rennen dann sogar für zwei Stunden unterbrochen. Nach einer absoluten Rekordzeit wurde das Rennen dann von Jenson Button gewonnen. In Folge des Kanada GP wurde dann die Regel eingeführt, dass ein F1-Rennen nicht mehr als vier Stunden gehen darf, sodass dieser Rekord wohl auf Ewig bestand haben wird.

Die meisten Runden hinter dem Safety-Car: Brasilien 2016

Das Safety-Car führte in Brasilien 2016 34 lang das Feld an - Foto: Sutton

Hier reiht sich der Brasilien GP in die Regenrekordliste ein. In drei Einsätzen absolvierte Bernd Mayländer 34 Runden im Safety-Car. Die Bedingungen waren teils so schlecht, dass die Rennleitung das Rennen zweimal abbrach. Besonders in der Bergaufpassage Richtung Start-Ziel gab es viele Bäche über den Kurs, die für Aquaplaning sorgten. In der Wertung der Führungsrunden hätte er damit beinahe mehr als der spätere Sieger Lewis Hamilton gehabt, zumindest wenn das Safety-Car zählen würde. Zwei Runden fehlten und er hätte mehr als die Hälfte der Renndistanz zurückgelegt.

Die meisten Safety-Car-Einsätze: Kanada 2011

2011 verließ das Safety-Car insgesamt sechs mal die Box - Foto: Sutton

Während des längsten Rennens der Geschichte gab es auch die meisten Runden hinter dem Safety-Car. Nachdem dieses bereits nach nur vier Runden das erste Mal in die Box abbog, musste das Safety-Car nach nur drei Runden bereits wieder raus. Fünf Runden später wurde das Feld erneut losgelassen, diesmal für sieben Runden, bevor das Feld erneut eingefangen werden musste. Es folgen, inklusive einer Unterbrechung 14 Runden hinter dem Safety-Car am Stück. Nebst und Restart nach der Unterbrechung kam das Safety-Car satte sechs Mal zum Einsatz. Immerhin der Zieleinlauf konnte ohne Safety-Car geschehen, denn sonst hätte es wohl einen anderen Sieger gegeben. Erst in der letzten Runde überholte Jenson Button Sebastian Vettel und feierte dabei einen grandiosen Erfolg, denn er war zwischenzeitlich überrundet gewesen.

Die längste Safety-Car-Phase: Japan 2007 und Brasilien 2016

Erst nach 19 Runden wurde das Rennen wirklich gestartet - Foto: Sutton

2007 fuhr die Formel 1 nach 30 Jahren Pause wieder in Fuji und wie wurde von schweren Regenfällen in Empfang genommen. Der Start musste hinter dem Safety-Car durchgeführt werden und es sollte bis zur 19. Runde dauern, bis die Piloten endlich das Rennen beginnen durften. Bis zum Brasilien GP war es das einzige Rennen mit 19 Runden Safety-Car-Phase am Stück. In Fuji gab es dabei allerdings keine Unterbrechungen, sondern das Feld fuhr die gesamten 19 Runden hinter Bernd Mayländer.

Die wenigsten Zielankünfte: Monaco 1996

Das Rennen begann bei sehr schwierigen Bedingungen, obwohl es nicht mehr regnete - Foto: Sutton

Auch für die wenigsten Zielankünfte der F1-Geschichte zeichnet sich der Regen verantwortlich. 1996 hatte vor dem Monaco GP stark geregnet, sodass vor dem Rennen sogar eine zusätzliche Vorbereitungssession abgehalten wurde, um sich auf die Bedingungen einzustellen. Dennoch war Jos Verstappen das Risiko eingegangen, auf Slicks zu starten und schied bereits in der ersten Kurve aus. Nach zahlreichen Aus- und Unfällen erreichten am Ende nur drei Piloten das Ziel. Olivier Panis, der damit den letzten Sieg für Ligier holen sollte, David Coulthard und Johnny Herbert. Vier weitere Fahrer, namentlich Heinz-Harald Frenzten, Mika Salo, Mika Häkkinen und Eddie Irvine, wurden aufgrund der absolvierten Renndistanz noch gewertet.

Größter Startunfall: Spa-Francorchamps 1998

Kaum ein Auto überstand diesen Unfall gänzlich ohne Schaden - Foto: Sutton

Satte 13 Boliden überstanden im belgischen Regen die erste Kurve nicht. Aber dafür wurde immerhin normal gestartet. Es war der größte Startunfall der bisherigen Formel-1-Geschichte. Ausgelöst wurde der Unfall durch David Coulthard, der sich nach einer Berührung in die Boxenmauer drehte und wieder mitten auf die Strecke rutschte. Die wenigsten Piloten konnten dem Schotten dabei ausweichen.

Die schwerwiegenste Entscheidung: Japan 1976

Lauda stellte seinen Boliden nach der zweiten Rennrunde ab und verschenkte den Titel - Foto: Sutton

Die folgenschwerste Entscheidung bei einem Regenrennen traf Niki Lauda 1976. Nach seinem schweren Unfall auf der Nordschleife war es ihm bei schweren Regenfällen in Fuji zu gefährlich. Im Fahrermeeting sprach er sich der Österreicher gegen einen Rennstart aus. Er wurde jedoch überstimmt und so entschied er sich, sein Rennen frühzeitig aufzugeben. Dabei befand er sich noch im Titelkampf gegen James Hunt. Der Brite fuhr aufs Podium und sicherte sich dadurch den Titel. Lauda konnte von der Boxenmauer nur zusehen, wie ihm sein Titel genommen wurde.


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