Formel 1 - Ferrari: Aussichtsloser Kampf gegen Red Bull?

Durchhalteparolen ermüden Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene

Ferrari kassierte in Malaysia die nächste Niederlage gegen Red Bull und lieferte dem Gegner obendrein eine wahre Steilvorlage. 'Game Over' für die Scuderia?
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Vier Rennen vor dem Finale der Formel-1-Saison 2016 liegt Ferrari mit 46 Punkten hinter Red Bull auf dem dritten Rang der Konstrukteurswertung. Im Qualifying schon hinter dem Erzrivalen zurück, lieferte Vettel mit seiner Selbstzerstörung inklusive Abschuss von Rosberg dem Gegner noch eine Steilvorlage für den späteren Doppelsieg. Ferrari glaubt trotzdem daran, das Ruder noch einmal herumreißen zu können.

Ich habe schon oft gesagt, warum. Ich will es nicht wiederholen.
Maurizio Arrivabene

"Es wird hart", prognostiziert Teamchef Maurizio Arrivabene einen schweren Kampf für sein Teams um den zweiten Platz in der Herstellerwertung. Seitdem Ferrari die Position in Hockenheim an Red Bull abgeben musste, hat die Mannschaft weitere 32 Punkte eingebüßt. In Monza konnte der Rückstand zwar kurzzeitig von 22 auf 11 Punkte verringert werden, doch seit dem Heimspiel verlor Ferrari 35 Zähler auf den Erzrivalen - 31 davon alleine in Malaysia.

Arrivabene gesteht, dass der neuerliche Rückschlag in Sepang durchaus entscheidend für den Ausgang im Kampf gegen Red Bull sein kann. "Wenn man Punkte verliert, verringern sich die Chancen", hält er fest. Dies soll allerdings kein frühzeitiges Eingeständnis für eine Niederlage sein: "Das bedeutet nicht, dass wir aufgeben. Wir sind hier, um zu kämpfen. Das ist unser Job."

Weshalb Ferrari selbst auf den Strecken hinterherhinkt, auf denen sie letztes Jahr noch siegreich waren, konnten viele Fans nur schwer begreifen. Arrivabene selbst wird langsam müde von den Erklärungen und Rechtfertigungen. "Ich habe schon oft gesagt, warum. Ich will es nicht wiederholen."

Red Bull: Suzuka spricht für unser Auto

Bei den in dieser Saison noch ausstehenden fünf Rennen konnte Ferrari vergangenes Jahr 96 zu Red Bulls 38 Punkten holten. Dass diese Werte im Jahr 2016 nicht mehr von großer Bedeutung sind, zeigte Malaysia deutlich. Dementsprechend reist Red Bull mit stolz geschwellter Brust nach Suzuka - obwohl das Team dort im vergangenen Jahr punktelos blieb.

"Wir freuen uns darauf. Es ist eine Strecke, die unseren Stärken entgegenkommen sollte", so Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der Malaysia auch als ein Indiz für das Kräfteverhältnis auf der japanischen Achterbahn sieht: "Wir waren in Sepang das gesamte Wochenende über in Sektor 2 schnell. Daher freuen wir uns auf die Sektoren 1 und 2 in Suzuka."

Räikkönen lobt Handling und rügt Performance

Das Fahrverhalten des Autos ist wirklich nicht schlecht.
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen landete in Malaysia zum dritten Mal in Folge auf dem undankbaren vierten Platz. "Wir arbeiten, pushen, verbessern und kämpfen jedes Rennen", bekräftigt Räikkönen den unermüdlichen Einsatz seines Teams. Der Finne kann seinem Dienstfahrzeug trotz der enttäuschenden Resultate erstaunlicherweise etwas Positives abgewinnen: "Das Fahrverhalten des Autos ist wirklich nicht schlecht."

In Sachen Performance sieht der Weltmeister von 2007 allerdings einiges an Nachholbedarf: "Wir brauchen mehr Grip und mehr Leistung, um schnellere Rundenzeiten zu fahren. Wir müssen einfach nur auf jeder Runde etwas schneller sein, um gegen die anderen zu kämpfen." Auf der anderen Seite mahnt er auch dazu, mit einer realistischen Erwartungshaltung in die Rennen zu gehen: "Wenn wir uns das Qualifying anschauen, waren wir schon nicht so schnell wie Mercedes. Da ist es schwierig zu erwarten, dass wir sie im Rennen auf einmal schlagen werden."

Red Bull sitzt immer noch im gleichen Boot

Red Bull sieht sich für Suzuka in einer guten Position - Foto: Sutton

Bei der immer noch laufenden Weiterentwicklung des SF16-H durchleuchten die Ferrari-Ingenieure sämtliche Aspekte des Boliden. "Es gibt nicht nur ein oder zwei Bereiche, die ein großes Problem sind und die dafür verantwortlich sind, dass wir nicht so schnell sind wie die anderen. Wir versuchen, uns in allen Bereichen permanent zu verbessern", so Räikkönen.

Der Finne betont auch, dass die stetige Weiterentwicklung nicht mit einer Erfolgsgarantie gleichzusetzen ist und Red Bull und Co. diesbezüglich im gleichen Boot wie Ferrari sitzen: "Es ist natürlich nicht so einfach, diese Dinge zu finden. Wenn dem so wäre, würden alle so schnell wie Mercedes sein."


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