Formel 1 - Team für Team - Malaysia GP: Rennen

Red Bull nutzt Mercedes-Pech perfekt aus

Red Bull hat das Pech der Silberpfeile perfekt ausgenutzt und in Malaysia einen deutlichen Doppelsieg eingefahren.
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Red Bull: Unerwarteter Doppelsieg

Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Daniel Ricciardo P4 P1 1:37.449 2 1
Max Verstappen P3 P2 1:37.376 3 1

  • Statistik: 1. Doppelsieg seit Brasilien 2013
  • Besonderheiten: Keine Teamorder im Rennen
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Max Verstappen: "Das Duell mit Daniel während des Rennens war großartig und hat enorm Spaß gemacht"
  • Daniel Ricciardo: "Ich bin absolut überwältigt! Es war eine lange Zeit zwischen den Drinks vergangen."

Red Bull ist beim Malaysia GP der große Nutznießer des doppelten Pechs bei Silber. In der ersten Runde wurde Nico Rosberg von Sebastian Vettel aus dem Kampf um den Sieg genommen, dann streikte 40 Runden später die Antriebseinheit bei Lewis Hamilton. Doch der Doppelsieg war zu dem Zeitpunkt noch lang nicht sicher, denn Max Verstappen und Daniel Ricciardo kämpften erbittert um den Sieg, den der Australier am Ende knapp erringen konnte.

Mercedes: Rosberg mit Schadensbegrenzung

Bei Hamilton verabschiedete sich der Motor - Foto: Sutton
Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Nico Rosberg P2 P3 1:36.424 3 1
Lewis Hamilton P1 - 1:38.595 1 1

  • Statistik: 2. Hamilton-Ausfall der Saison, 11. Podium 2016 für Rosberg
  • Besonderheiten: Dreher von Rosberg nach Kollision beim Start
  • Techn. Probleme: Motorschaden bei Hamilton
  • Strafen: 10 Sekunden Zeitstrafe für Rosberg (Kollision gegen Räikkönen)
  • Lewis Hamilton: "Ich auf der Geraden einfach urplötzlich Leistung verloren. Ich konnte hören, dass etwas explodiert ist und dann musste ich anhalten."
  • Nico Rosberg: "Nach der ersten Kurve sah es recht düster für mich aus. Ich dachte, dass mein Rennen vorbei wäre."

Der vorzeitige Konstrukteurstitel sollte in Malaysia, beim Heimrennen des Hauptsponsors der Silberpfeile, einfach nicht sein. Erst wurde Nico Rosberg in der ersten Kurve ohne jegliche Schuld gedreht, konnte das Rennen aber fortsetzen und startete eine furiose Aufholjagd. Lewis Hamilton kontrollierte das Geschehen an der Spitze, doch in Runde 41 verabschiedete sich der Motor des Briten, der nur noch mit ansehen konnte, wie sein Titelrivale Rosberg ungehindert und trotz einer Strafe wegen eines harten Überholmanövers gegen Kimi Räikkönen, aufs Podium fuhr.

Ferrari: Räikkönen verpasst das Podium

Nach nicht einmal einer Runde war für Vettel das Rennen vorbei - Foto: Sutton
Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Kimi Räikkönen P6 P4 1:37.466 3 2
Sebastian Vettel P5 - - 0 6

  • Statistik: 4. Ausfall des Jahres für Vettel
  • Besonderheiten: Vettel verursacht Startkollision mit Rosberg
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: 3 Strafplätze in Japan für Vettel
  • Kimi Räikkönen: "Platz vier ist nicht das Resultat, das wir wollten, aber heute war nicht mehr drin."
  • Sebastian Vettel: "Ich habe mein Bestes auf der Bremse getan, aber ich konnte die Kollision nicht verhindern."

Für die Scuderia verlief der Start selbst gut. Sebastian Vettel kam direkt an Daniel Ricciardo vorbei und konnte sogar Max Verstappen angreifen. Doch dabei schoss er ein wenig über das Ziel hinaus und drehte Nico Rosberg, der das Rennen aber fortsetzen konnte. Bei der Kollision brach bei ihm jedoch die Radaufhängung, sodass für den Heppenheimer bereits in der ersten Runde Feierabend war. Kimi Räikkönen fuhr hingegen ein relativ unauffälliges Rennen und lag bis kurz vor Schluss sogar auf einem Podestplatz, bis Nico Rosberg genug Vorsprung rausgefahren hatte, um auch nach seiner Strafe vor dem Finnen zu liegen.

Williams: Massa mit viel Pech in Malaysia

Bottas fuhr mit einer perfekt ausgeführten Ein-Stopp-Strategie auf Platz fünf - Foto: Sutton
Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Valtteri Bottas P11 P5 1:39.199 1 1
Felipe Massa Box P13 1:39.920 3 2

  • Statistik: 12. Punkteplatzierung für Bottas in 2016
  • Besonderheiten: Zusätzlicher Stopp nach Reifenschaden bei Massa
  • Techn. Probleme: Gaspedalprobleme vor dem Start bei Massa
  • Strafen: -
  • Valtteri Bottas: "Wir haben alles herausgeholt, was möglich war."
  • Felipe Massa: "Wenn es nicht dein Tag ist, ist es nicht dein Tag."

Nach einer enttäuschenden Qualifikation begann das Rennen nicht besser. Schon beim Start der Einführungsrunde kam Felipe Massa nicht weg, weil sein Gaspedal nicht reagierte. Die Folge: Er musste aus der Box nachstarten. Nach einer Runde kam er zum ersten Reifenwechsel rein, musste aber kurze Zeit später erneut seine Crew aufsuchen, da sein erster Satz der harten Reifen einen schleichenden Plattfuß hatte. Für den Brasilianer war das Rennen damit vorbei. Valtteri Bottas hingegen blieb lange mit seinem Startreifensatz draußen und nutzte aus, dass er mit frischen Pneus ins Rennen gehen durfte. Mit einem einzigen Boxenstopp fuhr der Finne bis zum Ende und beendete das Rennen auf Platz fünf.

Force India: Vierter Platz verteidigt

Hülkenberg brachte seinen achten Startplatz ins Ziel - Foto: Sutton
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Sergio Perez P7 P6 1:39.328 2 2
Nico Hülkenberg P8 P8 1:37.793 3 2

  • Statistik: Zum 8. Mal beide Fahrer in diesem Jahr in den Punkten
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Sergio Perez: "Die Umstände haben heute gegen uns gespielt und mehr zugunsten der anderen."
  • Nico Hülkenberg: "Angesichts der Umstände war es ein brauchbares Rennen"

Zwar war Williams durch die grandiose Strategieleistung bei Valtteri Bottas das stärkere Team in Malaysia, doch da, anders als bei Williams, beide Force-India-Piloten das Ziel in den Punkterängen erreichten, reichte dies aus, um den Vorsprung in der Konstrukteurswertung im Kampf um Platz vier sogar noch auszubauen. Das Rennen selbst verlief relativ unauffällig. Immerhin scheint die Zuverlässigkeit das Team weiterhin nicht im Stich zu lassen.

McLaren: Beide Fahrer in den Top-Ten

Alonso zeigte erneut eine starke Aufholjagd - Foto: Sutton
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Fernando Alonso P22 P7 1:38.291 3 1
Jenson Button P9 P9 1:38.740 2 3

  • Statistik: Zum 3. Mal beide Fahrer in den Punkten
  • Besonderheiten: Alonso 15 Plätze gutgemacht
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: 45 Startplätze für Alonso
  • Jenson Button: "In den letzten Rennen ist das Glück nicht auf meiner Seite."
  • Fernando Alonso: "Nach den Strafen an diesem Wochenende brauchten wir Glück - und das haben wir bekommen!"

McLaren findet langsam wirklich zu einer guten Form. Besonders erstaunlich war die Aufholjagd von Fernando Alonso. Der musste nach einem Motorwechsel wieder von ganz hinten starten und räumte das Feld von dort auf. Am Ende lag der Spanier sogar vor seinem Teamkollegen Jenson Button auf dem siebten Platz. Es ist für die beiden ehemaligen F1-Weltmeister aber erst das dritte Mal in dieser Saison, dass sie beide das Ziel in den Punkten erreichen.

Renault: Erster Punkt für Palmer

Palmer darf seinen ersten WM-Punkt in der Formel 1 feiern - Foto: Sutton
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Jolyon Palmer P19 P10 1:39.350 1 2
Kevin Magnussen P14 - 1:43.379 2 -

  • Statistik: 1. WM-Punkt für Palmer
  • Besonderheiten: Leichter Schaden nach Kollision in Kurve 1
  • Techn. Probleme: Bremsprobleme bei Magnussen
  • Strafen: -
  • Jolyon Palmer: "Punktesammler: Das fühlt sich echt gut an!"
  • Kevin Magnussen: "Ich war die Füllung im Sandwich, als jeder am Start auf den Unfall reagierte."

Das Rennen lief für die beiden Renault-Piloten ziemlich unterschiedlich. Während für Kevin Magnussen mit der besseren Startposition das Rennen bereits frühzeitig vorbei war, kämpfte sich Jolyon Palmer mit einer soliden Leistung nach vorne und kam mit nur einem Reifenwechsel bis auf den zehnten Platz, mit dem er sich seinen ersten Punkt in der Formel 1 sicherte. Magnussen hatte aber auch schon vor seinem Bremsproblem keine optimale Pace mehr, nachdem Daniil Kvyat ihm in der ersten Kurve ins Heck gefahren war und dabei sein Auto beschädigt hatte.

Toro Rosso: Keine Punkte in Malaysia

Sainz Jr. kam nur wenige Sekunden hinter den Punkteplätzen ins Ziel. - Foto: Sutton
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Carlos Sainz Jr. P16 P11 1:39.243 2 3
Daniil Kvyat P14 P15 1:39.798 3 4

  • Statistik: Zum sechsten Mal in diesem Jahr keine Punkte
  • Besonderheiten: Kvyat in Kurve 1 Magnussen hinten aufgefahren
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Carlos Sainz Jr.: "Wir sind nicht in die Punkte gekommen, weil wir nicht die Pace hatten - nicht, weil wir es nicht versucht haben."
  • Daniil Kvyat: "Leider war mein Rennen nach einem Kontakt in der ersten Runde zerstört."

Die Rennen der beiden Toro-Rosso-Piloten verliefen sehr unterschiedlich. Während sich Carlos Sainz Jr. mit Geduld und konstanten Rundenzeiten langsam Richtung Spitze bewegte, war für Daniil Kvyat das Rennen nach der ersten Kurve beinahe schon wieder vorbei. Im Startgetümmel fuhr der Russe Kevin Magnussen ins Heck und beschädigte sich dabei sein Auto. Das kostete Pace, die ihm am Ende auf seinen Teamkollegen fehlte. Doch auch mit einem schadensfreien Auto waren Punkte knapp nicht drin. Um gut drei Sekunden verpasste Sainz Jr. den letzten Punkt, den sich Jolyon Palmer schnappte.

Sauber: Punkte nicht weit entfernt

Ericsson war im Sauber in Punktenähe - Foto: Sutton
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Marcus Ericsson P17 P12 1:39.781 2 2
Felipe Nasr P18 - 1:40.490 2 4

  • Statistik: Beste Platzierung des Jahres eingestellt mit Platz 12 (5 Mal)
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: Probleme mit dem Break-by-Wire bei Nasr
  • Strafen: -
  • Felipe Nasr: "Unglücklicherweise traten Schwierigkeiten mit dem "brake-by-wire"-System auf, woraufhin ich das Rennen leider aufgeben musste."
  • Marcus Ericsson: "Ich hatte einen ganz guten Start, konnte einige Plätze gutmachen und hatte auch das Tempo, um während der gesamten Renndistanz mit meinen unmittelbaren Konkurrenten mitzuhalten."

Sauber ist mit der Leistung des Autos zufrieden, auch wenn das Rennen nicht ohne Probleme vonstatten ging. Felipe Nasr musste seinen Boliden deutlich vor dem Rennende abstellen, weil es Probleme mit dem Break-by-Wire-System gab und es zu gefährlich gewesen wäre, das Rennen fortzusetzen. Derweil zeigte Marcus Ericsson, dass der Sauber zuletzt einige Fortschritte gemacht hat. Mit einer gut ausgeführten Zwei-Stopp-Strategie landete der Schwede auf dem zwölften Rang, keine 15 Sekunden hinter dem letzten Punkterang.

Manor: Fehlende Pace in der Hitze

Ocon fuhr bei beiden Stopps in der Box zu schnell - Foto: Sutton
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Pascal Wehrlein P21 P15 1:39.653 3 3
Esteban Ocon P20 P16 1:41.467 2 4

  • Statistik: 10. Ausfallfreies Rennen der Saison
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: Probleme mit dem Pit-Limiter bei Ocon
  • Strafen: Zwei 5-Sekunden-Strafen für Ocon wegen Überschreitung der Boxengassengeschwindigkeit
  • Pascal Wehrlein: "Die erste Runde war echt gut, aber uns fehlte die Pace um zu kämpfen"
  • Esteban Ocon: "Auf dem harten Reifen hatten wir ein paar Probleme"

Manor fehlte beim Malaysia GP auf dem Sepang International Circuit einfach die Pace für ein besseres Ergebnis. Pascal Wehrlein und Esteban Ocon gaben ihr Bestes und versuchten mit unterschiedlichen Strategien die Konkurrenz unter Druck zu setzen, doch der Rückstand war einfach zu groß. Im Rennen selbst kämpfte Ocon auch noch mit einem nicht funktionierenden Pit-Limiter. Bei beiden seiner Boxenstopps war der Franzose zu schnell, was ihm gleich zwei Strafen wegen Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit in der Box einbrachte.

Haas F1: Doppelausfall in Kuala Lumpur

Gutierrez musste nach seinem Ausfall per Roller in die Boxengasse gebracht werden - Foto: Sutton
Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Esteban Gutierrez P13 - 1:41.775 3 3
Romain Grosjean P12 - 1:42.142 0 -

  • Statistik: Erster Doppelausfall für Haas
  • Besonderheiten: Gutierrez erste mit Reifenschaden, dann mit Reifenverlust
  • Techn. Probleme: Bremsausfall bei Grosjean
  • Strafen: 5000 Euro für unsafe Release
  • Romain Grosjean: "Bisher wissen wir nicht, wie es zum Bremsausfall kam"
  • Esteban Gutierrez: "Ich hatte einen fantastischen Start, dann aber einen Reifenschaden durch Kevin Magnussen"

Für Haas F1 war das Formel-1-Rennen in Kuala Lumpur eines zum Vergessen. Bereits in Runde sieben gab es am Auto von Romain Grosjean beim Anbremsen plötzlich einen Schaden, sodass der französische F1-Pilot seinen Boliden nicht mehr kontrollieren konnte und ins Kies abflog. Das Debakel war dann perfekt, als bei Esteban Gutierrez in Runde 39, kurz nach seinem Boxenstopp, plötzlich das linke Vorderrad abging und der Mexikaner mit einem Dreirad den Weg zum Notausgang finden musste.

Rundenprotokolle der Fahrer und Teams

Durch eine fehlerfreie Leistung was das Rennen und die Technik betraf, hat sich Force India beim Rennen in Malaysia das Fleißkärtchen für die meisten Runden verdient. Mit 298 Umläufen auf dem Sepang International Circuit spulte das Team über 1650 Kilometer ab, ohne ein einziges technisches Problem zu haben. Dabei teilten sich Nico Hülkenberg und Sergio Perez die Runden fast gleichmäßig. 150 Runden absolvierte der Deutsche, zwei Runden weniger sein mexikanischer Teamkollege.


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