Formel 1 - Endlich! Monza vor Vertrags-Verlängerung

Verkündung wohl beim Italien GP

Nach langem Hin und Her bleibt Monza wohl auch in den nächsten Jahren Austragungsort der Formel 1 beim Italien GP. Es war ein beschwerlicher Weg.
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Motorsport-Magazin.com - Monza bleibt offenbar auch in den nächsten Jahren der Austragungsort des Italien GP der Formel 1. Nach Informationen italienischer Medien werden sich Vertreter des Automobilclubs ACI, dem die Strecke gehört, und Bernie Ecclestone am Wochenende zur Vertragsunterzeichnung treffen. Dadurch könnte der Deal verkündet werden, während die Königsklasse auf dem Traditionskurs zu Gast ist.

Demnach sagte der Formel-1-Boss zu Autosport: "Ich wäre überrascht, wenn wir zu keiner Vereinbarung kämen." Der ACI-Vorsitzende Angelo Sticchi Damiani bestätigte: "Wir haben uns geeinigt." Laut Gazzetta dello Sport zahlen die Veranstalter 68 Millionen Euro für drei Jahre. Bei einer Pressekonferenz in Monza am Mittwoch erklärte Sticchi Damiani nun, warum es so lange bis zu einer Einigung gedauert hat: "Der neue Vertrag kostet uns 17 Millionen Dollar mehr als der bestehende. Das konnten wir nicht alleine schaffen. Ecclestone war geduldig. Ein Zeichen dafür, dass Monza wichtig ist, auch für ihn." Zur relativ geringen Laufzeit sagte er: "Wenn das System funktioniert, dann wird eine weitere Verlängerung kein Problem sein."

Die Zukunft von Monza in der Formel 1 scheint nun endlich gesichert - die Tifosi atmen auf. Sollte es so kommen, dann war es ein beschwerlicher Weg bis zu diesem Deal. Lange Zeit blieb unklar, ob und wenn ja wo ab 2017 ein Italien GP stattfindet. Seit einer Gesetzesänderung 2014, die Monza viel Geld kostete, war das Rennen gefährdet. Motorsport-Magazin.com rollt die Entwicklung der letzten Monate auf.

Es sieht so aus, als fahre die F1 auch 2017 ihren Italien GP in Monza - Foto: Sutton

Im Dezember 2015 gab es zunächst gute Nachrichten für Monza, das bislang nur noch für die aktuelle Saison einen Vertrag hatte: Das italienische Parlament hatte änderte sogenannte Stabilitätsgesetz, wodurch das Autodromo Nazionale mit einer größeren finanziellen Unterstützung durch den Staat rechnen konnte. Entsprechend optimistisch äußerte sich im Januar dieses Jahres Sticchi Damiani: "Heute stehen wir kurz davor, den Vertrag mit Bernie Ecclestone zu unterzeichnen, um den Formel-1-Grand-Prix weitere sieben Jahre austragen zu können."

Doch zunächst kam ein neuer Kontrakt nicht zustande. Offenbar gab es Unstimmigkeiten mit Behörden in der Region Lombardei, zu der Monza zählt. Aufgrund dessen macht man sich in Imola, wo bis 2006 der Große Preis von San Marino stattfand, Hoffnungen, den Italien GP zu übernehmen. Uberto Selvatico Estense, Chef des dortigen Autodromo Enzo e Dino Ferrari, führte Gespräche mit Ecclestone. Dieser ließ öffentlich wissen, sich einen Wechsel der Strecke vorstellen zu können.

Wir haben versucht, etwas zu machen. Aber es sind Italiener... Das regelt sich dann wahrscheinlich am Donnerstag vor dem Rennen...
Bernie Ecclestone

Im Mai 2016 äußerte sich der Brite dann spöttisch über die anhaltenden Diskussionen, wer das Rennen denn nun austragen dürfe. Auf die Frage, warum es noch keine Entscheidung gebe, wo 2017 gefahren wird, antwortete Ecclestone: "Wir haben versucht, etwas zu machen. Aber es sind Italiener... Das regelt sich dann wahrscheinlich am Donnerstag vor dem Rennen..."

Italien GP in Imola statt Monza?

Im Juli bestätigte Ecclestone, dass es bereits einen Vertrag zwischen den Imola-Betreibern und der Formel 1 gebe, dem der ACI aber noch zustimmen müsse. Doch dort argumentierte man, ausschließlich Monza unterstützen zu dürfen. Die Veranstalter aus Imola drohten daraufhin mit Klage, um ihre Strecke als zukünftigen Austragungsort durchzusetzen. Fast gleichzeitig gab es allerdings Entwarnung, was die Hindernisse für den Monza-Deal angeht. "Wir haben die Probleme mit den Behörden der Region Lombardei sowie den Städten Mailand und Monza gelöst", verkündete Sticchi Damiani.

Italien GP: Vorschau mit Nico Hülkenberg: (01:23 Min.)

Pierlorenzo Zanchi, Präsident des Monza-Promoters SIAS, äußerte sich in dieser Woche zuversichtlich, dass die juristischen Anstrengungen der Imola-Befürworter keinen Erfolg haben: "Ich würde gerne einen Richter sehen, der dieses Risiko auf sich nimmt, zwei Tage, bevor der Vertrag unterzeichnet wird."


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