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Formel 1 - Parabolica: Von kastriert bis gute Entscheidung

Das sagen die Fahrer

Die asphaltierte Auslaufzone der Parabolica-Kurve lässt die Emotionen hochgehen. Motorsport-Magazin.com begab sich in Monza auf Stimmenfang.
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Motorsport-Magazin.com - Bisher galt: Wer sich in Monza bei der Anfahrt zur Parabolica-Kurve verbremst, landet im Kiesbett. Seit dieser Saison müssen sich die Piloten davor jedoch nicht mehr fürchten, denn die Auslaufzone der legendären Kurve wurde asphaltiert - aus Sicherheitsgründen. Während nahezu alle Fans der Änderung negativ gegenüberstehen, herrscht im Fahrerlager geteilte Stimmung vor. Motorsport-Magazin.com hörte sich um.

Felipe Massa:
Viele haben sich wegen dem Asphalt beklagt, aber ich sehe da keine große Veränderung für uns Fahrer. Durch die asphaltierte Auslaufzone ändert sich nicht die Linie, die man wählt oder unsere Fahrweise, die Änderungen sind ja alle außerhalb der Kurve. Aus Sicherheitsgründen finde ich das gut, ich verstehe die Kritik nicht.

Aus Sicherheitsgründen finde ich das gut, ich verstehe die Kritik nicht
Felipe Massa

Nico Hülkenberg:
Der Nervenkitzel geht verloren. Es war immer eine Schlüsselkurve. Eine gute Runde, die bis dahin super war, konnte man in der Vergangenheit einfach wegwerfen, denn es war super schwer, mit den Autos mit dem kleinen Heckflügel durch die Kurve zu fahren, die mit 170 oder 180 km/h ging. Es war immer ein Ritt auf der Rasierklinge und eine kleine Mutprobe. Man hat sie dadurch, dass jetzt Asphalt liegt, kastriert. Wir werden jetzt vermutlich einige Diskussionen über Tracklimits haben.

Romain Grosjean:
Ich denke, die Parabolica war eine der Kurven, wo man vorher schon mal die Bremse angetippt hat, um sicher zu sein, dass sie heiß ist, denn man wusste, dass der Kies da ist und wenn man einen Fehler macht, man in der Mauer landen kann. Man bremst sehr spät und nimmt viel Geschwindigkeit mit und es macht die Entscheidung auf den letzten drei Metern ein wenig einfacher. Es ist immer noch eine sehr schwierige Kurve, aber wenn man weit rauskommt, ist es nicht mehr so schlimm wie früher. Man verliert das Gefühl, dass man, wenn man den Bremspunkt verpasst, gleich raus ist, was wir von Stadtkursen kennen. Aber wenn man zu weit rauskommt, ist man froh darüber.

Es war immer ein Ritt auf der Rasierklinge und eine kleine Mutprobe. Man hat sie dadurch, dass jetzt Asphalt liegt, kastriert
Nico Hülkenberg

Sebastian Vettel:
Es ist ein bisschen schade, als Fahrer bin ich immer gerne auf dieses Kiesbett zugefahren. Man wusste, dass man es genau treffen muss, denn hier wird man sehr dafür bestraft. Natürlich werden jetzt auch noch Fehler bestraft, aber am Ausgang war es immer so ein Tanz auf Messers Schneide, gerade noch auf dem Kurs zu bleiben und den ganzen Speed wieder mit auf die Gerade hinaus mitzunehmen. Wenn man es falsch erwischt hat, ist man direkt auf Wiese gekommen und gleich rausgezogen. Es gab auch immer wieder Unfälle, das fällt jetzt weg. Toll für Sicherheit, aber Kribbeln fehlt ein bisschen.

Kimi Räikkönen:
Es ändert nicht viel, außer wir bekommen Probleme, weil mit vier Rädern über die weiße Linie kommen und einen Vorteil gewinnen. Es ist wie auf jeder Strecke - drum herum wird Asphalt verlegt.

Kevin Magnussen:
Ich denke nicht, dass die Strecke wegen des Kiesbetts unsicherer ist, aber es ist weiterhin ein unglaublicher Kurs und ich werde es genießen, hier zu fahren.

Diese Szenen gehören der Vergangenheit an - Foto: Sutton

Lewis Hamilton:
Die FIA ist sich über die Bedeutung der Sicherheit sehr bewusst, aber ich bin Old-School und würde die Strecken gerne so wie in den 90ern sehen - ohne Asphalt.

Nico Rosberg:
Es war eine der gefährlicheren Kurven, die wir im Kalender haben. Die Dinge werden dadurch definitiv viel sicherer, deshalb ist es die richtige Entscheidung.

Ich bin Old-School und würde die Strecken gerne so wie in den 90ern sehen - ohne Asphalt
Lewis Hamilton

Jenson Button:
Ich verstehe den Sinn dahinter, die Sicherheit und die Auslaufzonen, es ist eine tolle Idee. Ich habe mir den Ausgang noch nicht angesehen, aber gehört, dort liegt noch immer Kunstrasen. Man darf mit den Reifen nicht auf den Kunstrasen kommen, wenn man mit so hoher Geschwindigkeit unterwegs ist, denn dann wird man in die Streckenbegrenzung geschleudert. Ich bin mir sicher, es ist nicht einfacher als zuvor.

Sergio Perez:
Ich bin nicht glücklich, weil die Gesundheit des Fahrers in der Parabolica nie gefährdet war. Wenn man einen Fahrfehler gemacht hat, ist man im Kiesbett stecken geblieben, was eine gute Sache war. Die Parabolica in Monza war legendär - es ist schade. Ich sehe keinen Grund, warum sie es geändert haben. Das einzige was sich ändert, ist das Selbstvertrauen, mit dem man auf die Kurve zufährt. Wenn man in der Vergangenheit einen Fehler gemacht hat, wusste man, dass das Kiesbett auf einen wartet, jetzt hat man mehr Platz und kann sich einen Fehler leisten, ohne zu viel zu verlieren.

Valtteri Bottas:
Ich denke wirklich, im Vorjahr war die Herausforderung größer. Am Ausgang waren die Reifen auf der weißen Linie und man wusste, ein paar Zentimeter mehr und man kommt von der Strecke ab. Jetzt spielt es keine Rolle mehr, man muss einfach nur mehr zwei Reifen auf der Strecke halten, das ist es."


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