Formel 1 - Ricciardo meldet WM-Ansprüche an

Es ist noch lange nicht gelaufen!

Daniel Ricciardo sieht sich nach seinem zweiten Sieg in Serie als Titelanwärter 2014.
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Motorsport-Magazin.com - Zum dritten Mal in diesem Jahr hatten die Silberpfeile in einem Rennen Probleme, zum dritten Mal staubte Daniel Ricciardo den Sieg ab. In der Weltmeisterschaft rückte er mit seinem zweiten Grand-Prix-Erfolg in Serie den Mercedes-Piloten, vor allem dem ausgeschiedenen Lewis Hamilton, wieder näher. Mit noch sieben zu fahrenden Rennen beträgt der Rückstand Ricciardos auf Hamilton nur noch 36 Punkte, auf Nico Rosberg fehlen ihm 64 Zähler.

Kein Wunder, dass der Australier, der beim Saisonauftakt in seiner Heimat aufgrund eines defekten Fuel-Flow-Meters disqualifiziert wurde und so weitere 18 WM-Punkte verlor, nun die Gelegenheit beim Schopfe packen und aus dem Mercedes-internen Titelduell einen Dreikampf machen will: "Es sind noch einige Rennen zu fahren. So lange noch eine mathematische Möglichkeit besteht, werden wir weiterkämpfen." Ob er glaubt, im letzten Rennen in Abu-Dhabi, bei dem ja doppelte Punkte ausgeschüttet werden, noch eine Titelchance zu haben? "Wenn ich mit 50 Punkten Rückstand oder weniger nach Abu Dhabi komme, dann ja."

Den Belgien-GP führte Ricciardo im Stil eines Champions an - Foto: Sutton

Vor allem die Tatsache, dass ihm dieser dritte Saisonerfolg in Spa-Francorchamps gelungen war, gab Ricciardo Auftrieb. Auf der schnellen Ardennen-Achterbahn mit ihren langen Vollgaspassagen hatten die traditionell Topspeed-schwachen Red Bull in der Vergangenheit meist zu kämpfen. "Ich blicke positiv in die Zukunft, wenn wir sogar hier die maximalen Punkte holen können. Den Mercedes hier Punkte abzunehmen ist schön. Das gibt uns viel Hoffnung für die Rennen, die im Laufe der Saison noch kommen. Wir sind im Moment alle hochmotiviert und es war ein wirklicher guter Tag für uns auf einer Strecke, auf der wir nicht mit einem Sieg gerechnet hätten", freute sich der Newcomer im Weltmeisterteam von Red Bull Racing.

Wichtig für uns ist jetzt, dass wir auf den Strecken, die uns liegen, unsere Chancen nutzen.
Daniel Ricciardo

Den kommenden Grand Prix von Italien sieht Ricciardo noch als ein letztes härteres Rennen für sich und sein Team, bevor Kurse folgen, die dem RB10 wie auf den Leib geschneidert sind: "Mir ist klar, dass es in Monza erneut schwierig werden wird, aber unser Package hier war schon ziemlich stark. Wir werden versuchen, etwas davon nach Italien mitzunehmen. Singapur und Suzuka sollten dann ziemlich gut sein für uns. Wichtig für uns ist jetzt, dass wir auf den Strecken, die uns liegen, unsere Chancen nutzen. Wenn wir in ein paar dieser Rennen Siege einfahren, dann ist es sicher noch lange nicht gelaufen!"

Villeneuve macht Ricciardo keine Hoffnungen

Einer der weiß, wie man Weltmeister wird, räumt dem Strahlemann der Formel 1 hingegen kaum Chancen auf den Titel ein. Jacques Villeneuve, Champion von 1997, rechnet im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com mit einem Einbruch: "Er fährt die ganze Zeit über den Erwartungen. An irgendeinem Punkt hört das auf. Das kann man nicht für immer durchziehen. Eine kleine Chance hat er natürlich, wenn die beiden Mercedes-Piloten bei jedem Rennen am Start miteinander kollidieren. Aber dann muss gleichzeitig immer Ricciardo vorne sein und nicht auch einen Unfall am Start haben. Und in dem Moment, in dem er sich denkt: Oh, ich könnte die Weltmeisterschaft gewinnen, dann könnten auch die Fehler kommen. Und dann wird er auch das Lachen nicht mehr behalten."

Villeneuve sieht in weiteren Mercedes-Kollisionen Ricciardos einzige Chance - Foto: Sutton

Auch wenn Villeneuve Ricciardo in seiner ersten Red-Bull-Saison noch keine Weltmeisterschaft zutraut, ist er dennoch voller Lob für den Shootingstar dieses Jahres. "Er ist hier einfach wie ein Weltmeister gefahren. Er war schnell, intelligent und war das ganze Rennen über konzentriert: Großartig, bewundernswert! Und was wir in dieser Saison auch noch gesehen haben: Er kann wirklich gut überholen. Er überlegt, bereitet es vor und vollendet es dann auch. Er hat wirklich einen Schritt gemacht und ist menschlich noch der Gleiche geblieben", streute Villeneuve dem erst 25-jährigen Mann aus Down Under Rosen.


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