Formel 1 - Chester: Motor macht im Mittelfeld den Unterschied

Fahrer leiden unter Diffusor-Verbot

Nick Chester sieht zwar mehr die neuen Power Units als die Aerodynamik im Fokus, doch das Verbot des angeblasenen Diffusors hatte ebenfalls große Auswirkungen.
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Motorsport-Magazin.com - Nick Chester, Lotus' Technischer Direktor, zieht nach der ersten Saisonhälfte Bilanz und betont, dass die Probleme bei Lotus nicht allein mit der neuen Power Unit zu tun haben. Allerdings räumt er ein, dass zu V8-Zeiten die Motoren ähnlicher waren und sich nur um etwa 20 PS unterschieden. "Das ist jetzt viel größer - man kann das an den Ergebnissen ablesen", meint Chester im Interview mit der offiziellen Webseite der Formel 1.

Im Mittelfeld macht die Power Unit einen ziemlich großen Unterschied.
Nick Chester

"Dieses Jahr geht es mehr um die Power Unit als um die Aerodynamik, während in der Vergangenheit die Aerodynamik leicht vorne lag", erläuterte er den Schwerpunktwechsel in der Königsklasse. "Von der Spitze bis zum Ende des Feldes liegt das Defizit vielleicht mehr an der Aerodynamik als an der Power Unit, aber im Mittelfeld macht die Power Unit einen ziemlich großen Unterschied."

Heck klebt nicht mehr

In puncto Aerodynamik steht bei Lotus das Thema Abtrieb im Fokus. Lotus leidet dabei wohl mehr als manch anderer unter dem Verbot des angeblasenen Diffusors, denn Chester bedauert, dass es keinen Weg gibt, den Effekt auf andere Weise zu erzeugen. "Alles, was man tun kann, ist überall Abtrieb zu erzeugen - und das ist einfach nur normale Entwicklung." Man habe nie genug Abtrieb und wolle immer mehr. "Aber es hat sich auf ein ziemlich vernünftiges Level verbessert."

Das Verbot des angeblasenen Diffusors hat nicht nur für die Aerodynamiker, sondern auch für die Fahrer deutliche Konsequenzen. "Viele Fahrer beschweren sich dieses Jahr über die Traktion. Ich denke, dass das zum Teil am Drehmoment liegt und zum Teil daran, dass die Autos keinen angeblasenen Diffusor mehr haben. Das macht es für die Fahrer schwieriger. Das Heck klebt am Kurvenausgang nicht so fest und es ist schwerer zu fahren", erläutert Chester.

Neue Nase schon 2014?

Lotus geht in Sachen Aerodynamik 2014 einen eigenen Weg. Für die Doppelnase, die an diverse Tiere oder aber eine Stimmgabel erinnert, musste das Team viel Häme einstecken. 2015 wird es das gewagte, aber legale Konzept nicht mehr geben. Aufgrund des neuen Reglements in Bezug auf die Nasen wäre es sehr schwer, es beizubehalten, erklärt Chester. "Wenn man es so weit hätte, dass es legal ist, dann würde es nicht mehr funktionieren", zeigt er auf. Chester geht allerdings nicht davon aus, dass für Lotus die neuen Regeln ein Nachteil sind. "Es ist eigentlich leichter, eine konventionelle, tiefe Nase zu entwerfen, denn auf diese Weise ist es einfacher, den Crashtest zu bestehen."

Dass Lotus die neue Nase schon 2014 einsetzt, hält Chester für wenig sinnvoll, da sie laut den Ergebnissen im Windkanal davon ausgehen können, dass der E22 an Abtrieb verlieren würde. Dennoch besteht die Möglichkeit, im Freitagstraining einen ersten Versuch zu wagen, um Informationen für 2015 zu sammeln.


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