Formel 1 - Großbritannien GP im Rückblick: Christians Lehren

Der arme kleine Brasilianer

Mit den Testtagen waren wir mehr als eine Woche auf der Insel. Irgendwann ist es auch genug. Endlich wieder auf der richtigen Seite Autofahren...
von

Lehre Nummer 1: #Nevergiveup

Man kann sich die Hashtags vorstellen - Foto: Hamilton/Twitter

Dieser Hamilton ist schon einer: Die habe Saison scheint der Brite damit beschäftig zu sein, abwechselnd Bilder von seinem Hund und Statusupdates mit kryptischen Hashtags zu twittern und wenn es dann draufankommt, dann ist Formel-1-Lewis doch nicht Twitter-Lewis. Twitter-Lewis hätte in der letzten Qualifying-Runde sicher nicht aufgegeben - Formel-1-Lewis schon. Auch wenn er am Ende das Rennen gewonnen hat, der Fehler hätte sich noch böse rächen können. Die Rollen dürften jetzt endgültig klar verteilt sein: Rosberg, das denkende Arbeitstier, Hamilton das Vollgastier. Wir haben übrigens nicht aufgegeben und sind trotz der unendlich langen Staus hier immer weiter Richtung Strecke gefahren.

Lehre Nummer 2: Ende mit Heimrennen?

Warum sollte Deutschland für Rosberg ein Heimrennen sein? - Foto: Mercedes

Die beliebteste Vokabel eines Formel-1-Pressesprechers ist sicherlich Heimrennen. Mercedes feiert fünf davon: Malaysia (wegen Petronas), Monaco (weil Rosberg dort aufgewachsen), Österreich (weil Niki und Toto), England (weil Brackley, Brixworth und Hamilton) und natürlich Deutschland (weil Mercedes und Rosberg). "Rosberg, Deutschland?", fragte sich Lewis Hamilton und spielte scherzhaft auf die finnischen Wurzeln seines Teamkollegen an. Ein kleiner Scherz, der Boulevardmedien dazu veranlasste, nicht über die anstehenden Testtage zu schreiben, sondern über Rosberg, ob er denn überhaupt ein Deutscher ist. Die Meinung eines österreichischen Kollegen: "Ich kann mir keinen deutscheren vorstellen als Rosberg." Dabei belassen wir es.

Lehre Nummer 3: Vorsicht Kreisverkehr!

Von den Kreisverkehren gibt es in England jede Menge - Foto: Sutton

Ja, die Briten sind schon ein eigenes Volks. Kaum auf der Insel angekommen, steht man im Großraum London nicht nur unendlich lange im Stau, nein man steht auch noch auf der falschen Seite im Stau. Eigentlich gelingt die Umstellung ganz schnell - wenn man den nur konzentriert ist. Leicht vom Handy abgelenkt, empfiehlt es sich nicht in einen Kreisverkehr einzufahren. Davon kann nicht nur der Autor dieser Zeilen ein Lied singen, einem gewissen Motorsport-Magazin.com-Kolumnisten soll es ähnlich ergangen sein.

Lehre Nummer 4: Williams feiert - nur Massa nicht

Vermutlich hätte selbst Bottas gegen Brasilien getroffen - Foto: Sutton

Das Wochenende sollte für Williams ein besonderes werden. Es war der 200. Grand Prix von Felipe Massa, ein neues - übrigens sehr schickes - Motorhome war erstmals im Einsatz und nebenbei war es natürlich ein Heimrennen. Während Valtteri Bottas das ganze mit Platz zwei im Rennen krönte, lief es für Felipe Massa - gelinde ausgedrückt - richtig scheiße. Schwerer Unfall im Training, im Qualifying im ersten Segment ausgeschieden, im Rennen nach nur wenigen Metern der nächste schwere Unfall. Und am Dienstag musste der Fußball-Fan auch noch tatenlos dabei zusehen, wie Deutschland Brasilien mit 7:1 aus dem Turnier fegte.

Lehre Nummer 5: Wenn's sch... läuft, läuft's sch...

Für Sauber einmal mehr ein Wochenende zum Vergessen - Foto: Sutton

England ist ohnehin schon nicht unbedingt das billigste Pflaster. Für Sauber kam es aber knüppeldicke. Eigentlich kann das Team derzeit ja nur auf chaotische Bedingungen hoffen, unter normalen Umständen fährt der C33 hinterher. Doch Esteban Gutierrez und Adrian Sutil sorgten dafür, dass die chaotischen Wetterverhältnisse ein weiteres Loch in die Sauber-Kasse rissen. Abflug Sutil, Doppel-Crash Gutierrez. Doch das war noch nicht genug: Am letzten Testtag versenkte auch noch Giedo van der Garde den Sauber ordentlich in der Leitplanke. Wie drückte es ein großer deutscher Poet* einst so schön aus: "Wenn's scheiße läuft, läuft's scheiße."

*An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich tatsächlich nicht um einen Poeten, sondern um einen Fußballspieler handelt, auch als Titan bekannt.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x