Formel 1 - Pleiten, Pech und Pannen bei Williams

Technik, Fahrfehler und fliegende Teile

Bei Williams lief am Freitag in Silverstone nichts zusammen. Das Team erwischte einen rabenschwarzen Tag, geht aber dennoch voller Optimismus in den Samstag.
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Motorsport-Magazin.com - Auf den Höhenflug folgt der tiefe Fall - so zumindest bei Williams. Nach Doppelerfolg im Spielberg-Qualifying und dem ersten Podest der Saison durch Valtteri Bottas tappte Williams am Freitag in Silverstone von Problem-Fettnäpfchen zu Problem-Fettnäpfchen. Von einem heftigen Unfall, über ein Ölleck bis hin zu fliegenden Teilen - Williams ließ nichts aus.

Das war ein ereignisreicher Tag.
Rob Smedley

"Das war ein ereignisreicher Tag", sorgte Performance-Chef Rob Smedley für die Untertreibung des Tages. Da beide Autos im ersten Training lediglich sieben Runden abspulten, mussten die geplanten Aerodynamik-Tests zunächst hinten angestellt werden und am Nachmittag hieß es Vollgas.

Susie Wolff war nach ihrem frühen Aus enttäuscht - Foto: Sutton

Wolff und die Technik

Susie Wolff hatte in Silverstone ihre große Chance - für vier Runden. "Es waren nur eineinhalb fliegende Runden, aber diese Dinge passieren", schilderte Wolff zu ihrem Motorproblem am Williams. Überraschend kam der Ausfall der Power Unit allerdings nicht, da die Lebensdauer des Motors schon weit fortgeschritten war. "Wir hatten alle Mitleid mit ihr, da sie gerade unser Morgenprogramm begann", erklärte auch Smedley dennoch.

Massa dreht sich ins Aus

Vom Helden zum Dreher-König. Felipe Massa schaffte gerade einmal drei Runden mehr als seine Kollegin - einen technischen Defekt konnte der Brasilianer bei seinem Abflug im ersten Freien Training aber nicht vorschieben. "Der Morgen war sicherlich nicht der beste, da ich ein Rad auf das künstliche Gras brachte - das wars", erklärte Massa kurz und bündig. Mit kaputter Nase, abgerissener Aufhängung und zahlreicher weiterer Blessuren musste Massa seinen Williams abstellen und kam somit nicht über Platz 17 und eine Zeit von 1:39.461 Minuten hinaus.

Felipe Massas Bolide war nicht mehr fahrtauglich - Foto: Sutton

Damit hieß es bei Williams: Arbeit mit Vollgas, denn beide FW36 standen an der Box und mussten zum zweiten Training wieder repariert werden. "Beide Crews hatten alle Hände voll zu tun, um die Autos für das zweite Freie Training wieder auf die Strecke zu bekommen", erklärte Smedley. Durch die großen Schäden am Massas Boliden hatte Williams über die Mittagspause aber einen Wettlauf gegen die Zeit vor sich, der mit Einschränkungen knapp gelang. "Ich verlor auch Zeit im zweiten Training und kämpfte mit der Balance - aber wir machten Fortschritte", sagte Massa. Klar ist: Der Brasilianer hängt hinter dem Zeitplan und steht am Samstag vor einem Berg Arbeit. "Wir haben eine Menge vor uns, um das Setup für morgen richtig hinzubekommen - und das Wetter könnte es uns zudem schwierig machen."

Bottas mit fliegenden Teilen

Im ersten Training zum Zusehen verdammt, wollte Valtteri Bottas am Nachmittag in Silverstone richtig Gas geben. Insgesamt spulte der Finne 33 Runden ab und landete auf dem siebten Rang. Kurz vor Ende sorgte der Williams-Pilot aber für einen der spektakulärsten Momente des Trainings, als sich auf der Hangar-Straight ohne Vorwarnung die Motorabdeckung seines Williams löste und in Fetzen davonflog.

Es wird jetzt untersucht, damit wir sicherstellen können, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.
Valtteri Bottas

"Es wird jetzt untersucht, damit wir sicherstellen können, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert", sagte Bottas, der keine Erklärung für den Zwischenfall parat hatte. "Ich weiß es nicht. Wir müssen sehen, aber es ging wirklich einfach ab."

Schlechte Generalprobe, gute Premiere?

In der Hoffnung, dass sein Motor für den Rest des Wochenendes abgedeckt bleibt, blickte Bottas optimistisch auf die kommenden Tage. "Das war nicht schlecht für nur eine Session", freute sich der Finne. Gerade Silverstone sei ein schwieriger Ort, um das Auto richtig anzustimmen, die kniffligen Bedingungen und der starke Wind hätten ihr Übriges beigetragen. Auch die Konkurrenz darf nicht unterschätzt werden. "Es sieht so aus, als ob Ferrari und Red Bull ein bisschen näher als in Österreich dran sind, daher wird es wirklich eng werden", warnte Bottas.


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