Formel 1 - Fehlende Show? Das sagen die Fahrer

Unwort: Dominanz

Das große Thema hinter den Kulissen: Der Formel 1 soll es an Show mangeln. Langeweile in der Königsklasse? Das sagen die Fahrer zum aktuellen Streitthema.
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Motorsport-Magazin.com - Showtime in der Formel 1! Oder auch nicht. Das aktuell beliebteste Streitthema in den Fahrerlagern dieser Welt: Der Unterhaltungswert der Königsklasse unter dem neuen Reglement. Was früher Sebastian Vettel, ist nun Mercedes - ein Team dominiert die F1, der Rest fährt hinterher. Grund genug für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der mit seiner Scuderia auch nur das Nachsehen hat, zum Umdenken anzuregen. Kernpunkt: Wie kann die Formel 1 für eine bessere Show sorgen?

Das interessiert nicht nur die Entscheider, sondern auch die Fahrer. Etwa Sergio Perez, der beide Seiten der Medaille kennt. In der vergangenen Saison fuhr er für das gut betuchte McLaren, dieses Jahr muss er sich mit Force India durchs Feld kämpfen. Dass Geld nicht immer alles ist, bewies der britische Rennstall zwar mit einer katastrophalen Saisonleistung 2013, doch unterm Strich stehen die finanzstarken Teams am Ende vorn. Der Rest darf unter ferner liefen mitmachen.

In Kanada mangelte es nicht an Show-Einlagen - Foto: Sutton

Und täglich grüßt die Dominanz

"Fast jedes Jahr gewinnt ein Team die meisten Rennen", so Perez in der Pressekonferenz kurz vor dem Österreich Grand Prix. "Das ist für die Fans, aber auch für die Fahrer, relativ langweilig. Es gibt vieles, das man machen könnte, um die Kosten zu reduzieren und den kleineren Teams die Möglichkeit zu geben, stärker zu sein. Es ist schon sehr schwierig, mit den Großen mitzuhalten."

Es läuft alles nicht so wirklich gut, wenn ein Team so stark dominiert wie Mercedes.
Fernando Alonso

Fernando Alonso fährt zwar für ein 'großes Team' - der Erfolg hält sich allerdings in Grenzen. Dass das dem Spanier nicht schmeckt, ist kein Geheimnis. "Es läuft alles nicht so wirklich gut, wenn ein Team so stark dominiert wie Mercedes", meinte Alonso. "Die Zuschauer wollen mehr Action, das macht die Formel 1 aus. Wir hoffen, dass es so weitergeht wie in Kanada, das war eine bessere Show." Ob Alonso auch so urteilen würde, wenn Ferrari den Ton in der Formel 1 angeben würde, bleibt offen...

Ferrari fährt Mercedes seit Saisonbeginn hinterher - Foto: Sutton

Wo will die Formel 1 hin?

Red Bull fährt Mercedes auch hinterher, hat aber zumindest den Anschluss gefunden. Die Dominanz der Silberpfeile bewertete Sebastian Vettel so: "Wenn man ein, zwei Teams hat, die die Regeln besser verstehen - und das ist dieses Jahr so - dann ist das normal."

Man muss eine Formel schaffen, die den Fahrern des nötigen Raum liefert, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können.
Sebastian Vettel

In Sachen Show hänge es laut Vettel davon ab, welchen Weg die Formel 1 einschlagen wolle. "Einerseits war die Formel 1 immer der Höhepunkt des Motorsports und der Technologie", sagte der Red-Bull-Star. "Man will aber auch sicherstellen, dass der schnellste Fahrer gewinnt. Man muss eine Formel schaffen, die den Fahrern des nötigen Raum liefert, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können. Im Moment passiert viel und vieles ist neu. Ein paar Sachen werden jetzt von außen gesteuert und nicht mehr vom Fahrer selbst..."

Spektakel der anderen Art am Ende des Feldes - Foto: Sutton

Unterschiede sind zu groß

Für Max Chilton sind das Luxusprobleme, der Brite fährt mit Marussia grundsätzlich heillos hinterher. Das wohl kleinste aller Formel-1-Teams findet seit Jahren nicht den Anschluss ans restliche Feld und fordert immer wieder eine Kostenbremse - ansonsten dürfte sich am Status quo nur wenig ändern. "Wir müssen bei den Kosten effizienter werden, damit die kleinen Teams besser an die Großen herankommen", sagte Chilton. "Die Unterschiede sind derzeit viel zu groß. Die Technik entwickelt sich immer weiter. Jeder investiert viel und gibt viel Geld dabei aus."

Dass in der Formel 1 aber nicht alles schlecht ist, bewiesen in dieser Saison einige Rennen, darunter das vergangene in Kanada. Mercedes-Dominanz zeitweise durchbrochen, tolle Duelle und Crashes - Montreal bot den Fans sicherlich beste Unterhaltung. "Es gibt viel Luft nach oben, aber Kanada hat gezeigt, wie aufregend es sein kann", meinte Caterham-Youngster Marcus Ericsson. "Es gibt tolle Rennen und starke Zweikämpfe, aber man kann immer etwas besser machen."


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