Formel 1 - Kanada GP - Die Fahreranalyse

Ein abgebrühter Jungspund

Nicht viele Fahrer behielten im heißen Kanada-Grand-Prix kühlen Kopf. Daniel Ricciardo war einer von ihnen.
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Motorsport-Magazin.com - In Montreal bekommen die Zuseher für ihr Geld noch ordentlich etwas geboten. Der Grand Prix von Kanada hatte alles, was ein gutes Formel-1-Rennen. Zweikämpfe, Dramen und einen überraschenden Sieger. Nur wenige Piloten blieben im turbulenten Rennen ohne Fehler. Die 22 Piloten in der Einzelkritik von Motorsport-Magazin.com.

Daniel Ricciardo: Was für ein Rennen für den Australier! Nur von Startplatz sechs aus und somit drei Plätze hinter Teamkollege Daniel Ricciardo ging er in den Grand Prix. Umringt von Mercedes-, Williams- und Force-India-Piloten schien für die topspeedschwachen Red Bull beinahe unmöglich. Doch im Laufe des Rennens arbeitete sich Ricciardo an den Williams-Fahrern und Vettel vorbei, wartete dann geduldig auf seine Chance. Zuerst schnappte er sich den mit Bremsproblemen strauchelnden Sergio Perez und schließlich auch noch den ebenfalls mit technischen Schwierigkeiten kämpfenden Nico Rosberg. Der erste Grand Prix Sieg für Ricciardo, der zwar von Defekten der Konkurrenz profitierte, aber dennoch ein fehlerfreies Rennen im Stile eines großen Champions fuhr.

Note: 1

Am Start war die Welt für Rosberg noch in Ordnung

Nico Rosberg: Der WM-Leader wurde in Montreal von seinem Silberpfeil geschlagen. Probleme mit dem kinetischen Energierückgewinnungssystem sorgten für mangelnden Vortrieb, so war Rosberg in der Schlussphase für Ricciardo leichte Beute. Am Start setzte er sich mit einem knallharten aber nicht unfairen Manöver gegen Lewis Hamilton durch, lediglich ein Abkürzer in der letzten Schikane gibt seinem Rennen einen etwas faden Beigeschmack.

Note: 2

Sebastian Vettel: Ein frustrierendes Rennen für den Weltmeister. Die Strategie seines Teams lief nicht ideal für ihn, Vettel hing lange hinter Perez und Ricciardo fest. Mehr als Rang drei war für den Weltmeister so nicht drinnen, auch wenn er sich selbst nichts vorzuwerfen hat.

Note: 2

Jenson Button: Auch so kann man ein Spitzenergebnis einfahren. Das gesamte Rennen war Button, der von Startplatz neun aus in den Grand Prix gegangen war, praktisch nicht zu sehen und im Mittelfeld untergetaucht, am Ende sah er dennoch als Vierter die Zielflagge, nachdem er in der letzten Runde noch Alonso und Hülkenberg kassierte. In so einem turbulenten Rennen kann eben auch eine solide Leistung für ein gutes Ergebnis reichen.

Note: 2

Nico Hülkenberg wurde guter Fünfter - Foto: Sutton

Nico Hülkenberg: Wie Button direkt vor ihm fuhr auch Nico Hülkenberg ein geduldiges Rennen. Oft hing er im Verkehr fest, obwohl er ein schnelleres Tempo gehen hätte können. Durch die zahlreichen Ausfälle in der Schlussphase holte sich der Force-Indian-Pilot mit Rang fünf erneut eine Menge Punkte für die Gesamtwertung.

Note: 2

Fernando Alonso: Erneut ein Rennen im Niemandsland für Fernando Alonso. Gegen die auf den Geraden superschnellen Mercedes-befeuerten Autos und auch gegen Red Bull hatte der Spanier erneut keine Chance. Bottas konnte er in der Schlussphase noch hinter sich lassen, doch gegen Button und Hülkenberg zog er den Kürzeren.

Note: 3

Valtteri Bottas: Der Finne fuhr im Williams ein beherztes und lange Zeit starkes Rennen, ließ sich dann aber hinter Teamkollege Massa zurückfallen, fuhr sich wenige Runden vor Ende auch noch einen Bremsplatten ein und musste so Alonso noch ziehen lassen. So reichte es zu Rang sieben.

Note: 3

Jean-Eric Vergne: Von Startposition acht ins Rennen gegangen, auf Rang acht ins Ziel gekommen. Das sagt alles über den Sonntag von Jean-Eric Vergne aus, der ein Rennen der Marke unspektakulär aber in Ordnung lieferte.

Note: 3

Kevin Magnussen: Der zweite McLaren-Pilot konnte sich ebenso wie Teamkollege Jenson Button im Rennen verbessern, auch wenn seine Aufholjagd etwas bescheidener ausfiel. Von P12 am Start ging es auf Rang neun in die Punkte nach vorne - ein weiteres kleines Erfolgserlebnis für den Rookie.

Note: 3

Kimi Räikkönen: Der Iceman machte seine im unterlegenen Ferrari ohnehin schon geringen Chancen auf ein gutes Resultat mit einem unnötigen Dreher endgültig zunichte. Hatte nach dem ersten Boxenstopp auch Pech und hängte im Verkehr fest. Ein Rennen zum Vergessen für Räikkönen, erneut gab es nur einen Punkt.

Note: 4

Sergio Perez: Im Kanada-Grand-Prix hätte die große Stunde von Sergio Perez schlagen können. Lange Zeit lag er auf dem zweiten Platz, machte Druck auf den führenden Nico Rosberg. Der erste mexikanische Formel-1-Erfolg seit 1970 lag in der Luft. In der Schlussphase fiel Perez mit Bremsproblemen zurück, Platz fünf wäre ihm aber allemal sicher gewesen. In der letzten Runde verschuldete er jedoch eine Kollision mit Felipe Massa, schied aus und erhielt auch noch eine Strafrückversetzung von fünf Plätzen für den Österreich-Grand-Prix. Viel Licht, am Ende aber leider Schatten beim Force-India-Piloten.

Note: 2

Sergio Perez musste einen heftigen Einschlag hinnehmen - Foto: Sutton

Felipe Massa: Die Kollision zwischen Massa und Sergio Perez war der Aufreger des Kanada-Grand-Prix. Der Brasilianer wurde zwar von jeder Schuld freigesprochen, der mögliche vierte Platz ist aber dennoch weg. Vor allem in der Schlussphase zog Massa mit frischen Reifen das Tempo ordentlich an. Ein starkes Rennen des Routiniers, auch wenn es am Ende dafür keinen Lohn gab.

Note: 2

Adrian Sutil: Obwohl elf Piloten gar nicht ins Ziel kamen, reichte es für Adrian Sutil nur zu Rang 13. Eine weitere enttäuschende Vorstellung von ihm. Es müsste aktuell wohl schon ein Wunder geschehen, um den Deutschen in den Punkterängen wiederzufinden, die Hauptschuld hierfür ist aber wohl eher beim Auto als bei ihm zu suchen.

Note: 4

Esteban Gutierrez: Für ihn gilt ähnliches wie für Adrian Sutil. Im katastrophal schwachen Sauber einmal mehr chancenlos, musste er sein Arbeitsgerät in der vorletzten Runde auch noch an der Box parken.

Note: 4

Romain Grosjean: Bei Romain Grosjean schlug wieder einmal der Defektteufel zu, dieses Mal löste sich nach 59 Runden der Heckflügel auf. Große Sprünge hätte der große Aufsteiger aber wohl auch so nicht gemacht.

Note: 4

Daniil Kvyat: Das war nichts vom jungen Russen. Dreher bereits in Runde eins und auch im Anschluss ging es ihn für ihn nicht nach vorne. Der Defekt in der zweiten Rennhälfte passte da gut ins Bild.

Note: 5

Lewis Hamilton musste zum zweiten Mal 2014 ein Rennen vorzeitig beenden - Foto: Sutton

Lewis Hamilton: Null Punkte für den WM-Anwärter in Montreal, doch vorzuwerfen hat sich Hamiltons nichts. Erwischte einen guten Start, steckte aber gegen Rosberg zurück anstatt eine Kollision zu riskieren. Sebastian Vettel, hinter den er zwischenzeitlich zurückgefallen war, kassierte er bald und machte anschließend Jagd auf Rosberg. Er machte den stärkeren Eindruck der beiden Mercedes-Piloten, doch ein Bremsdefekt beendete sein Rennen nach 46 Runden.

Note: 1

Kamui Kobayashi: Fiel mit einer gebrochenen Radaufhängung unverschuldet aus, hätte sonst wohl als Letzter die Zielflagge gesehen. Kobayashi fuhr ein unauffälliges Rennen am Ende des Feldes.

Note: 4

Pastor Maldonado: Auch Pastor Maldonado im zweiten Lotus musste seinen Wagen vorzeitig abstellen, bei ihm streikte einmal mehr die Power Unit. Von den Punkterängen war er aber erneut meilenweit entfernt.

Note: 5

Marcus Ericsson wirbelte in Montreal eine Menge Staub auf - Foto: Sutton

Marcus Ericsson: Das Rennen des Schweden dauerte überhaupt nur sieben Runden, dann gab auch seine Power Unit den Geist auf. Sinnbildlich für das verkorkste Wochenende des Caterham-Teams.

Note: -

Max Chilton: Der Dauerläufer der Formel 1 musste seinen ersten Ausfall in der Königsklasse hinnehmen. Nach 25 Zielankünften in Folge dauerte sein Rennen dieses Mal nur wenige Kurven. Er verlor die Kontrolle über sein Auto und riss seinen Marussia-Teamkollegen Jules Bianchi gleich mit ins Verderben.

Note: -

Jules Bianchi: Zuletzt in Monaco war Jules Bianchi mit Rang neun noch der große Held, dieses Mal gab es für ihn nach der Kollision mit Max Chilton und dem folgenden harten Einschlag nichts zu lachen.

Note: -


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