Formel 1 - Zuschauerschwund: Kein Handlungsbedarf

Ecclestone: Social Media ist #Neuland und kurzlebig

Die Formel 1 hat mit sinkenden TV-Quoten zu kämpfen. Für Bernie Ecclestone ist das kein Grund zum Umdenken.
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Motorsport-Magazin.com - Dass die Formel 1 in diesem Jahr anders sein würde, davon ging vor der Saison bereits jeder aus. Anders ja, aber schlechter? Nach den ersten sechs Rennen unter dem neuen Turbo-Reglement gibt es zwei Lager. Einige finden die neue Formel 1 aufregender, andere können ihr - vor allem wegen der Lautstärke - gar nichts abgewinnen. Die Zuschauer scheinen eher zu letzterer Gruppe zu gehören.

Ich glaube, der aktuelle Trend ist sehr kurzlebig, weil diese Social-Media-Leute realisieren werden, dass es nicht so gut ist, wie sie dachten.
Bernie Ecclestone

Denn die TV-Sender im Kernmarkt Europa haben in diesem Jahr mit stark sinkenden Quoten zu kämpfen. Der Einbruch ist teils dramatisch. Doch bei Bernie Ecclestone scheint das nicht wirklich anzukommen: "Das ist schon wichtig, aber wenn man sagt, dass sie fallen, dann ändern sie sich. Aber ich glaube, der aktuelle Trend ist sehr kurzlebig, weil diese Social-Media-Leute realisieren werden, dass es nicht so gut ist, wie sie dachten."

"Wir hatten bereits in den letzten beiden Jahren einen Abfall der Zuschauerzahlen. Das bedeutet, dass die Fans vielleicht nicht mögen, was die Formel 1 aktuell im Vergleich zur Vergangenheit ist", kritisierte Alain Prost bereits in Monaco. "Es ist uns nicht gelungen, junges Publikum zu gewinnen", so der Professor weiter.

Junges Publikum: Scheinbar ein schwieriges Wort für die Formel 1. Mit Social Media tut sich die Formel 1 seit jeher schwer, selbst die offizielle Website der Königsklasse war lange Zeit gelinde gesagt kein Aushängeschild. Saison-Pässe für Web-Streams? Fehlanzeige. Ändern will Ecclestone abe trotzdem nichts. "Nein, wir sind ein Unternehmen. Wenn man Leute findet, die uns dafür bezahlen, dann bin ich glücklich."

Stirbt das klassische TV aus? - Foto: Sutton

Einige TV-Sender bieten bereits ihr klassisches TV-Programm auf mobilen Endgeräten an. Laut Paul Hembery ein erfolgreiches Modell: "Wir haben einige Studien, die besagen, dass sehr viel mehr auf dem iPad geschaut wird. Das ist ein Weg, den viele Leute gehen und die ganze Welt ändert sich, nicht nur die F1."

Wo liegt das Problem?

Doch wieso sinkt das Interesse an der Formel 1 wirklich? Ist es die Art und Weise, wie sie den Zuschauern näher gebracht wird? Oder ist es der Sport selbst, der seine Faszination verliert? Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner sieht die Problematik jedenfalls nicht auf der Seite des Sports.

"Ich weiß wirklich nicht, wo das Faszinations-Problem liegt", so Danner. "Ich habe meinen Eindruck und die öffentliche Wahrnehmung ist offensichtlich eine andere. Was ich sehe, ist toll. Oder bin ich schon betriebsblind?"


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