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Formel 1 - Monaco GP: Die 8 Antworten zum Rennen

Dreck im Auge und erste Punkte

Das Rennen in Monaco war für mehrere Akteure ein ganz besonderer Grand Prix. Motorsport-Magazin liefert die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Klassiker.
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Wieso fiel Lewis Hamilton am Ende zurück?

Lewis Hamilton verfolgte seinen Teamkollegen und den späteren Rennsieger Nico Rosberg auf Schritt und Tritt, der Rückstand betrug selten mehr als eine Sekunde. Als Hamilton im letzten Viertel des Rennens langsamer wurde und der Abstand plötzlich mehr als fünf Sekunden betrug, fragte auch das Team nach: "Lewis, was ist bei dir los?"

Die Antwort gab es postwendend: "Ich habe etwas im linken Auge und kann nicht mehr richtig sehen", klagte Hamilton über sein außergewöhnliches Problem. Wirklich in den Griff bekam er die Schwierigkeiten bis zur Zieldurchfahrt nicht, der Rückstand auf Rosberg wuchs auf fast zehn Sekunden. Immerhin konnte der "einäugige" Hamilton den zweiten Platz noch gegen Daniel Ricciardo verteidigen, der die letzten drei Runden direkt in seinem Getriebe fuhr.

Was passierte mit Kimi Räikkönen?

Der Monaco Grand Prix begann für Kimi Räikkönen perfekt: Er überholte Fernando Alonso und Daniel Ricciardo beim Sprint zur ersten Kurve und profitierte wenig später von Vettels Ausfall. Bis zur Safety-Car-Phase sah alles nach einem Podestplatz für den Finnen aus, doch dann gab es ein Problem nach dem anderen.

Räikkönen musste einen ungeplanten Stopp einlegen - Foto: Sutton

"Während des Safety-Cars wurde ich von Chiltons Marussia getroffen und musste einen ungeplanten Boxenstopp einlegen, da mein rechter Hinterreifen beschädigt wurde", so Räikkönen über die Situation, die ihn bis auf den letzten Platz zurückwarf. Von dort startete er eine Aufholjagd, die ihn bis auf den achten Platz nach vorne brachte. Kurz vor dem Ziel startete er in der Loews-Haarnadel einen Angriff auf Kevin Magnussen, bei dem er sich etwas verschätzte und die Kurve nicht mehr bekam.

Warum gab es gleich mehrere Motorschäden?

Motorschäden hat man in der Formel 1 zuletzt gar nicht mehr gesehen. In Monaco gingen gleich drei der Antriebseinheiten kaputt, es traf Valtteri Bottas, Jean-Eric Vergne und Daniil Kvyat. "Wir haben in diesem Jahr einen neuen Antriebsstrang und diese Strecke ist anders als die bisherigen. Man fährt hier nicht mit Vollgas, sondern sehr abwechslungsreich - sehr hoch, sehr niedrig, sehr hoch. Das scheint mit den neuen Motoren noch nicht so zu passen", klärte Lotus-Teamchef Gerard Lopez auf.

Bei Renault konnte man die Ursachen für die Ausfälle der Toro Rosso bereits eingrenzen. Bei beiden Boliden lag ein Defekt am Auspuff vor. "Wir werden hart daran arbeiten, die Ursache für dieses Problem zu finden und es für Montreal auszubessern. Möglicherweise wurden Teile der Antriebseinheit von Trümmerteilen beschädigt", sagt der Renault-Verantwortliche Ricardo Penteado.

Wer löste die Safety-Car-Phasen aus?

Es dauerte keine halbe Runde, bis es in Monaco das erste Mal Chaos gab. Am Ausgang der Mirabeau-Haarnadel versuchte Jenson Button neben Sergio Perez zu kommen, der sich daraufhin in die Leitplanke verabschiedete und die halbe Straße blockierte. "Ich war auf der Ideallinie unterwegs, als Jenson mein rechtes Hinterrad berührt und mich gedreht hat. Dort habe ich ihn wirklich nicht erwartet, denn es war kein Platz für ein weiteres Auto", so Perez über die Kollision.

Perez sorgte für die erste Gelbphase - Foto: Sutton

Etwa 20 Runden nach dem Neustart kam Bernd Mayländer wieder zum Einsatz: Adrian Sutil sorgte in der Hafen-Schikane mit einem Abflug für viel Schrott. "Das Heck ist ausgebrochen, dann bin ich in die Bande abgebogen", so Sutil über den Unfall. "Eigene Fahrfehler tun immer weh, mehr kann ich dazu nicht sagen." Seine Teamchefin Monisha Kaltenborn war jedenfalls wenig begeistert: "Diese Dinge dürfen einfach nicht passieren. Ich glaube nicht, dass man das Problem beim Auto suchen kann, das war absolut in Ordnung. Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren. Das ist es."

Wie kam Felipe Massa so weit nach vorne?

Von Startplatz 16 ging es für Felipe Massa auf den siebten Rang nach vorne. Die etwas andere Strategie, die Massa in Monaco wählte, war dabei nicht unbedingt ausschlaggebend. Als das komplette Feld während der zweiten Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel in die Box kam, blieb Massa draußen und wurde so bis auf den fünften Platz nach vorne gespült, den er bis zum Boxenstopp in der 46. Runde verteidigte. In dieser Zeit fuhr Massa aber nicht genügend Vorsprung auf die direkten Verfolger heraus und kam direkt vor Jules Bianchi außerhalb der Top-10 zurück ins Rennen.

"Die meisten Plätze machte ich danach gut, weil andere Fahrer Fehler machten oder ausschieden. Es hätten so viele Sachen passieren können, daher bin ich mit dem Resultat zufrieden. Ein hartes Wochenende ist so noch zu einem positiven geworden", so Massa. Unter anderem profitierte der Williams-Pilot auch vom Ausfall seines Teamkollegen Valtteri Bottas, der zum ersten Mal in diesem Jahr ohne Punkte blieb.

Weshalb sorgte Maldonado für Verwirrung am Start?

Pastor Maldonado baute keinen Unfall, fuhr keine einzige Runde, aber sorgte dennoch für Verwirrung. Sein Lotus blieb beim Start in die Einführungsrunde stehen und musste in die Box geschoben werden, von dort ging es für Maldonado nicht weiter. "Er hatte ein Problem mit der Benzinpumpe", klärte Teamchef Gerard Lopez auf.

Bianchi fuhr trotz Strafe in die Punkte - Foto: Sutton

Kurios: Kurz nach dem Start bekamen Esteban Gutierrez, Max Chilton und Jules Bianchi eine 5-Sekunden-Strafe, weil sie nicht korrekt in ihrer Startposition standen. Alle drei standen auf der rechten Seite auf den drei Plätzen hinter Maldonado. Anscheinend ließen sie den Platz von Maldonado nicht frei, sondern rückten verbotenerweise auf.

Warum war das Rennen für Marussia so wichtig?

Unter dem Namen Virgin Racing gab es für das 2010 gegründete Team keine Punkte, auch nach der Übernahme von Marussia in 2012 sprang bisher nichts Zählbares heraus. Daher stellte Monaco einen Meilenstein in der Geschichte des Underdogs dar: Jules Bianchi kam auf dem achten Platz ins Ziel, bekam durch den Maldonado-Start-Vorfall aber nachträglich noch fünf Strafsekunden aufgebrummt, die ihn hinter Romain Grosjean auf den neunten Rang zurückwarfen. Die Freude über zwei WM-Punkte war dennoch riesig, denn immerhin liegt Marussia nun vor Sauber und Caterham auf dem neunten Platz der Konstrukteurs-Wertung.

"Wow, was für ein Rennen und was für ein Resultat für das Team", jubelte Bianchi nach dem Erfolg. "Es war kein einfaches Rennen. Es gab viele tolle Momente, aber auch einige haarige Momente. Am Ende zählt aber nur, dass wir es geschafft haben."

Wieso kam Sebastian Vettel nicht ins Ziel?

Nach einem guten Start fingen die Probleme am Red Bull von Sebastian Vettel schon nach dem Neustart in der dritten Runde an. Er verlor nicht nur einen Platz an Räikkönen, sondern fiel danach immer weiter zurück und musste die Box ansteuern. "Kommt schon, Jungs", ärgerte sich Vettel im Funk. Man schickte Vettel zwar noch einmal raus, eine Runde später musste der Weltmeister aber endgültig aufgeben.

Für Vettel war bereits vorzeitig Feierabend - Foto: Sutton

"Wir hatten keinen Ladedruck mehr. Ein Turbomotor ohne Ladedruck, da ist dann nichts mehr im Motor drin. Es gab nur noch ganz wenig Leistung und wir haben versucht das Auto neu zu starten, aber das hat nichts geholfen", so Vettel. Nach dem zweiten Ausfall in diesem Jahr liegt er nur noch auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung. Wenig später wurde bestätigt: Die Turbolader-Antriebswelle ist gebrochen.


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