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Formel 1 - Technik-Trends aus Spanien

Von allem ein bisschen

Update-Festival in Barcelona? Zumindest teilweise. Motorsport-Magazin.com stellt die wichtigsten technischen Neuerungen aus Spanien vor.
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Motorsport-Magazin.com - Der Große Preis von Spanien in Barcelona ist traditionell der Europa-Auftakt der Formel-1-Saison. Als solcher kommt ihm bei den Technikern eine besondere Bedeutung zu. Nach dem Großen Preis von China hatten die Ingenieure drei Wochen Zeit, an Updates zu arbeiten. Weil die Strecke hohe Anforderungen an die Aerodynamik stellt und es für die Teams logistisch einfacher ist, mehr Material mit an die Strecke zu bringen, gibt es auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya traditionell eine Schar an technischen Neuerungen.

Vor der Saison erklärten die meisten Ingenieure noch, dass es in diesem Jahr anders sein würde. Es würde nicht mehr ein großes Update-Paket kommen, hieß es, vielmehr kommen von Rennen zu Rennen Kleinigkeiten. Vor Barcelona kündigte dann doch wieder fast jedes Team das große Paket an. Die Wahrheit lag irgendwo dazwischen. Motorsport-Magazin.com stellt die wichtigsten technischen Neuerungen vor.

Mercedes mit Nachschlag an Testtagen

Mercedes begann das Wochenende mit einer großen Änderung. Das halbe Auto wurde erneuert: Aus dem F1 W05 wurde der F1 W05 Hybrid. Aus technischer Sicht interessant wird es dabei aber erst beim neuen Schriftzug auf der Motorabdeckung. Die Mercedes-Ingenieure haben es geschafft, die Abdeckung der Power Unit noch einmal zu verkleinern und den gesamten Heckbereich somit noch etwas eleganter und enger zu verpacken.

Die Anströmung des Heckflügels verbessert sich genauso wie die, der darunterliegenden Elemente. So zum Beispiel des Monkey-Seats. Hier zeigte Mercedes bei den Testfahrten nach dem Grand Prix eine minimale Neuerung. Die Leitbleche waren geschwungen und an die Kontur des Auspuffs angepasst, die Streben, die den Heckflügel an der Crashstruktur befestigen, sind nun an der Unterseite eng zusammengeschwungen.

Mercedes brachte einen Bremsentlüftungs-Kamin - Foto: Sutton

Am Dienstagvormittag fuhr Lewis Hamilton mit einer interessanten Konstruktion an den hinteren Radträgern. Direkt an der Bremsbelüftung war ein kleiner Kamin angebracht, der die Luft Richtung Außenseite der Heckflügelendplatten leitete. Zur Bremsentlüftung dürfte der Kamin wohl nicht vorgesehen sein. Am Nachmittag war der Kamin allerdings schon wieder abmontiert.

Baustelle Heck

Nicht nur Mercedes experimentierte in Spanien am Heck. Fast alle Teams brachten im Umfeld des Heckflügels neue Teile. So zum Beispiel Ferrari: Die Italiener wechselten bei der Befestigung des Heckflügels ihre Philosophie. Statt zweier Streben führt nun eine einzelne an die Unterseite des Flügels. Um den Auspuff herum teilt sich die Strebe in einen recht plump anmutenden Zylinder auf. Dafür gab es auch hier den berühmtberüchtigten Monkey-Seat.

Die Ferrari-Lösung wirkt etwas wuchtig - Foto: Sutton

Bei der Heckflügelbefestigung mit nur einer Strebe baut beispielsweise McLaren filigraner. Insgesamt haben sich grob drei verschiedene Befestigungsformen herauskristallisiert. Die Doppel-Strebe, die einfache Strebe und die Befestigung direkt am Diffusor. Dabei setzen immer mehr Teams auf die einzelne Strebe.

Doch auch hier haben sich wiederum drei verschiedene Lösungen entwickelt. McLaren war das erste Team, das diese Lösung zeigte. Die Strebe teilt sich im Bereich des Auspuffs auf und verbindet Heckflügel mit Crash-Struktur. Red Bull setzt im Wesentlichen auf das gleiche Prinzip, nur dass der Flügel nicht mit der Crash-Struktur verbunden ist. Die Strebe führt elegant unter die Motorverkleidung.

Der Unterschied liegt nicht nur in der Aerodynamik, wie man vielleicht vermuten mag: Über den Heckflügel wird eine nicht gerade kleine Abtriebskraft produziert, die irgendwie auf das Fahrzeug übertragen werden muss. Und dabei ist es nicht irrelevant, an welchem Punkt die Kraft eingeleitet wird. Red Bull versucht vermutlich, die Kraft nicht so weit hinter der Hinterachse angreifen zu lassen.

Bei Lotus führen Auspuff und Strebe aneinander vorbei - Foto: Sutton

Lotus zeigt als einziges Team eine ganz andere Variante bei der Einzel-Strebe: Am E22 sind Strebe und Auspuff nicht mittig angebracht. Dadurch spart man sich die Aufteilung um das Auspuffrohr herum, weil Strebe und Auspuff aneinander vorbeiführen. Übrigens hatte auch Lotus erstmals einen Monkey-Seat installiert.


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