Formel 1 - Lotus am Ziel - mit beiden Autos

Kapitaler Aussetzer von Maldonado

Lotus' erste doppelte Zielankunft der Formel-1-Saison 2014 wurde beim Nachtrennen in Bahrain von einem Horrorunfall überschattet. Pastor Maldonado war Auslöser.
von

Motorsport-Magazin.com - Beide Autos im Ziel - weiter keine Punkte. Nach dem Nacht-Grand-Prix in der Wüste Bahrains kann Lotus zwar einen weiteren Schritt nach vorne verzeichnen, dennoch machte das Team erneut negative Schlagzeilen - wenn auch nicht direkt aus sportlicher Sicht. Nach einem rücksichtslosen und unbedachten Manövers Pastor Maldonados gegen Sauber-Pilot Esteban Gutierrez in Runde 41 am Ende der Start-und-Ziel-Geraden überschlug sich der Mexikaner mitsamt seines Boliden mehrfach, blieb aber zum Glück unverletzt. Maldonado verursachte somit nicht nur eine Safety-Car-Phase, sondern bekam zudem eine zehnsekündige Stop-and-Go-Strafe aufgebrummt.

Wie ich das gesehen habe, hat Gutierrez den Bremspunkt verpasst und wurde in Kurve eins zu weit raus getragen
Pastor Maldonado

Nach einem insgesamt frustrierenden Wochenende kommt es für den Venezolaner jedoch noch dicker: Drei Strafpunkte wandern auf das neueingeführte Punktekonto des Piloten, zudem wird er beim Großen Preis von China in zwei Wochen um fünf Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt. Dennoch will Maldonado von einer alleinigen Schuld nichts wissen: "Ich muss mir die Szene noch einmal genau anschauen, aber so wie ich das gesehen habe, hat Gutierrez den Bremspunkt verpasst und wurde in Kurve eins zu weit raus getragen. Da ich schon innen war, konnte ich nirgends mehr hin und wollte mein Manöver konsequent durchziehen."

Pastor Maldonado sorgte mit seinem ungestühmen Manöver für die Schock-Szene des Wochenendes - Foto: Sutton

Maldonado, der bis zum Zeitpunkt des Crashs mit ordentlicher Geschwindigkeit unterwegs und permanent in theoretischer Reichweite der ersten Zehn Plätze lag, hatte enormes Glück, nach dem heftigen Zusammenprall das Rennen fortsetzen zu können. "Es ist auch für mich schwierig zu verstehen, wie das Ganze passieren konnte. Ich kam aus der Box mit kalten Reifen und irgendwie war es gleich schon passiert. Zum Glück ist er gleich aus dem Auto gesprungen und scheint wohlauf zu sein." Mit einer Zwei-Stopp-Strategie hatte sich Maldonado gar eine theoretische Möglichkeit zum Angriff auf die Punkteränge ausgerechnet, steht nach Rang 14 in Bahrain jedoch weiterhin ohne jeden Zähler da.

Grosjean wieder knapp an den Punkten vorbei

Lotus-Teamkollege Romain Grosjean scheiterte wie schon in der vorigen Woche in Bahrain nur um wenige Sekunden an den ersten Punkten der Saison - allerdings bedingt durch die Safety-Car-Phase. Auf Rang zwölf sah der Franzose nach weitestgehend unauffälligem Rennen die Zielflagge. Trotz der Enttäuschung über das Verpassen der ersten zehn Ränge findet Grosjean auch positive Aspekte des Wochenendes: "Immerhin hatten wir keinerlei Probleme mit der Zuverlässigkeit an sämtlichen Tagen - was ein gewaltiger Schritt nach vorne für das gesamte Team bedeutet."

Ich denke, wir können wirklich zufrieden sein, denn wir waren zu manchen Zeitpunkten des Rennens sehr, sehr schnell unterwegs
Romain Grosjean

Insgesamt sieht Grosjean das Erreichen der Zielflagge aufgrund der bisher enorm schwierigen Saison gar als deutlichen Erfolg an, auch für die Fahrer. So sei das Rennfahren in den neuen Boliden an sich sowieso schon eine enorme mentale Herausforderung, da ständig das Benzinmanagement, die Energierückgewinnungssysteme und andere Einstellungen im Auge behalten werden müssten. "Ich denke, wir können wirklich zufrieden sein, denn wir waren zu manchen Zeitpunkten des Rennens sehr, sehr schnell unterwegs."

Allerdings ist sich Grosjean bewusst, dass noch viel Steigerungspotential besteht und weitere harte Arbeit auf das Team wartet. "Wir hatten während des Rennens Phasen, in denen wir große Probleme mit dem Grip auf der Hinterachse hatten. Zum Glück haben wir jetzt am Dienstag und Mittwoch noch zwei Testtage hier, sodass wir noch mehrere verschiedene Setup-Varianten ausprobieren können. Ich hoffe, dass das Auto schon in China in zwei Wochen deutlich mehr so liegt, wie wir uns das wünschen und vorstellen."


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x