Formel 1 - Neue Formel 1: Knackpunkt Wheelspin

Schwierig zu fahren

Das Herausbeschleunigen aus den Kurven stellt die Piloten aufgrund der neuen Technik vor Probleme. Durchdrehende Räder sind an der Tagesordnung.
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Motorsport-Magazin.com - Nach drei Testfahrten und knapp zwei Rennwochenenden haben sich die Piloten so langsam an ihre neuen Arbeitsgeräte herangetastet. War das Fahrgefühl mit den turbobefeuerten Autos zunächst noch ungewohnt, geht die Handhabe immer mehr im Fleisch und Blut über, auch wenn der schwache Motorensound weiterhin auf wenig Gegenliebe stößt. Einer der Unterschiede gegenüber den letzten Jahren ist das höhere Drehmoment der Aggregate, das von den Fahrern viel Gefühl beim Herausbeschleunigen aus den Kurven erfordert.

Es dauert einfach lange, um den Wheelspin zu kontrollieren, daher muss man versuchen, erst gar keinen zu bekommen
Nico Rosberg

"Es ist ein bisschen schwieriger, am Kurvenausgang Gas zu geben. Das ist aber auch der einzige Unterschied", sagte Nico Rosberg, dem die Umstellung relativ leicht fiel. Drehen die Reifen einmal durch, so brauche es sehr lange, bis sie wieder Haftung finden. "Es ist sehr schwer, ein Gefühl dafür zu haben, wann dieser Zeitpunkt ist", strich der Silberpfeilpilot hervor. "Das ist der Hauptpunkt, aber insgesamt ist es keine große Sache. Es dauert einfach lange, um den Wheelspin zu kontrollieren, daher muss man versuchen, erst gar keinen zu bekommen."

Button sucht den richtigen Gang

Weil die einzelnen Teams mit unterschiedlichen Getriebeübersetzungen fahren, ist das Verhalten jedes Autos anders. "Mit so viel Drehmoment ist es gar nicht so wichtig, wann wir mit welchem Gang die Power freigeben", erklärte Jenson Button. Der McLaren-Pilot muss sich in Sepang in den Kurven mit durchdrehenden Rädern herumschlagen, egal ob er den zweiten, dritten oder vierten Gang wählt.

Button hat in den Kurven zu kämpfen

"Ich habe alles versucht. Unterschiedliche Linien, Linien mit mehr Grip, nicht schalten, später schalten, im höheren Gang fahren... es kommt immer wieder dasselbe dabei heraus: Wheelspin", klagte der routinierte Brite. "Wir hatten das nicht seit den 80ern. Wir haben die Reifen für ein Auto entworfen, das nicht so ein hohes Drehmoment hatte. Durchdrehende Reifen auf der Geraden im fünften Gang sind etwas ungewöhnlich, daran war ich nicht gewöhnt."

Regen macht es noch schlimmer

Wir haben die Reifen für ein Auto entworfen, das nicht so ein hohes Drehmoment hatte
Jenson Button

Besonders herausfordernd war es für die Piloten im verregneten Qualifying zum Malaysia GP ihre Pferdestärken auf die Straße zu bringen. "Ich hatte eine Menge Vibrationen, es ist einfach so viel Drehmoment vorhanden", schilderte Button. "Das macht es schwierig und jeder Gangwechsel ist hart." Während die Räder des Briten beim Hochschalten durchdrehten, neigten sie beim Bremsen zum Blockieren.

"Es ist wirklich knifflig wie der Turbo arbeitet", meinte der McLaren-Pilot. "Du schaltest von einem Gang in den nächsten und hast durchdrehende Räder. Dann gehst du zurück und hast am Gaspedal Vibrationen." Das wiederum habe ein unruhiges Heck zur Folge, was die Reifen kaputt mache. Fazit: "Es ist sehr schwierig zu fahren."


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