Formel 1 - Stoffel Vandoorne im Portrait

Gewinnen ist ein Muss

Mit Niederlagen kann Stoffel Vandoorne nicht leben. Den Druck, zu gewinnen, kennt er bereits seit der Kindheit. Er hat ihn an die Spitze gebracht.
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Motorsport-Magazin.com - Stoffel Vandoorne begann seine Karriere im Kartsport. Das an sich ist absolut nicht ungewöhnlich, wie er zum Kartfahren kam, dagegen schon. "Meine Familie hat nicht wirklich eine Geschichte im Motorsport, mein Vater ist Architekt - er hat ein Restaurant an einer Kartstrecke entworfen. Daher kannte er den Chef ziemlich gut und er war es, der mich zum ersten Mal in ein Kart gesetzt hat - in ein Mini-Kart natürlich, weil ich damals sehr klein war", berichtet Vandoorne auf der McLaren-Homepage.

Ich bin ziemlich spät ins Auto Karting aufgestiegen, da wir zu dieser Zeit nicht viel Geld für den Rennsport hatten.
Stoffel Vandoorne

Für den damals Sechsjährigen war es Liebe auf den ersten Blick. Jedes Mal, wenn sein Vater zum Restaurant fuhr, um seiner Arbeit nachzugehen, kam der Sohnemann mit, um Kart zu fahren. "Von da an habe ich Fortschritte gemacht, bin einige Rennen gefahren und habe relativ viele von ihnen gewonnen. Ich bin ziemlich spät ins Auto Karting aufgestiegen, da wir zu dieser Zeit nicht viel Geld für den Rennsport hatten, aber wir haben ein paar Sponsoren gefunden. Ich bin dort zwei Jahre lang ernsthaft gefahren, habe die belgische Meisterschaft gewonnen und bin in der Weltmeisterschaft Zweiter geworden", erinnert sich Vandoorne.

Wurz stellte den Kontakt zu McLaren her. - Foto: Sutton

Sponsoren zu finden sollte auch in den folgenden Jahren das große Problem sein. Ende 2009 jedoch gewann Vandoorne einen Wettbewerb des Royal Automobile Club Belgium und bekam eine Saison in einer europäischen Serie finanziert. Er ging im F4 Eurocup 1.6 an den Start, den er prompt mit sechs Siegen gewann. Zudem lernte er an der Auto Sport Academy, einer französischen Rennschule, die schon Alain Prost besucht hatte.

Mit seinem Titelgewinn konnte Vandoorne 2011 eine Saison in der Formel Renault 2.0 finanzieren und wurde in der nordeuropäischen Meisterschaft Dritter. 2012 wurde er mit Josef Kaufmann Racing in der Formel Renault 2.0 Euro Meister - mit vier Siegen und insgesamt elf Podestplätzen. "2012 war ein sehr erfolgreiches Jahr - es hat mir dabei geholfen, den Schritt in die Formel Renault 3.5 zu schaffen." Zudem wurde er in das McLaren Young Driver Development Programme aufgenommen.

Vandoorne traf Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz über die FIA Institute Young Driver Excellence Academy. Wurz wiederum stellte Vandoorne Matt Bishop, dem Leiter der Kommunikations- und PR-Abteilung bei McLaren vor. Vandoorne schickte ihm seine Rennberichte aus der Formel Renault, die über Bishop an Sam Michael, McLarens Renndirektor, gingen. "So begann die Beziehung mit McLaren und es läuft bislang ziemlich gut. Sie haben mich etwa ein Jahr lang beobachtet, ehe sie beschlossen haben, mich aufzunehmen", verrät Vandoorne. Nachdem er 2013 hinter Kevin Magnussen Vize-Champion der Formel Renault 3.5 wurde, verpflichtete ihn McLaren als Test- und Ersatzpiloten.

Ich möchte immer ganz oben auf dem Podest stehen, denn es ist ein wunderbares Gefühl. Es ist so schwierig zu beschreiben.
Stoffel Vandoorne

Was den Belgier so besonders macht? Gewinnen will jeder Rennfahrer, das liegt in seinem Naturell. Vandoorne jedoch musste gewinnen, da er sonst nicht das Sponsorengeld bekommen hätte, das er brauchte, um seine Karriere fortzusetzen. "Ich denke, es ist wichtig, diesen Druck, zu siegen, zu haben, während man sich in seiner Karriere voran bewegt. Denn wenn man an die Spitze kommt, in die Formel 1, und dann für ein Team wie McLaren fährt, dann wird erwartet, dass du gewinnst und um die Weltmeisterschaft kämpfst", erläutert Vandoorne.

"Ich mag es so lieber. Ich möchte immer ganz oben auf dem Podest stehen, denn es ist ein wunderbares Gefühl. Es ist so schwierig zu beschreiben - aber wenn man verliert, dann spürt man das wirklich, man kann damit einfach nicht leben.


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