Formel 1 - Sergio Perez im Portrait

Bäumchen wechsel dich

Sergio Perez scheint auf der Durchreise: Zwei Jahre Sauber, eines bei McLaren und nun Force India. Doch wer ist der junge Mexikaner?
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Motorsport-Magazin.com - Sergio Pérez muss einmal ganz tief durchatmen. Kurzzeitig stand der 23-Jährige vor seinem Aus in der Formel 1, doch bei Force India ging im letzten Moment das richtige Türchen auf. Nach nur einem Jahr bei McLaren wies ihm der Rennstall aus Woking die Tür - und Perez stand zwei Saisonrennen vor Ende ohne Sitz für 2014 da. Nun wird der Mexikaner an der Seite von Nico Hülkenberg bei Force India angreifen.

Sergio Perez steigt nun von Chrom auf Grün-Organe-weiß um - Foto: Sutton

Damit beginnt Perez seine vierte Formel-1-Saison im dritten Team - mit einer langen Vorgeschichte. Pérez wuchs bereits seit frühester Kindheit mit dem Thema Rennsport auf. Sein Vater Antonio war selbst Rennfahrer und kümmerte sich um die Karriere des mexikanischen Fahrers Adrian Fernandez. Sergio Pérez war sechs Jahre alt, als er erstmals mit seinem Vater und seinem Bruder zur Kartbahn durfte. Dort zeigte sich früh sein Talent.

Perez gewann daraufhin Kartmeisterschaften in Mexiko und in den USA und stieg schließlich in die Monoposto-Serie Skip Barber auf. Ein wichtiger Förderer des Mexikaners war seit jeher der Geschäftsmann Carlos Slim. Er nahm Pérez unter seine Fittiche und so landete dieser in Deutschland und wurde 2005 als 15-Jähriger jüngster Starter in der Formel BMW. Am Ende belegte er Rang 14 in der Gesamtwertung und startete unter anderem für das Team des F1-Weltmeisters Keke Rosberg.

Auch im folgenden Jahr startete Pérez in der deutschen Formel BMW und wurde für das Team ADAC Berlin-Brandenburg Sechster der Gesamtwertung. Zudem nahm Pérez 2006 an zwei Rennen der A1-Grand-Prix-Serie teil. 2007 wechselte der Mexikaner dann zu T-Sport in die britische-Formel-3-Meisterschaft und wurde mit der Rekordbilanz von 14 Siegen, 14 Pole-Positions und neun schnellsten Rennrunden Meister der Klasse B. 2008 fuhr er in der britischen Formel-3-Meisterschaft für T-Sport und lag zum Saisonende mit vier Siegen aus 20 Rennen auf dem vierten Platz der Gesamtwertung.

Im Höhenflug

Sergio Perez war in der GP2 erfolgreich - Foto: Sutton

Es folgte der Aufstieg in die GP2 - zuerst mit einigen Auftritten in der GP2-Asien-Saison 2008/2009 an der Seite von Vitaly Petrov für Campos Grand Prix. Am Saisonende belegte Pérez den siebten Platz in der Gesamtwertung. In der europäischen Hauptserie ging Perez dann zusammen mit Edoardo Mortara für Arden International an den Start. Obwohl er kein Rennen gewinnen konnte, zeigte er in seiner Debütsaison solide Leistungen. Für die GP2-Saison 2010 wechselte Pérez zum Barwa Addax Team, dem Nachfolgeteam seines ehemaligen Arbeitgebers Campos.

Der Mexikaner fuhr davor eine Hälfte der GP2-Asia-Serie-Saison 2009/2010 für Barwa Addax und wurde 15. in der Gesamtwertung. In der regulären Europa-Saison gewann Pérez beim prestigeträchtigen Rennen in Monte Carlo sein erstes Rennen in der GP2-Serie und sorgte damit erstmals für größere Schlagzeilen. Der Knoten schien danach geplatzt und der Höhenflug ging weiter. Mit Siegen in Silverstone, Hockenheim, Spa-Francorchamps und Abu Dhabi entschied er insgesamt fünf Rennen für sich.

Die Anfänge in der Formel 1

Nach nur einem Jahr ist McLaren für Sergio Perez schon wieder Geschichte - Foto: Sutton

Am Saisonende wurde er hinter Pastor Maldonado Vizemeister. Dieser starke Auftritt bescherte ihm 2011 die Chance bei Sauber in der Formel 1 an den Start zu gehen. Für das Schweizer Team absolvierte er bereits im November 2010 erste Tests. Am Ende der Saison belegte er mit 14 Punkten Rang 16. In seiner letzten Saison bei Sauber stand der Mexikaner drei Mal auf dem Podest und beendete die Saison mit 66 Punkten auf Gesamtrang zehn.

Für McLaren genug, um den 22-Jährigen neben Jenson Button zu verpflichten. Perez glaubte an Siege, sprach vom Weltmeistertitel, wurde aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: 17 Punkte weniger als noch bei Sauber und eine Position in der Gesamtwertung nach unten. Noch viel schlimmer: nach nur einem Jahr war er auch sein Cockpit bei McLaren wieder los, obwohl er sich nicht wesentlich schlechter schlug als Button.


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