Formel 1 - Reglement 2014: Schlupflöcher beim Motor?

Erinnerungen an den Doppel-Diffusor

Technik-Fest oder Technik-Frust? Was erwartet die Fans 2014? Pat Fry glaubt, dass es Schlupflöcher im Reglement geben könnte.
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Motorsport-Magazin.com - Nun steht der vielzitierte Paradigmenwechsel in der Formel 1 endlich bevor: Nur mehr wenige Wochen wird es noch dauern, bis wir die ersten 1,6-Liter V6-Turbo-Motoren hören werden. Kaum eine technische Änderung hat in der Formel-1-Geschichte wohl so lange auf ihre letztendliche Umsetzung gewartet, wie die neuen Antriebseinheiten - gemeinsam mit dem Energierückgewinnungssystem bildet der herkömmliche Verbrennungsmotor nur einen Teil der Einheit. Von Motoren wird schon gar nicht mehr gesprochen, wie Wolfgang Schattling erst kürzlich beim Motorsport Summit in Essen verriet: "Wir reden inzwischen von Power-Units", so der Motorsport-Kommunikationschef bei Mercedes-Benz.

1,6 Liter Hubraum, sechs Zylinder, 15.000 Umdrehungen pro Minute Maximaldrehzahl - all diese und gefühlt tausend weitere Rahmenbedingungen für die Konstruktion der neuen Herzstücke sind klar. War es in der nahen Vergangenheit ausschließlich die Aerodynamik, die immer wieder (zu) viel Interpretationsfreiraum ließ, könnte 2014 die Antriebseinheit dafür sorgen, wie Ferrari-Mann Pat Fry bei Autosport zu bedenken gab: "Ich glaube, die Aerodynamikregeln sind ziemlich stabil. Aber die Regeln für das Power-Unit - das ist eine komplizierte Geschichte."

Wer findet das Schlupfloch?

"Es gibt sicherlich die Möglichkeit, dass die FIA einschreiten muss. Ja die gibt es", ist Fry überzeugt. Von Kleinigkeiten spricht der Brite übrigens nicht, vielmehr denkt er in Dimensionen des Doppel-Diffusors. 2009 sorgte dieser technische Kniff, bei dem sich die Ingenieure zwei, später sogar drei separate Diffusor-Kanäle zunutze machten, für großes Aufsehen. Das Reglement war diesbezüglich nicht ganz eindeutig. Brawn GP, Williams und Toyota legten ihre Boliden von Anfang an auf dieses Konzept aus.

2009 sorgte der Doppel-Diffusor für Aufsehen - Foto: Sutton

Das Resultat: Jenson Button gewann im Brawn die Weltmeisterschaft, die Traditionsrennställe Ferrari und McLaren verschliefen die Entwicklung und wurden dementsprechend bestraft. "Was hat der Doppeldiffusor am Anfang gebracht? Zehn oder 15 Punkte Abtrieb. Ich bin mir sicher, dass es irgendetwas wie das geben wird. Deshalb wird es interessant sein, wer es findet", so Fry, der davon ausgeht, 2014 viele verschiedene Herangehensweisen zu sehen. Da Konstruktionen nicht zufällig vom Himmel fallen, gebe es schließlich für jeden Ansatz einen Grund.


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