Formel 1 - Whitmarsh: Formel 1 braucht neue Locations

Um Indien sollen sich andere kümmern

Die Formel 1 hat einen starken Expansionsdrang. Doch das gefällt längst nicht allen.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 schläft nie. Und erst recht nicht Bernie Ecclestone. Erst kürzlich wurde verkündet, dass die Königsklasse ab 2014 wieder in Österreich Station machen wird. Außerdem soll erstmals der Grand Prix im russischen Sotschi ausgetragen werden, New Jersey steht ebenfalls auf der Agenda. Doch wird der Rennkalender weiter aufgestockt oder ersetzten Österreich, USA und Russland bestehende Rennen? Geht es nach Mercedes Teamchef Ross Brawn sind 20 Rennen das absolute Maximum.

Wir erreichen das Maximum und wenn wir weiter gehen, müssen wir die Leute und die Crews rotieren.
Martin Whitmarsh

"Wir erreichen das Maximum und wenn wir weiter gehen, müssen wir die Leute und die Crews rotieren." Was Brawn meint: Das immense Pensum ist von einer einzigen Mannschaft nicht zu stemmen. Wie in einer Fußballmannschaft müsste es dann zusätzliches Personal geben, dass sich im Einsatz abwechselt. Doch das sieht der Brite problematisch. "Bei den Ingenieuren ist das sehr schwierig, weil sie sehr eng mit den Fahrern arbeiten." Brawn gab zwar zu, dass es sich ersteinmal nicht so tragisch anhört, ob schließlich 20 oder 22 Rennen gefahren werden, eine Aufstockung um zehn Prozent aber trotzdem enorm wäre.

Ganz so dramatisch sah es sein Pendant bei McLaren, Martin Whitmarsh nicht: "22 Rennen wären unglaublich hart für die Teams, aber wir haben damals auch gedacht, dass 16 Rennen hart sind." Generell findet Whitmarsh den Expansionsdrang der Formel 1 gut. "Ich bin da bei Bernie [Ecclestone], die Formel 1 braucht neue Locations. Russland ist ein interessanter Markt."

Der 55-Jährige hat ohnehin großes Vertrauen in den Formel-1-Zampano. "Bernie ist gut darin, neue Austragungsorte zu finden. Bei diesen Bedingungen gibt es immer Orte, die im Zweifel stehen. Da ist es gut, wenn es Backups gibt." Mit 'diesen Bedingungen' meint Whitmarsh vermutlich die angespannten finanziellen Verhältnisse der Formel 1, doch große Sorgen macht er sich deshalb nicht. "Wir haben ein sehr gutes Fundament, das besser als vor 20 Jahren ist. "Natürlich gibt es viele finanzielle Schwierigkeiten und andere Dinge, aber die gab es in der Formel 1 schon immer. Wir liefern eine tolle Show, haben die besten Fahrer der Welt und sind der Nummer-zwei-Sport direkt hinter Fußball."

Ich glaube, das ist Sache des Promoters, der die Probleme dort lösen soll.
Toto Wolff

Auch in anderen Belangen scheint Whitmarsh recht sorglos, über den Grand Prix in Indien möchte er sich nicht den Kopf zerbrechen. "Es gab dort Fragezeichen, aber es ist nicht mein Job, darüber zu spekulieren. Das sollen andere machen, welche rennen 2014 im Kalender sind." Toto Wolff stimmt zu: "Ich glaube, das ist Sache des Promoters, der die Probleme dort lösen soll." Der Österreicher geht aber davon aus, dass die Probleme gelöst werden und das Rennen in Greater Noida stattfindet. "Wir sind ziemlich optimistisch, dass alles ok sein wird."


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