Formel 1 - Theissen traut Vettel Schumachers Rekorde zu

Er hat noch zehn Jahre vor sich

Der ehemalige BMW-Sportchef Mario Theissen traut es Sebastian Vettel durchaus zu, Michael Schumachers Rekorde zu erreichen.
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Motorsport-Magazin.com - Nach dem Gewinn seines dritten Weltmeister-Titels musste sich Sebastian Vettel gleich wieder Fragen danach gefallen lassen, ob er Michael Schumachers Rekorde gefährden kann. Er wollte sich dazu aber nicht äußern. Stattdessen hat nun sein ehemaliger Chef Mario Theissen erklärt, dass Vettel die sieben WM-Titel seines Landsmanns durchaus einholen könnte. "Er hat sicher die Chance dazu. Alles kann passieren. Er ist einer von sehr wenigen großen Namen. Wenn alles gut läuft, hat Sebastian noch zehn Jahre vor sich", erklärte der ehemalige BMW-Motorsportchef.

Fangio hat seine Ära dominiert, Schumacher die seine und ich würde sagen, nach dieser Leistung hat Sebastian eine gute Chance, einer dieser Helden zu werden, der wirklich dominiert
Mario Theissen

Theissen war es, der Vettel seinen ersten Start in der Formel 1 ermöglichte. 2007 durfte er in Indianapolis den verletzten Robert Kubica ersetzen, der eine Woche davor in Kanada einen schweren Renn-Unfall gehabt hatte. Als Achter konnte der Debütant auch gleich seinen ersten WM-Punkt feiern. Mit Platz sechs fuhr er am vergangenen Sonntag nun seinen dritten WM-Titel in Folge ein, womit er neben Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher der Einzige ist, dem das gelang. "Fangio hat seine Ära dominiert, Schumacher die seine und ich würde sagen, nach dieser Leistung hat Sebastian eine gute Chance, einer dieser Helden zu werden, der wirklich dominiert - nicht nur eine Saison, sondern vier oder fünf."

Immer schon weiter

Kennengelernt hatte Theissen Vettel, als er 13 Jahre alt war und ihm erzählte, dass er Formel BMW fahren wird. Zwei Jahre später gewann er die Serie mit 18 Siegen in 20 Rennen. "Er war recht anders als die anderen Jungs. Als er kam, war sofort klar, dass er sehr talentiert, aber auch viel reifer, fokussierter und entschlossener war als andere Leute seines Alters. Seine Arbeitseinstellung und Entschlossenheit ist jener von Michael Schumacher ähnlich und das war seine ganze Karriere so", meinte Theissen.

Sebastian Vettel hat es weit gebracht - Foto: Sutton

Diese professionelle Einstellung war es auch, die den damaligen BMW-Motorsportchef davon überzeugte, Vettel in der Formel 1 eine Chance zu geben, obwohl es in der Formel 3 Euroserie und der World Series by Renault nicht so gut lief, wie erhofft. "Er hatte keine guten Ergebnisse und es war anders, als er das erwartet hatte. Es war aber beeindruckend, ihn dabei zu beobachten, wie er fokussiert blieb, weiter pushte und an die nächsten Schritte dachte. Mir wurde klar, er würde die Energie haben, um vor dem Rest zu bleiben und seine Karriere für viele, viele Jahre aufzubauen. Als wir ihn ins Formel-1-Auto setzten, zeigte er sofort, dass er den Job machen kann", erinnerte sich Theissen.

Der Durchbruch

Dennoch empfand er es als Risiko, als er Vettel 2007 in Indianapolis den BMW Sauber fahren ließ. Auf der anderen Seite war das Team aber nicht im Kampf um den Titel, also musste der Debütant keinen zusätzlichen Druck verkraften. Wie Theissen der BBC verriet, sagte man Vettel, er soll es locker nehmen und das tat er dann auch. "Beim Start konnte man sehen, dass er unerfahren und sehr vorsichtig war. Er versuchte, das Auto nicht zu beschädigen und verlor ein paar Positionen. Danach fuhr er aber ein sehr solides Rennen. Das war nach meiner Ansicht der Durchbruch. Man konnte sehen, er würde ein starker Formel-1-Fahrer sein."

versteht, dass sich die Rolle des Fahrers über das Cockpit hinaus erstreckt, der Fahrer muss das Team anführen und es hinter sich versammeln
Mario Theissen

Das war nicht nur Theissen aufgefallen, sondern auch Red Bull, das Vettel bereits seit einiger Zeit unterstützt hatte. Kurz nach Indianapolis klopfte dann auch schon Toro Rosso an und warb das Nachwuchstalent ab. Theissen gab zu, dass es schmerzte, Vettel gehen zu lassen. Warum er mittlerweile drei Titel geholt hat, war dem ehemaligen BMW-Motorsportchef klar. "Er ist fokussiert. Er konzentriert sich auf nichts anderes als den Rennsport. Er versteht, dass sich die Rolle des Fahrers über das Cockpit hinaus erstreckt, der Fahrer muss das Team anführen und es hinter sich versammeln. Er muss das Auto entwickeln und zeigen, dass er immer pusht. Ich denke, das macht den Unterschied."


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