Formel 1 - Austin-Grip macht Strategie zur Problemfrage

Reifen erst in nach mehreren Runden auf Temperatur

Der geringe Grip in Austin könnte die Strategien auf den Kopf stellen. Ein vorzeitiger Stopp sollte keine Vorteile mehr bringen.
von

Motorsport-Magazin.com - Das Formel-1-Rennen in Austin wird die Teams am Sonntag vor ziemlich schwierige Strategie-Entscheidungen stellen. Grund dafür ist der rutschige Streckenbelag, auf dem die Fahrer keinen Grip finden und es dadurch nicht schaffen, ihre Reifen schnell auf Temperatur zu bekommen. Teilweise brauchten sie bis zu vier Runden, bevor die Pneus in ihrem Arbeitsfenster waren. Das wird die ersten Runden mit vollem Tank ebenso zu einer großen Herausforderung machen wie die ersten Kilometer nach einem Boxenstopp.

Es gibt da Vor- und Nachteile, da man weiß, wenn jemand reinkommt und frische Reifen holt, wird es ein oder zwei Runden dauern, um gute Zeiten zu fahren
Ross Brawn

Taktisch dürfte es daher nicht viel Sinn machen, vor einem Gegner zum Reifenwechsel zu kommen. Normalerweise ist das ein Vorteil, da mit frischen Reifen schnellere Rundenzeiten möglich sind und sich dadurch Positionen gutmachen lassen. In Austin dürften neue Gummis auf den ersten Runden aber langsamer sein und ein Überholmanöver an der Box durch einen früheren Stopp schwierig werden. Weil in Texas nur mit einem Reifenstopp gerechnet wird, könnte es sehr wichtig sein, den genau zur richtigen Zeit durchzuführen.

Keine Vorausahnung notwendig

"Es gibt da Vor- und Nachteile, da man weiß, wenn jemand reinkommt und frische Reifen holt, wird es ein oder zwei Runden dauern, um gute Zeiten zu fahren", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Normalerweise will jemand früher stoppen, frische Reifen holen und dann eine schnelle Runde fahren, bevor der Gegner an die Box kommt. Aber hier wird es eine Verzögerung geben, bevor man mit den Reifen schnelle Zeiten fahren kann. Das bedeutet, man muss nicht vorausahnen, wann jemand an die Box kommt. Tatsächlich ist es ein Nachteil, wenn man zuerst an die Box kommt, da man ein oder zwei Runden recht langsam fahren muss."

Ich denke, der erste Teil des Rennens mit viel Benzin wird einigen Fahrern weiter hinten helfen und das wird interessant
Paul Hembery

Kurios ist, dass sich die harte Reifenmischung schneller aufzuwärmen scheint als die mittlere. Auf der anderen Seite bietet der weichere Reifen mehr Grip, wenn er auf Temperatur gekommen ist. Für den Rennstart bedeutet das, jene Fahrer, die nicht in Q3 kamen sollten mit den härteren Reifen zu Beginn eigentlich Vorteile haben, da sie rascher ein gutes Tempo gehen können. "Ich denke, der erste Teil des Rennens mit viel Benzin wird einigen Fahrern weiter hinten helfen und das wird interessant", meinte Pirelli Motorsport Direktor Paul Hembery.

Die Parameter müssen stimmen

Während des Rennens könnte es schwierig werden, die entscheidenden Parameter der Reifen richtig auf den Punkt zu bekommen. Lotus-Pilot Romain Grosjean ging davon aus, dass der Grand Prix dadurch aufregender werden könnte als erwartet. "Die erste Runde des Rennens ist immer recht langsam, also fühlt man den Grip nicht, aber wenn man den harten Reifen draufmacht, könnte es drei oder vier Runden dauern. Es wird darum gehen, den Gummi, die Temperaturen und die Reifendrücke richtig zu haben - es ist nicht nur eine Sache, die man richtig hinbekommen muss. Es wird etwas schwierig sein, alles zu verstehen", sagte Grosjean.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x