Formel 1 - Coulthard: IndyCar-Sicherheit 20 Jahre veraltet

So muss man Leute nicht unterhalten

David Coulthard übt massive Kritik am Sicherheitsaspekt der IndyCar-Serie und erklärt den entscheidenden Unterschied zur Formel 1.
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Motorsport-Magazin.com - Der Tod von Dan Wheldon beim Rennen in Las Vegas erschüttert die gesamte Motorsportwelt. Es hätte kaum tragischer kommen können: Im letzten IndyCar-Rennen der Saison starb der Mann, der zuvor großen Anteil an der Entwicklung der neuen Boliden der Serie gehabt hatte - ein Auto, das um ein Vielfaches sicherer sein soll als sein veralteter Vorgänger. "Dans Tod ist ein schrecklicher Verlust", trauert auch David Coulthard in seiner Daily-Telegraph-Kolumne. "Es gab keine Notwendigkeit für ihn, in Las Vegas zu fahren und sich selbst dem Risiko auszusetzen, für fünf Millionen Dollar am Ende eines vollgepackten Feldes zu starten."

Doch laut Coulthard sei Wheldon nicht nur ein richtiger Racer und beliebter Mensch gewesen, sondern zudem einer, der an den viel zitierten amerikanischen Traum glaubte. Einst hatte der heutige DTM-Pilot selbst den Traum, einmal in den USA Rennen zu fahren. Doch die Blase zerplatzte, als er 1992 den heftigen Unfall von Nelson Piquet Senior in der Champ Car beim Training zum Indy500 sah. Statt seit vergangenem Jahr in der Tourenwagenserie an den Start zu gehen, hätte Coulthard in die Staaten ziehen können, um dort doch Rennen zu bestreiten. "Aber das Risiko-Lohn-Verhältnis war einfach zu hoch für mich", gibt er zu.

F1 auf akzeptablem Niveau

Zwar zieht Coulthard seinen Hut vor den IndyCar-Teilnehmern, doch er äußert massive Kritik an den Veranstaltungen. "Ich hatte das Gefühl, dass die Formel 1 auf einem akzeptablen Level war", erinnert sich der Brite an seine aktive Zeit zurück. "Aber die IndyCar war - und ist - in Sachen Sicherheit wahrscheinlich 20 Jahre zurück." Der Grund dafür sei simpel. "Geschwindigkeit", klärt Coulthard auf. "Es gibt keinen Grund, mit 225 Meilen Rad an Rad zu racen, vor allem über ovale Kurse. So etwas braucht man nicht, um die Leute zu unterhalten."

In der F1 gebe es zwar auch Strecken mit einem gewissen Risiko-Potential, doch der Unterschied zum Highspeed-Niveau der IndyCar sei beträchtlich. "Wir haben in der Formel 1 Stadtkurse mit engen Mauern", so Coulthard. "Aber die Geschwindigkeiten sind viel geringer."


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