"Uns steht ein schwieriges Wochenende bevor", glaubt Sebastian Vettel. Der Grund liegt ausgerechnet in der Charakteristik jener Strecke, die Vettel vor drei Jahren überraschend seinen ersten Grand-Prix-Sieg bescherte – wenig Abtrieb, hohe Geschwindigkeiten. Das lag dem Red Bull in den vergangenen beiden Jahren nicht. Das Ergebnis waren die Plätze vier und acht.

Das soll sich an diesem Wochenende ändern. "Am Freitag ist es unsere wichtigste Aufgabe, herauszufinden, wie gut unsere Chancen hier sind, damit ich wieder auf das Podium klettern kann", sagt Vettel, der gerne zum ersten Mal seit seinem Debütsieg wieder in Monza auf dem Treppchen stehen würde.

Schwächen ausgebügelt

Glückwünsche zum WM-Titel nimmt er jedoch nicht an. "Wir sind in einer sehr starken Ausgangslage, alle anderen würden gerne mit uns tauschen, aber es sind noch viele Rennen zu fahren und viele Punkte zu holen – es ist noch nicht vorbei", betont Vettel. "Wir müssen uns von Rennen zu Rennen konzentrieren, hier wissen wir nicht, was uns erwartet."

Dennoch blickt er dem Wochenende positiver entgegen als vor einem Jahr. "Gerade auf Strecken, wo wir in den letzten Jahren Schwächen hatten, haben wir uns in diesem Jahr verbessert", weiß Vettel. Gleichzeitig betont er aber auch, dass Red Bull auf den Paradestrecken wie Suzuka nicht zu viel verlieren werde. "Wir haben aufgeholt, wo wir früher Zeit verloren haben. Dafür mussten wir vielleicht etwas in den schnellen Kurven abgeben, aber das ist der beste Kompromiss."

Kein Selbstläufer

Die aktuelle Führungsposition habe sich das Team hart erarbeitet. "Wir haben bislang sehr wenige Fehler begangen und verdienen unsere Position", so Vettel. Das garantiere jedoch nicht, dass es automatisch so weitergehe. "Das letzte Jahr ist ein sehr gutes Beispiel, man hat gesehen, wie schnell es sich drehen kann", erinnert Vettel. Vor Monza hatten viele Medien Fernando Alonso bereits abgeschrieben, einige Rennen später führte er die WM an.

"Aber ich bevorzuge meine Position." Vettel ist also lieber Gejagter als Jäger. "Wenn man jagt, muss man Ergebnisse abliefern – sonst ziehen die anderen davon." Am Wichtigsten sei es, nach dem letzten Rennen vorne zu sein – so wie er im letzten Jahr. "Man kann sich immer noch verbessern, aber das Team ist ruhiger, wir wissen, was wir können und verfallen nicht so leicht in Panik. Wir sind viel stärker als voriges Jahr. Das sieht man an den Ergebnissen. Selbst Rennen, in denen wir Probleme hatten, konnten wir trotzdem auf dem Podium oder in den Top-4 abschließen."