DTM - Mercedes-Protest: Jamie Green disqualifiziert!

Green-Team kündigt Berufung an

Aufreger am späten Samstagabend in Ungarn: Jamie Green wird vom Samstagsrennen der DTM disqualifiziert. Grund: Protest von Mercedes-Team HWA.
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Motorsport-Magazin.com - DTM-Hammer am späten Samstagabend! Jamie Green wurde vom Samstagsrennen in Ungarn disqualifiziert. Das teilte die Rennleitung am Abend um 22:00 Uhr mit. Das Mercedes-Team HWA hatte einen Protest eingelegt.

Das Team hatte bemängelt, dass am Audi RS 5 DTM von Green unerlaubterweise ein Spalt am Frontdiffusor abgedichtet worden war. Dies ist laut Artikel T 2.10.1 bei dem für alle Fahrzeuge verbindlich zu verwendenden Einheitsbauteil nicht erlaubt.

Damit verliert Titelaspirant Green erst einmal seinen siebten Platz im ersten Rennen in Budapest. Die nachfolgenden Fahrzeuge rücken im Rennergebnis auf. Neuer Siebter ist jetzt Mercedes-Pilot Gary Paffett, gefolgt von Marco Wittmann und Edo Mortara. Nico Müller erhält durch die Disqualifikation von Green als Zehnter nun einen Meisterschaftszähler.

Berufung angekündigt

Greens Team Rosberg hat Berufung gegen die Entscheidung der Sportkommissare angekündigt. Diese muss die Truppe bis Mittwochabend schriftlich einlegen. Bis zur Entscheidung des Berufungsgerichts, die wohl erst in einigen Wochen erfolgen wird, bleibt das Ergebnis des Samstagsrennens in Ungarn vorläufig. Sollte Rosberg erfolgreich sein, wird das ursprüngliche Rennergebnis wieder hergestellt.

"Wir haben eine Fuge unten ein bisschen abgedichtet", erklärte Rosberg-Teamchef Arno Zensen am Sonntagmorgen nach dem 3. Training. "Ich finde die Entscheidung nicht richtig, deshalb haben wir auch Berufung angekündigt. Das hat keinen Performance-Vorteil gebracht." Es soll sich um eine Art Knetgummi aus Harz oder Silikon handeln, das bei Greens Frontdiffusor angebracht worden war.

Bitterer Rückschlag im Rennen

Greens Disqualifikation war das unrühmliche Ende eines ohnehin gebrauchten Tages für Audi. Nach der völligen Dominanz im Training sowie im Qualifying erlebten die Ingolstädter im Rennen einen bitteren Rückschlag. Trotz fünf Audis auf den ersten fünf Startplätzen ging der Hersteller letztendlich leer aus, Mike Rockenfeller war als Viertplatzierter der beste Audianer. Eine frühe Safety-Car-Phase hatte das Rennen aus Audi-Sicht zerstört.

"Nach dem starken Qualifying ist das heutige Ergebnis für uns extrem enttäuschend und ärgerlich", sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Die Ausgangssituation war perfekt, aber das Safety-Car kam in einem denkbar ungünstigen Moment. Wir waren gerade dabei, Loïc Duval an die Box zu holen, um wenigstens ein Auto in der Gruppe mit den Frühstoppern zu behalten. Man weiß ja nie genau, ob und wann es ein Safety-Car gibt. Wir hatten heute das mit Abstand stärkste Auto und werden alles daransetzen, morgen wieder um den Sieg zu kämpfen."

Erneut Kontroversen um Audi

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Audi für Kontroversen in der Tourenwagenserie sorgte. Beim vorangegangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring gab es Wirbel um Mattias Ekström. Der Schwede hatte sein Auto nach Platz zwei im Sonntagsrennen nach der Ziellinie abgestellt und die obligatorische Auslaufrunde nicht beendet. Es gab Zweifel, ob Ekström genügend Restsprit an Bord mit sich führte.

Die Rennleitung konnte ihm nichts nachweisen und beließ es offiziell bei einer Verwarnung. Anschließend wurde allerdings das Reglement überarbeitet. Bei Fahrzeugen, die die Auslaufrunde beenden, reicht es, wenn ein Kilogramm Benzin im Tank ist. Autos, die es nicht wie vom Reglement gefordert aus eigener Kraft in den Parc ferme geschafft haben, müssen noch zwei Kilo dabei haben.


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