Dakar - Interview - Matthias Kahle/Thomas Schünemann

Wir liegen in Lauerstellung

Kraft tanken und Batterien aufladen, lautet beim HS RallyeTeam das Motto für den Ruhetag.

Motorsport-Magazin.com - Matthias, Thomas, ihr habt den Ruhetag auf Position 16 erreicht. Wie zufrieden seid ihr mit der bisherigen Leistung?
Matthias Kahle Wir sind sehr zufrieden. Anfangs haben wir einen Tag zur Eingewöhnung gebraucht, aber seitdem fahren wir kontinuierlich vorne mit. Der SAM lief bis auf ein paar Kleinigkeiten absolut problemlos. Leider sind die Resultate nicht ganz so gut, wie wir uns das erhofft haben, was vor allem am Reglement liegt. Im Vergleich zu den Vorjahren dürfen Benziner einen größeren Restriktor von 36 statt 35 Millimeter fahren, Buggies sogar einen 39er. Auf den Vollgaspassagen haben wir dadurch kaum Chancen mitzuhalten.
Dr. Thomas M. Schünemann Der Leistungsunterschied liegt vermutlich bei 60 bis 80 PS, das kann man fahrerisch einfach nicht ausgleichen. Das hat man auf der gestrigen Etappe gut gesehen, wo wir am zweiten Checkpoint ohne einen Fehler zu machen nur auf Rang 18 lagen. Aber wir können mit großem Stolz sagen, dass jeder einzelne im Team bisher eine einwandfreie Leistung abgeliefert hat. Die Jungs von SAM sind extrem motiviert und stellen uns jeden Morgen ein perfekt funktionierendes Auto hin.

Wir machen genau so weiter wie bisher. Wir fahren mit Verstand und sind immer darauf bedacht, nichts kaputt zu machen
Matthias Kahle

Die Dakar hat dieses Jahr erstmals in Peru begonnen. Für euch waren die Strecken nach dem frühen Ausfall im Vorjahr neu. Wie haben euch die Prüfungen gefallen?
MK Wir hatten ja schon viel über die Prüfungen gehört, jetzt wissen wir selbst, wie anspruchsvoll sie sind. Die ersten Tage haben mich sehr an die Sahara erinnert mit endlosen Dünen und langen Anstiegen im Sand, wo man die ganze Kraft des Autos braucht. Das war schon der höchste Schwierigkeitsgrad, wobei mir persönlich die Speziale auf 3.400 Metern Höhe am besten gefallen hat, das war eine richtige Rallyeprüfung.
TS Ich bin im Gegensatz zu Matthias eher ein Fan von Sand und Dünen. Dass die Rallye direkt im Sand begonnen hat, fand ich klasse. Das ist purer Offroad-Sport. Die Strecken in Argentinien mag ich dagegen nicht so sehr wie Matthias. Argentinien ist zwar von der Begeisterung der Menschen unschlagbar, aber Peru kommt da schon sehr nah dran. Das Land hat uns mit offenen Armen empfangen und es war großartig, wieder ein neues Land kennenzulernen.

Mit welcher Taktik werdet ihr die zweite Rallyehälfte in Angriff nehmen und welche Ziele habt ihr euch gesteckt?
MK Wir machen genau so weiter wie bisher. Wir fahren mit Verstand und sind immer darauf bedacht, nichts kaputt zu machen. Durch den Ausfall unseres Racetrucks wissen wir: Wenn wir auf einer der Prüfungen ein größeres Problem haben, sind wir ganz schnell raus. Weitere Plätze aufzuholen wird aus eigener Kraft sehr schwierig. Für uns geht es also darum, gut durchzufahren. Dann werden wir automatisch noch einige Positionen aufholen.
TS Das sehe ich genauso. Wir versuchen, unsere eigenen Herausforderungen so gut wie möglich zu bewältigen. Wir liegen in Lauerstellung und sind gleichzeitig darauf bedacht, uns nach hinten ein größeres Polster herauszufahren. Leider wirkt sich die Änderung des Reglements stärker aus, als wir dies angenommen hatten. Das vor der Rallye ausgegebene Ziel ‚Top Ten‘ ist schwieriger zu erreichen als gedacht. Unter den ersten 15 sollten wir am Ende aber schon landen."


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